Friedrich Hölderlin 20.03.1770 23:59 Tübingen
Liebe Lerserinnen und Leser,
Zeit, nach innen zu gehen und zu denken. Unteres Heidegger Zitat ist aus dem Zusammenhang heraus nicht zu verstehen, und doch lohnt es sich für den/die ein oder andere/n sich gerade jetzt Wort für Wort durchzulesen, was da zitiert wird; das Gleiche gilt für Hölderlin, sein Gedicht weiter unten.
Es ist unteres Gedicht von Friedrich Hölderlin, dessen „Wo aber Gefahr ist, wächst/Das Rettende auch.“ Martin Heidegger ins Zentrum seiner Schrift „Die Technik und die Kehre“ stellt. Darin schreibt er:
„Einmal fordert das Ge-stell in das Rasende des Bestellens heraus, das jeden Blick in das Ereignis der Entbergung verstellt und so den Bezug zum Wesen der Wahrheit von Grund auf gefährdet.
Zum anderen ereignet sich das Ge-stell seinerseits im Gewährenden, das den Menschen darin währen läßt, unerfahren bislang, aber erfahrener vielleicht künftig, der Gebrauchte zu sein zur Wahrnis des Wesens der Wahrheit. So erscheint der Aufgang des Rettenden.
Das Unaufhaltsame des Bestellens und das Verhaltene des Rettenden ziehen aneinander vorbei wie im Gang der Gestirne die Bahn seiner Sterne. Allein, dieser ihr Vorgang ist das Verborgene ihrer Nähe.
Blicken wir in das zweideutige Wesen der Technik, dann erblicken wir die Konstellation, den Sternengesang des Geheimnisses.
Die Frage nach der Technik ist die Frage nach der Konstellation, in der sich Entbergung und Verbergung, in der sich das Wesende der Wahrheit ereignet.
Doch was hilft uns der Blick in die Konstellation der Wahrheit? Wir blicken in die Gefahr und erblicken das Wachstum des Rettenden.
Dadurch sind wir noch nicht gerettet. Aber wir sind daraufhin angesprochen, im wachsenden Licht des Rettenden zu verhoffen. Wie kann dies geschehen? Hier und jetzt und im Geringen so, daß wir das Rettende in seinem Wachstum hegen. Dies schließt ein, daß wir jederzeit die äußerste Gefahr im Blick behalten.
Das Wesende der Technik bedroht das Entbergen, droht mit der Möglichkeit, daß alles Entbergen im Bestellen aufgeht und alles sich nur in der Unverborgenheit des Bestandes darstellt. Menschliches Tun kann nie unmittelbar dieser Gefahr begegnen. Menschliche Leistung kann nie allein die Gefahr bannen. Doch menschliche Besinnung kann bedenken, daß alles Rettende höheren, aber zugleich verwandten Wesens sein muß wie das Gefährdete.“ Die Technik und die Kehre, Stuttgart 1962, S. 33-34
„Die Wissenschaft denkt nicht“ Martin Heidegger « Markus Termin – Astrologisches Stundenbuch
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Friedrich Hölderlin
Patmos
Dem Landgrafen von Homburg
| Nah ist Und schwer zu fassen der Gott. Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch. Im Finstern wohnen Die Adler und furchtlos gehn Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg Auf leichtgebaueten Brücken. Drum, da gehäuft sind rings Die Gipfel der Zeit, und die Liebsten Nah wohnen, ermattend auf Getrenntesten Bergen, So gib unschuldig Wasser, O Fittiche gib uns, treuesten Sinns Hinüberzugehn und wiederzukehren.So sprach ich, da entführte Mich schneller, denn ich vermutet Und weit, wohin ich nimmer Zu kommen gedacht, ein Genius mich Vom eigenen Haus‘. Es dämmerten Im Zwielicht, da ich ging Der schattige Wald Und die sehnsüchtigen Bäche Der Heimat; nimmer kannt‘ ich die Länder; Doch bald, in frischem Glanze, Geheimnisvoll Im goldenen Rauche, blühte Schnellaufgewachsen, Mit Schritten der Sonne, Mit tausend Gipfeln duftend,
Mir Asia auf, und geblendet sucht‘ Es rauschen aber um Asias Tore Gastfreundlich aber ist Doch trauerten sie, da nun Itzt, da er scheidend Doch furchtbar ist, wie da und dort Wenn aber stirbt alsdenn Es ist der Wurf des Säemanns, wenn er faßt Wenn aber einer spornte sich selbst, Ein Losungszeichen, und hier ist der Stab Und wenn die Himmlischen jetzt Zu lang, zu lang schon ist |












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