Foto Termin © Des Astrologen Arbeitsplatz
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn mich jemand nach meinem Zeitgefühl fragen würde – und irgendwie glaube ich, daß ich da Experte bin für weltweites Zeitgefühl – dann würde ich sagen: wir leiden – wenn man das so sagen kann, an zu viel Zeugs. Wir häufen Gegenstände um uns herum an und mit zunehmenden Alter verbrackt diese Welt: die Dinge zeigen eine Patina des Zerfalls und der Entseelung: und dennoch wollen wir uns nicht trennen, könnte doch dieses Buch oder jenes Foto im entscheidenden Augenblick genau jener Erinnerungsschatz sein, der uns das Tor zur Erkenntnis öffnet, gerade dann, wenn wir, in unserem Zeugs stöbernd, Einlass begehren.
Dazu folgendes Horoskop:
Wir sehen, daß Merkur, Herr des aufsteigenden Zwillings-Zeichens, nichts macht, keine Aspekte eingeht – : zunächst. Mond kommt gerade aus einem langen void – einem Leerlauf – und schickt sich an, bei Uranus den Gefühlen freien Lauf zu lassen. Doch einen Aspekt sehen wir bald kommen für Hermes: Merkur trifft den Nordkonten: der steht im Haus 6, dem der praktischen Ordnung, und das bedeutet, wir kriegen unser Zeugs bald unter Kontrolle, wenn wir nur bereit sind, die Psychologie zu durchschauen, die zum Anhäufen von Zeugs führt.
Strengen buddhistischen Mönchen ist Besitz untersagt, außer einer Anzahl äußerst überschaubarer Gegenstände: Schale, Kleid, Stock, etc. … Man kennt also dort das geistige Chaos, welches, kaum zu bändigen, entsteht, wenn man zuviel hat an Zeugs, an Dingen.
Das geht so weit, daß ein Buch – steht es einmal im Regal – seinen Besitzer vergessen macht, was drinsteht.
Ein Bild – einmal an der Wand – ist kein Erinnerungsstück, sondern ein Loch im Raum. Der Dauernbetrachter vergißt seine Erscheinung.
Natürlich ist solch anarchistische Betrachtung kontraproduktiv für´s Wirtschaftswachstum. Aber: so what?! So kann´s eh nicht weitergehn …
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
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