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Schütze-Mond: Mobbing gegen den Präsidenten

Innen Christian Wulff 19.06.1959 05:28 Osnabrück, außen 15.02.2012 08:47

Präsidenten-Affäre: Wulffs Waterfall-Rätsel – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Politik

Liebe Leserinnen und Leser,

erinnern wir uns einmal, wie das bei Alt-Bundespräsident Köhler war: der wurde auch gemobbt. Doch die Verhältnisse lagen anders: Horst Köhler war – noch weit vor Angela Merkel, der beim Volk beliebteste Politiker Deutschlands, ein unbequemer Präsident, der sogar noch vor 2008 mit drastischen Worten vor den unverantwortlichen Banken warnte, niemand wollte das hören und hinterher erinnerte sich keiner an seine Weisheit. Er forderte die Direktwahl des Bundespräsidenten, was keinen von den gesetzgebenden Politikern interessierte – man empfand das eher als lästig – und wurde dann, als er einmal deutlich aussprach, daß die Bundeswehr in Zusammenhang mit Afganistan auch Handelswege sichert – er meinte sicher nicht die Heroin-Handelswege – da verweigerte Angela Merkel dem bedrängten Präsidenten, der beliebter war als sie, tagelang die Rückendeckung: er trat zurück. Zur Freude vieler Politiker und zum Bedauern des Volkes, das diesen Fische-Mann einfach mochte. Köhler war also vom Volk getragen und von den Politikern, denen er wegen seiner unkonventionellen Art unheimlich war, gemobbt.

Dann kam die Suche nach einem neuen Bundespräsidenten:

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Ich schrieb damals:„Und man weiß auch schon, wer den neuen Präsidenten machen wird. Doch Vorsicht! So wirds nicht gehen. Saturn am AC zum Rücktrittszeitpunkt zeigt,  daß der Konsens für den/die neue PräsidenteIn nicht leicht zu haben ist.“

Gauck war der Gegen-Kandidat vieler Seilschaften, er wurde gleichsam schon gekürt, der Wunschkandidat. So intensiv war der Glaube an diesen Moralisten, daß er nun als eine Art Schattenpräsident gehandelt wird, der im Hintergrund bereit steht, wenn Wulff endlich zu Fall gebacht ist.

Wird denn damit nun Köhlers Wunsch indirekt entsprochen, den Präsidenten doch vom Volk bestimmen zu lassen? Ich glaube nicht, und ich glaube auch nicht, daß Gauck ein besserer Präsident wie Wulff wäre. Jetzt ist es genau umgekehrt, wie bei Köhler: Wulff ist der Präsident der Politiker, die Presse fühlte sich von Anfang an um ihre Kandidatenkür betrogen. Gauck könnte sich jetzt präsidial zeigen, in dem er Wulff öffentlich (unter)stützt – das tut er, soweit ich weiß, nicht. In jedem Fall sollte er sein Bild nicht überall drucken lassen, und auch nicht ständig überall Interviews geben.

Joschka Fischer zur Frage, ob er nicht bei einem Wulff-Rücktritt Bundespräsident werden wolle: »Ich habe mein Leben so geführt, daß ich den hohen moralischen Standards, die neuerdings an öffentliche Ämter durch die Medien angelegt werden, nicht mehr gerecht werde. Demnächst wird der Bundespräsident über das Wasser wandeln müssen, und dann wird man ihn fragen, ob er am Ende den Erwerb dieser Fähigkeit sich nicht hat subventionieren lassen,« beantwortet alles.

Um es ganz klar zu sagen: ich bin kein Wulff-Fan. Ich halte es für richtig, dem Impuls, den der „Spiegel“ fordert, der schon zweimal Wulffs Rücktritt gepostet hat, zu widerstehen. Die Web-Gemeinde hatte Guttenberg gestürzt – auch ein sehr beliebter Politiker – nun befiehlt man aus dem Print-Bereich & dem Web den Rücktritt des Präsidenten, und – nachdem der nicht gehorchen will – macht man es noch einmal:

Seitdem steht der Bundespräsident – zuerst als Ablöse für das Euro-Thema – am Pranger, und jede/r DeutschländerIn meint, ihn ungeniert „Namen“ nennen zu dürfen – und kann damit der ganzen Verachtung für die in der Finanzkrise erlittene Ungerechtigkeit und den Souveränitäts-Verlust eine andere Richtung geben: Sündenbock Wulff hauen. Dabei führen alle Leitmedien an – und selbst die FAZ heizt die „Affäre“-Wulff an – als wäre dessen Verbindung von Politik und Geschäft nicht völlig normal und zum Teil sogar das, was von Politikern im Interesse der Wirtschaft erwartet wird.

„Es gibt Menschenrechte, auch für Bundespräsidenten,“ sagt Wulff – und stemmt sich damit heldenhaft gegen die ihn hetzende Meute – deshalb behaupte ich einmal, daß gerade dieser Präsident jetzt wichtig ist, und daß er vielleicht – souverän – der Einzige ist, der sich gegen einen massenhaften Wahn der propagandistischen Lauterbarkeit stellt, dem niemand in Wirklichkeit selbst gerecht wird. Vielleicht brauchen wir gerade keinen Freiheits-Parolen-Raspeler?

Des weiteren ist es kein Zufall, wie – ich sagte es bereits – Wulffs prima Ansatz beim Chef-Thema Intergration – durch den Hype gegen Wulff unmöglich gemacht wird: ist er denn mit seinem „Der Islam gehört zu Deutschland“ all zu vielen auf den Fuß getreten?

Im Horoskop Wulffs sehen wir die Sonne sehr passend für´s Präsidenten-Amt im Haus 12., wo sie für dieses Amt auch stehen sollte. Pluto bedrängt Wulff aus dem Deszendenten-Bereich. Mars/Venus und Uranus im Löwen  holt die Revolution in seinen Besitz – man stürzte einst den König Helmut Kohl zur CDU-Spendenaffäre – und wird nun in dieser uranischen Eigenschaft, die mit den Löwe-Kräften eine große Selbstgewissheit besitzt (H2!), die auch dem Schütze-Mond entspricht, dem Taschenorakel, selbst herausgefordert (Uranus im Widder laufend).

Ich habe das Horoskop auf den Mond-Transit für Christian Wulffs Schütze Mond heute früh eingestellt – ein Mond/Mond Transit sensibilisiert, läßt tiefer empfinden – und wünsche ihm vor allem für die nächsten paar Tage Durchhaltevermögen. Wenn er es schafft, im Amt zu bleiben, bis Jupiter Mitte des Jahres in die Zwillinge geht, werden wir noch dankbar sein, ihn zu haben: vielleicht als Vermittler zwischen Deutschland und Griechenland, einen, der hilft, dort das kaputte Image wieder zu reparieren: Angela Merkel kann das nicht mehr. Skeptisch stimmt mich der Südknoten in Haus 10 = damit ist Wulff eigentlich Privatier – und kann nicht immer in die Verwirklichung in Haus 10 = Autorität streben, sondern muß – je älter, je mehr – runter in Haus 4.

Zum Schluss noch ganz historisch: auch Walter Scheel wurde schon gemobbt, weil er den Leuten zu jubilatorisch drauf war, und Carstens sowieso, beides Präsidenten, die ihre Rolle einfach sportiv auslegten. Rau hatte seine Affäre und Herzog seinen „Ruck“ …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Präsidenten-Mobbing findet auch seit langem in den USA-statt, auf den Malediven trat gerade deshalb ein guter Mann zurück.