Weltbild

Generation Pluto in Skorpion

709px-Zeus_Naucratis_Painter_Louvre_E668Bild: public

Liebe Leserinnen und Leser,

ob es nun an meinen Steckbuchsen oder nur am Computer liegt: immer noch will sich kein Bild runterladen lassen, und so entfällt die Wochenschau – ohnehin bin ich am Überlegen, ob ich es nicht mache, wie der unglaubliche Steve Judd (siehe Blogroll links) – nämlich Videos veröffentlichen ohne wöchentlichen Rhythmus, den ich im Augenblick wegen zuviel Reisetätigkeit immer wieder unterbrechen muss. Vielleicht aber auch nicht – denn was dieser Tage schwer fällt, ist aber genau jene Weisheit, keine Entscheidung für definitiv zu halten, (auch, wenn man es noch so sehr will … ). Es lohnt sich nicht, der Skorpion-Versuchung nachzugeben, in die Dramatik einzusteigen: es braucht aber beträchtliche Kraft, sich bei der Skorpion-Energie aus der Dramatik rauszuhalten, eben weil die kollektive Angst, die diese dunkler werdende Zeit in uns auslöst, plus die Irritation der Zeitumstellung, die wahrlich geeignet ist – wie Frau Dr. Kneginja Richter, Leiterin der Schlafambulanz am Nordklinikum Nürnberg heute in den Nürnberger Nachrichten berichtet:

„Man darf sie nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie löst einen Mini-Jetlag aus und bringt zweimal im Jahr die innere Uhr der Menschen durcheinander. Es kann mehrere Tage bis Wochen dauern, bis sich der Mensch an die veränderte Tageszeit angepasst hat. Und bis der Schlaf- Wach-Rhythmus wieder im Takt läuft.“

… die also geeignet ist, uns das Fürchten zu lehren.

Es war schon immer das Prinzip der Herrschaft, die Zeit selbst (time itself) zu kontrollieren, indem sie manipuliert wird, in welcher Art sie gemessen wird und was das bedeutet, etc. –  Insofern Zeit als Wiederholung gemessen wird, steht sie auch – wie Federhalter so trefflich über die Bedeutung bei Döbereiner sagte: „für WIEDERHOLUNG (?) Kopie, Zwang, das Ganze in ewig gleichen Teilen, Modellen und Kopien zu transportieren … „.

Wir können jetzt mit Saturn im Skorpion regelrecht den Orbis zu Pluto studieren und die Krisis der Nativen beobachten, die sich auf eine Auflösung dieses Zwangs (unter Umständen und meist durch dessen Verstärkung) im persönlichen Verhaltenmuster bezieht. Das kann die Online-Game Sucht sein, die ja auch auf die ewig gleiche Bedienung einer strukturierten Welt hinausläuft, deren eigentlicher Sinn und Zweck – die Bildung einer Kampfgemeinschaft (darauf laufen die meisten Online-Games hinaus) – allerdings nicht virtuell, sondern echt ist. In nahezu Echtzeit wird so aus vielen Teammitgliedern, die irgendwo auf der Welt verstreut sind – quasi 1 gemeinsames Bewußtsein (vom Ort weitgehend unabhängig) – es vollzieht sich also mit vielen Millionen und Abermillionen Spielern – besonders am Wochenende – eine Entindividualisierung durch die Mega-Maschine, die mitnichten virtuell ist – wie Assange richtig meinte – sondern sehr konkret auf Hardware angewiesen.

Es kann aber – lassen wir Pluto in Haus 6 stehen: auch eine Art Heilung von manischer Arbeitssucht sein. Auf diese Art zeigen sich die Transsaturnier äußerst persönlich und dennoch im kollektiven Muster.

Pluto wird von Saturn genötig, von seiner Macht zu lassen, die er in dieses Lebens bereits mitbringt. Daher haben wir eine solche Generation von Angst-Panik-Erkrankten, deren eigentliche Machtentfaltung im Netz in der Hemmung gelebt wird – und das macht sie potentiell gefährlich – für eine Enkelgenerartion vielleicht? – wenn wir Weitblick walten lassen wollen …

Denn der Wunsch nach magischer Macht – Harry Potter und so weiter sind auch vorbei! – mußte durch gewaltige Simulation („Herr der Ringe“) kanalisiert und neutralisiert werden. Ein Werk, das insgesamt bislang gelungen scheint; allein – es bleibt die Suche nach den Adlern, die aus dem Skorpion sich hervorbringen, wie Phönix aus der Asche  …

Mit freundlichen Grüßen,

Markus