Liebe Leserinnen und Leser,
diese Allegorie zeigt Chiron als geheimen Boten der Liebe. Der Text ist lustig: Chiron, der Zentaur, gibt Achilleus „ein pflanzliches Mittel“ gegen Bartwuchs. Damit er sich als Frau verkleiden kann. Die Parabel von der Erkenntnis des hingebungsvollen Mannes und der eroberungsfreudigen Frau. Das Bild allerdings widerspricht dem Bildtext aus der Zeitung: trägt doch vorbildhaft der Zentaur Chiron einen ganz vorzüglichen Bart, und wie könnte wohl ein solcher ein Mittel gegen Bartwuchs preisen? Und das „pflanzliche Mittel“, was ist da wirklich auf dem Bild zu sehen?
Ich würde einen großen roten Apfel der Erkenntnis sehen – man kann das Foto mehrmals durch draufklicken vergrößern – was sonst? Und wie der Pferdemensch Chiron eigentlich anatomisch korrekt aufrecht schreitet, als wäre er eine Laufente, logischer, als die sechgliedrigen Zentauren der Renaissance und Klassik …
Das Bild führt uns dennoch in das Geheimnis der mystischen Liebe seiner Zeit, wie ich vermute, eine versteckte Lehre der Sanftmut.
Chiron und Neptun sind gleichzeitig in den Fischen …
… und der Zeitgeist definiert unbewußt die Heilung der Religion durch eine Ozeantaufe der Kirche … Wir sehen also allenthalben Chiron im Zeichen des Glaubens, der Fisch als Christus-Symbol: hier also – die Kirche versinkt im Ozean des Kollektiven Unbewußten.
Aber das ist noch nicht Alles: wenige Wochen zuvor, Anfang März, versank nicht die Kirche, sondern Fukoshima im Ozean. Und so ist, was wir hier sehen, journalische Verdrängungsarbeit auch …
Mit freundlichen Grüßen,
Markus


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