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Bratapfel und Erdapfel

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Die Kartoffel Linda hat mein Schwieger-Opa erfunden. Zwar bin ich nicht verheiratet, aber hier unten sieht man seine Enkelin zugreifen. Er selbst hieß Andreas Buchauer, stammt aus Kärnten in Österreich und war Saatgutzüchter in der Oberpfalz. Linda, so heißt die Sorte, ist nicht irgendeine Kartoffel. Sie hat ihren Namen von meiner Schwiergermutter „Gerlinde“ (obwohl ich nicht verheiratet bin). Linda gehört inzwischen der Europlant Pflanzenzucht GmbH Deutschland und nicht mehr meinem Schwiergeropa, und nun soll ihre Lizenz für´s Kartoffelgratin nicht mehr verlängert werden. Doch das geht nicht. Linda ist nicht, wie fälschlicherweise oben steht, festkochend, sondern mehlig, und eignet sich deshalb besonders gut für´s Gratin. Schon porbiert? Backofen, Kartoffelscheiben in vier Schichten, Pfeffer, Salz, Muskat, Butter auf den Boden, viiiiel Knoblauch, Sahne mit Milch gemischt bis zum oberen Rand, Creme Freche als Tupfer obendrauf: möglichst lang im Backofen … lecker! Den Streit um Linda dokumentiert Bauern kämpfen für Kartoffeln: „Linda ist eine dankbare Frucht“ die TAZ. Und da auch noch: taz-Serie „Acht für 2008“ – Der Biobauer: „Keine kommt an Linda ran“

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Fotos Markus Termin ©

Als Nachtisch empfehle ich den Bratapfel. Den sehen Sie unten. Bratapfel ist nun ohne Zweifel eine Venus-Frucht. Und Venus wird am 1. Dezember mit Jupiter im Steinbock eine Konjunktion bilden. Im Erdzeichen also. Kartoffeln, auch wenn sie Stärke enthalten, sind gewissermaßen saturnin, weil sie Nachtschattengewächse sind. Nach Europa brachte höchstwahrscheinlich Sir Walter Raleigh, geboren am 11. Juli 1554 um 17:00 PM in Hayes, Devonshire, GB die Kartoffel.

swrDamals wechselte Pluto gerade in die Fische und brachte folglich mächtige Seefahrer hervor. Ob wir, wenn Pluto am 19.01.2044 wieder in die Fische geht – nach zwei Umläufen! – in der Lage sein werden, die Weltmeere zu retten und zu reinigen? Völlig normale Gedanken für einen Pluto-in-der-Jungfrau Menschen. Jedenfalls stand Neptun damals im Stier. Da mag es kein Wunder sein, wenn Raleigh ständig Sehnsucht nach der großen Hacienda in Übersee hatte, vielleicht mit einem guten Kartoffelacker? Vielleicht ist auch Wodka – so wie Tabak – ein Fluch der Indianer? Raleigh jedenfalls starb gefasst und geköpft am 29. Oktober 1618 in London, ganz genau, als sein Pluto in den Fischen nach der Münchner Rhythmenlehre ausgelöst wurde. Heftig, aber wahr. Ich spare mir den Witz, dass man, um den Kopf zu behalten, solche Halskrausen nicht tragen sollte.

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