Uncategorized

Kartenlegen

Nürnberg 13:06 – langsam wird es wärmer. Auf La Palma, den Kanarischen Inseln, ist immer noch Sturm. Die Flugzeuge können dort weder starten noch landen. Doch irgendwie ist es logisch, dass dieser Wetterwirbel auch zu uns warme Luft aus den Tropen bringen wird, das sieht man allein schon an den Satellitenbildern und der Drehrichtung der Winde. Ich habe versprochen ab und an eine stundenastrologische Analyse hier zu zeigen, und so soll es sein:

Wie immer bitte einfach auf das unscharfe Bild klicken – und nochmal – schon ist es scharf und groß. Die Frage betrifft hier eine Klientin, die sich mit einem esoterischen Beruf selbstständig machen will. Außerdem interessiert sie, wie es wohl in der Ehe weitergeht …

Die Waage steigt zum Zeitpunkt ihrer Frage auf. Das ist einerseits schön, weil dann die Venus der Planet ist, mit dem die Fragende selbst gemeint ist, andererseits zeigt es aber auch, dass die Frau sich in einer Situation befindet, wo sie ihre Interessen „abwägen“ müßte. Der Mond ist immer Nebenherrscher der Fragenden. Er steht im Zeichen Fische und im Haus 6, einem fallenden Haus. In diesem Haus befindet sich auch ihr „Hauptsignifikant“, die Venus. Nun ist bedeutend, dass im Haus 10, dem Lebenszielhaus, Krebs herrscht, das Familienzeichen. Und genau dort befindet sich der Planet, der ihren Mann darstellt, nämlich Mars, Herrscher von Haus 7. Man kann nun daraus schließen, es ist tatsächlich der Mann, der sich zur Hauptaufgabe in ihrem Leben aufgeschwungen hat, steht er doch mit Mars am wichtigsten Punkt, dem Mittagspunkt. Und da Mond als Herrscher des Berufshauses und der Signifikant für sie das Haus 10 beherrscht, und somit sowohl ihr Ziel, als auch ihre Sehnsucht ausdrückt, haben wir es – wie der Aszendent Waage voraussagt – wirklich mit einem Interessenkonflikt zwischen Beruf und Ehe zu tun. Dazu steht der Mond in den kosmischen Fischen, und der Mann ist Fische. Der Wunsch, sich mit einem esoterischen Beruf selbstständig zu machen, wird also gewissermaßen vom Mann dadurch verhindert, dass er diese Stelle in Personam besetzt. Mit praktischer Esoterik, hier Kartenlegen, zu arbeiten ist aber auch die Aufschlüsselung zu Mond und Venus in Haus 6, dem Haus der praktischen Lebensbewältigung. Wird sie es schaffen?

Uncategorized

Saturns Rückläufigkeit und Ketu

Nürnberg, 11:25 – die Sonne scheint, Himmel milchig, kalt. Saturn ist auf 02.12 Jungfrau immer noch rückläufig. Damit nähert er sich dem Grad der totalen Mondfinsternis vom 21. Februar diesen Jahres auf 01.52 Jungfrau, den er am 14. und 15. April erreicht haben wird, um dann nochmal direktläufig dieselbe Stelle ein drittes Mal zu berühren. Dies am 18. Mai, nachdem Saturn am 4. Mai die Richtung wieder direkt gedreht hat. Astrologisch ist das bedeutend. Es ist gar nicht einfach, sich die Rückläufigkeit vorzustellen. Insbesondere die Abnahme der Geschwindigkeit. Doch das Bild eines Läufers im Stadion, der immer gleich schnell läuft, uns in der Kurve aber anders erscheint, kann dem ein Bild geben. Tatsächlich ist Saturn wie alle anderen Planeten im Wechsel der Richtung langsam. Er geht sehr langsam von Gradminute zu Gradminute. Im Ergebnis sind die Dinge zäh, gestaut. Eine allgemeine Unzufriedenheit macht sich breit, weil nichts sich bewegt. Das Wetter bleibt kalt. Doch diese Regel kennt auch Ausnahmen. Als 1974 die Grenze an der Ledra-Straße in Nikosia auf Zypern geschlossen wurde, stand Saturn im Krebs, dem Zeichen der Familie und der Heimat. Jungfrau wird ganz Griechenland zugeordnet. Wenn wir nun Saturn, in der Jungfrau rückläufig als die sich zurücknehmenden griechischen Interessen sehen, ein Wandel, der dem katastrophengeschüttelten Griechenland nach der mißlungenen EU-Abstimmung über die Wiedervereinigung der Insel gut steht, haben wir im rückläufigen Saturn hier ein positives Ergebnis. Was Griechenland schwächt ist im Ergebnis für Zypern gut. Venus, die für Zypern steht, lief eben noch über den anderen Mondknoten, der das Neue bringt, Rahu in den Fischen. Nach 44 Jahren wird die Grenze in der Stadt Nikosia wieder geöffnet. Ferner treten gewisse Ereignisse, oder sogar Ergebnisse von Vorgängen des Septembers 2007 treten nochmal ins Bewußtsein. Der Bezug sind in der Jungfrau immer die praktischen Dinge, die einfache Lebensbewältigung. Beispiesweise rufen bei mir Klienten an, mit denen ich um diese Zeit zu tun hatte, dafür bleiben andere aus. Ketu , den absteigenden Mondknotenpunkt der Mondfinsternis, den Saturn doppelt passiert, ist der Unterleib von Rahu, dem Mond- und Sonnenverschlinger. Ketu hat etwas mit dem Aufbrechen von lange verdrängten Problemen, dem Verheimlichen zu tun. Intrigen sind sein Thema. Doch mit Saturn über dieser Position wird definitv versucht, mit Verbissenheit am Unrecht und der Intrige festzuhalten. Diese Situation zeigt sich weltweit, ob in China, Simbabwe, im Irak, oder auch beim Nichtraucherschutz. Die sogenannte „Sollbruchstelle“ ist am Dienstag, den vierten November um 14:10 Uhr. Da steht dann Saturn in Opposition zum rückläufigen Saturn. An diesem Tag, das Schicksal will es, finden auch die Wahlen in den USA statt. Für all diejenigen, die meinen, Rückläufigkeit, das sei doch nur ein Schein: stimmt nicht ganz! Eine weit entfernte Lichquelle (derer es im Universum genug gibt) wirft den Schatten eines rückläufigen Planeten als Schleife in den Raum. Insofern Licht auch eine Materie ist und vice versa, sind das reale, „fotografierbare“ Wirklichkeiten der Rückläufigkeit, nicht nur Standortfragen.

Uncategorized

Pirates of the Carribean: Das Neptun Thema

Nürnberg, 20:11 – ein lieblicher Tag, jedoch zu kalt. Vogelgezwitscher. Heute habe ich gelesen, dass es doch eine Fortsetzung von „Pirates of the Carrebian“ geben soll, den vierten Teil, der pünktlich zum Neptun-Ingres in die Fische bis 2012 erscheinen soll. Anlass genug, sich den dritten Teil „Am Ende der Welt“ nochmal zu Gemüte zu führen. Zu den Neptun-Themen morgen mehr.

Es geht hier nur um´s Geschäft“, sagt jener Lord Becket, der eine intime Feindschaft mit Jakob Spatzen hat, alias Jack Sparrows, wobei in der Geschichte der Grund dieser Feindschaft immer nur angedeutet wird durch das eingebrannte „P“ auf Jack Sparrow´s Unterarm, ein Schandmal, das zwischen Lord Becket und Jonny Depp steht, wobei mehr gar nicht erklärt werden braucht, weil in Wahrheit die Erotik zwischen diesen beiden schönen Männern, die so ganz verschieden sind: er der gepuderte Superbeamte im roten Livree mit weißer Perücke, wie Mozart auf den österreichischen Euro-Münzen, die bei ihm nicht lächerlich wirkt, selbst wenn dieser böse schöne Mann einmal, was er selten tut, in Rage gerät, und auf der anderen Seite der Pirat, der nur auf Frauen steht, aber absolut feminin wirkt, auf seine Weise jedoch nicht minder edel, – weil also in Wahrheit die Erotik zwischen diesen beiden Männern die Hauptrolle spielt. Die Schlüsselgeste dieser Szene, wo die beiden sich zum entscheidenden Rededuell treffen, ist die, wo Depp vor dem Spiegel mit dem Stock in der Hand die Geste des Grandsigneurs nachahmt, halb kindlich imitativ, halb ironisch. Eigentlich ein doppelter Spiegel. Er macht uns alle nach, macht mit seinen kajal-betonten Augen alle zum Deppen, Jack Sparrows. Und dieser Captain Barbossa, mit seinem Schütze-Antlitz im Schatten seines Riesen-Hutes und der vorfühlenden Freude im Gesicht! Wenn er mit jemandem spricht, ist klar, dass dieser Mann Hintergedanken hat, man ihm aber trotzdem trauen kann, weil er seine eigene Inszenierung mehr liebt, als seine Hintergedanken. In diesem Film „hät´s ganz entschiede geniaali Schuhspieler“, wie unsere Schweizer Nachbarn sagen würden.

Uncategorized

Benedikt XVI

Nürnberg 18:33 – Alles Widder Energie jetzt, doch gestaut, wie Pluto und Mars es ansagen. Donner im Himmel ab und an. Und Saturn – Uranus halten ebenso die Spannung, wie Pluto – Saturn sich durch ein genaues Trigon in ihrer Rückläufigkeit stabilisieren. Beispiel für solch eine Lage ist Fische-Sonne Robert Mugabe in Simbabwe. Kein weiterer Kommentar … Nach der Wiederzulassung des tridentinischen Ritus für die Heilige Messe in lateinischer Sprache hatte Papst Benedikt eine Neufassung der Karfreitags-Fürbitte vorgelegt. Darin heißt es ins Deutsche übersetzt: „Lasst uns auch beten für die Juden. Dass unser Gott und Herr ihre Herzen erleuchte, damit sie Jesus Christus erkennen, den Heiland aller Menschen.“ Im ordentlichen Ritus von 1970 lautete es voller Weisheit noch: „Lasst uns auch beten für die Juden, zu denen Gott, unser Herr, zuerst gesprochen hat: Er bewahre sie in der Treue zu seinem Bund und in der Liebe zu seinem Namen, damit sie das Ziel erreichen, zu dem sein Ratschluss sie führen will…“. Joseph Ratzinger ist am 16. April 1927 um 04:15 bei Altötting geboren. Sein Jupiter am Fische-Aszendenten, und der rückläufige Saturn im Haus 9, dem Theos, Gottes-Haus, machen ihn wirklich zum perfekten Papst. Der Mond in der Waage an der Spitze zu Haus 8 sollte ihm eigentlich die Möglichkeit geben, die Riten (Haus acht) auszubalancieren.

Ich persönlich wäre dafür, die Frauenkirche in Nürnberg, die durch Karl V brutalst (erst die Mittelalter Pogrome machten den Nürnberger Marktplatz möglich) gestohlen wurde, wieder zurückzugeben, denn sie war vorher eine Synagoge. Hier dagegen sehen Sie den Platz, an dem bis 1938 die vorletzte Nürnberger Synagoge stand:

Foto: Termin

Schlimm, nicht wahr? Man hat gleich den Fluss drüber geleitet. Städtebauliche Massnahme gewissermaßen. Joseph Ratzinger ist ein Widder, da will man natürlich Recht haben und siegen. Dennoch glaube ich, das hätte Jesus nicht gefallen. Wenn man sich die Kirchengeschichte anschaut, ist sie eine Geschichte der Spaltungen. Schisma (σχίσμα) im Fachhellenisch. Mit größerem Recht als die katholische Kirche vertritt die griechisch-orthodoxe Kirche das „wahre“ Christentum. Das Christentum ist eine Abspaltung des Judentums, der Islam von beiden, die katholische Kirche von der orthodoxen Mutterkirche, dann der Protestantismus mit vielen hundert Einzelkirchen. Nicht zu vergessen die Albigenser, oder Katharer (die „Reinen“ – von griechisch: καθαρός / katharós = rein), die man im 12 Jahrhundert massenmordete. Natürlich hat man kirchlicherseits den Holokaust beinahe 2000 Jahre lang vorbereitet. Kann man denn den Hass so unbedenklich schüren, und hinterher tun, als hätte man an dem Geschehen nur marginale Verantwortung? Papst Johannes Paul war groß genug, um Vergebung zu bitten. Freilich ist die Sünde so groß, es steht zu befürchten, mit Vergebung wird es nicht getan sein. Sich aber der Frage zu öffnen, was denn wirklich falsch gelaufen ist, bedeutete, sich ebenso zu fragen, warum man denn in den USA seit 2002 drei Milliarden Dollar an Entschädigungen für massenhaften Kindsmissbrauch durch katholische Priester (es wird von 5000 Fällen berichtet, bei nur 42000 Priestern) bezahlen muss? Es ist ganz schwer, eine solche Organisation aufzulösen, doch das wäre richtig, sinnvoll und wahr. Solange der Katholizismus (nicht das Christentum, das ist in meinen Augen davon das Gegenteil!) seine Zuflucht nehmen kann in der dritten Welt, wo er nah am Animismus und am Voodoo-Kult steht, wie Federico Fellini in seinen Filmen, allen voran „Roma“, besser erklärt, als jeder andere, solange bleibt die Kirche im globalen Dorf. Was Joseph Ratzinger betrifft, traue ich auch seiner Physiognomie nicht, aber ich gebe zu: das ist ein böses Vorurteil …

 

Uncategorized

Martin Luther King

Nürnberg, 20:02 – Nun, dies ist das Wetter, mit dem ich mich nicht befreunden kann. Regen, Sturm, Hagel: o.k. … doch eine dumpfe graue Suppe dort oben. Reden wir nich drüber. Dies ist das Geburtsbild von Martin Luther King:

martin-luther-king.png

Aus dem traurigen Anlaß seiner Ermordnung am 4. April 1968 mag ich astrologisch keine Weisheiten ableiten. Sollte man jeder Sonne im Haus 9 raten, sich im Ausland niederzulassen? Doch die Sonne im Haus der Fernreisen und Bewußtseinserweiterung, dem Haus Gottes, das die Griechen „Theos“ nannten, steht einem Prediger, einem Steinbock Arbeiter des Herrn ebenso gut. Mit dem Aszendenten Herrscher Merkur am Medium Coeli ist sein Wesen mit dem Berufsziel im anpassungsunwilligen Wassermann auf´s Engste verknüpft. Venus und Mond begleiten den sozialen Bereich zwischen Haus 10 und 11 mit Gefühl und emotionaler Anteilnahme. Uranus im Widder in Haus 11, der das Berufshaus Wassermann regiert, zeigt, wo es langgeht: zur Revolution. Und Jupiter in 12 im Stier balanciert die ganze Kraft im kollektiven Unbewußten aus, macht aber, folgt man der alten Astrologie, seine Gegner und offenen Feinde (Haus 7, Ehepartner (läßt tief blicken, diese Zuordnung)) zu ebenso heimlichen Feinden (Haus 12) in der Öffentlicheit (Venus als Regentin von 12 in 11). Mars im Zwilling sagt: dieser Mann kämpft mit dem Wort, Logos (λόγος) ist seine Waffe. Und im ersten Quadranten ist er sowieso ein Kämpfer. Und Neptun an der Spitze zu Haus 4 sehnt sich nach einem ordentlichen, sauberen, anständigen Vaterland. Gott geb´s! Saturn im Schützen im Haus 8 sagt: konservativ im Glauben, auch in der Opferhaltung (Haus 8): nicht weise. Denn wäre er weise gewesen, er hätte sich nicht so zum Opfer anbieten dürfen. Vielleicht ist es aber weise, nicht weise zu sein. Jesus war auch nicht weise. Oder doch?

 

Uncategorized

Astrologie und Psychologie

Nürnberg, 22:43, kühl und nass. Mond in den Fischen. Dax-Index ist gefallen, Dow-Jones gestiegen.

Der Unterschied der Astrologie zur Psychologie ist hauptsächlich der, dass die Psychologie glaubt, alles wäre in der Persönlichkeit verborgen, wie in einem Gefäß, es müsste nur heraus geholt werden. In der Astrologie ist das anders. Dort finden wir Symbole und Planeten, die unserer Anlage entsprechen, doch diese können von innen oder von außen, oder auch beides gleichzeitig sich bemerkbar machen. Das bedeutet konkret, manche Reaktionen Deiner Außenwelt scheinen mit Deinem „Ich“ nichts zu tun zu haben. Beispielsweise wenn Neptun über meinen Merkur wandert, und dabei regelmäßig meine Telefonanlage ausfällt. Dennoch lernen wir im Laufe des Lebens zu erfahren, dass wir solche und andere „Reaktionen“ auf uns beziehen müssen, weil wir sie immer wieder von außen erfahren oder sogar vorgehalten bekommen. Wie aber kann das sein? Sind wir denn nicht hier und jetzt da, und kennen wir nicht genau den Unterschied zwischen uns und den anderen? Tatsächlich verhält es sich anders. Wir sind nicht hier. Oberflächlich aufgeklärte Geister mögen es für Haarspalterei halten, Tatsache ist jedoch, dass wir einen Weg gehen, der von einem Punkt A zu einem Punkt B führt. Was für „Zeit“ gehalten wird, ist die Bewegung von Dingen im Raum. Unter diesem Gesichtspunkt sind wir selbst ein sich bewegendes Ding im Raum. Und noch mehr. Denn die Bewegung ist sowohl in uns, als auch um uns herum. Die Bewegung in uns können wir als Altersprozess beschreiben. Wollen wir ganz exakt sein, so sind wir niemals, sondern wir werden ständig, wir verändern uns dauernd. Man kann es recht gut nachvollziehen, wenn man sich Fotografien von verstorbenen Persönlichkeiten anschaut. Wer waren sie wirklich? Jener forsche junge Mann, oder dieser alte, würdige Greis? Es wirkt hoffnungslos naiv, sich auf ein Bild von sich selbst festzulegen, und die Fotografie mit ihrer Vorliebe für morbide Sujets enthüllt uns auf eigenartige Weise, dass sie eigentlich eine Kunst der Trauer ist, weil sie den Stillstand festhält, den es nur scheinbar gibt. Doch ihre Trauer ist im Grunde genommen die Trauer der Vergeblichkeit eines Irrtums: in äußeren Bildern inneres Leben fassen zu wollen. Denn andererseits gibt es sehr wohl etwas, das wir wirklich sind, und es mag sogar unveränderlich und ewig sein; allein, man kann es nicht fotografieren! Es wäre nun banal, zu sagen, dieses etwas ist eben die Seele. Denn was können wir uns heute schon unter Seele vorstellen? Um jedoch die Astrologie zu verstehen, und auch um von ihr wirklich zu profitieren, müssen wir eine genauere Vorstellung des Begriffes „Seele“ finden. Wie, magst Du vielleicht sagen, Du bist mir ein schöner Astrologe: ich will von Dir wissen, was es mit mir auf sich hat, und Du willst mit mir über Religion sprechen? Natürlich kann die Astrologie sagen: Du bist soundso, Du hast soundso eine Anlage und Deine Zukunftsaussichten gestalten sich etwa folgendermaßen. Doch nützt das was? Die einzige Möglichkeit, einen persönlichen Fortschritt zu machen, haben wir, wenn wir uns verstehen. Und dieser Fortschritt wird auch die Zukunft verändern. Hier kommt ein weiterer Unterschied zur Psychologie zu tragen. Während die Psychologie glaubt, das Leben zwischen Geburt und Tod zu ihrem Gegenstand machen zu können, bekommt die Astrologie erst dann Sinn, wenn wir akzeptieren, dass unsere aktuelle Existenz in diesem Umfeld ein vorher und ein nachher hat. Das ist einerseits beruhigend, weil wir damit wissen können, dass nach dem Tod mitnichten alles vorbei ist, andererseits verwirrend, weil wir die beiden Pfosten des akzeptierten Realitätsbewusstseins hinter uns lassen, und ein unbekannten, abenteuerliches Terrain betreten. Um den großen Bogen zu schließen: hier liegt der Grund, warum wir von der Außenwelt Reaktionen erfahren, die wir nicht eigentlich auf unser „Ich“ beziehen können, die uns aber dennoch regelmäßig treffen. Denn unser Ich, wie wir es empfinden, ist nicht gebunden an die Bewegung im Raum, die wir für Zeit halten. Das Ich macht Erfahrungen, doch es altert nicht; jedenfalls nicht in dem Sinne, wie der Körper. Daher ist das Horoskop, also der Symbolkreis aus Planeten, Zeichen und Aspekten, vergleichbar mit einer Landkarte, die es uns erlaubt, unseren Lebensschatz zu finden.

Unser „Ich“ ist nicht im Horoskop, es drückt sich nur durch das Horoskop aus, sei es von innen, sei es durch äußere Kräfte.

Uncategorized

Tierkreiszeichen erkennen

Nürnberg 17:53, prima Wetter, zwischendurch Regen, dennoch nett. Macht nicht die Astrologie für den unbefangenen Betrachter zunächst den Eindruck eines unübersichtlichen Wirrwars? Und tatsächlich ist sie das auch. Und auch wieder nicht. Man muß sie studieren, um sie zu durchschauen, um dann aus dem Komplizierten wieder ein Einfaches zu gewinnen. Doch wie groß könnte der Vorteil sein, wenn wir zunächst mit dem Einfachsten beginnen! Um sich davon zu überzeugen, dass die Astrologie ohne Zweifel Gültigkeit besitzt, braucht man nichts weiter als Beobachtungsgabe und Informationen darüber, wann denn unsere Mitmenschen genau geboren sind. Nehmen wir an, Sie finden von 12 Freunden die Geburtszeit, Ort und Datum. Dann besorgen Sie sich von diesen die Horoskope und betrachten erstmal nur drei Faktoren: Sonne, Aszendent und Mond. Um es noch einfacher zu machen, grenzen wir die Betrachtung auf das Optische ein. Suchen Sie zunächst nur nach den charkateristischen Merkmalen, die wirklich im Gesicht erscheinen.

alan-rickman.jpg

Dies ist Alan Rickman, wie manche ihn aus den Harry Potter Filmen kennen. Er hat die Sonne in den Fischen (auch Venus und Merkur), doch den Mond höchstwahrscheinlich im Skorpion. Wenn sie genau hinschauen, können Sie jedoch auch eine starke Waage-Prägung bemerken. Sein Jupiter steht in der Waage. Leider kennen wir die Geburtszeit nicht, doch es wäre denkbar, bei dem langen und markanten Gesicht einen Steinbock-Aszendenten zu vermuten.

rodolf-steiner.jpg

Rudolf Steiner hingegen ist zwar auch Fische-Sonne, sein Mond steht jedoch in der Jungfrau. Und der Ascendent – dies die zweite große Gemeinsamkeit neben der Sonne – ist im Skorpion. Hier sehen Sie die typischen, leidenschaftlichen, vielleicht sogar „stechenden“ Augen des Skorpion-Aszendenten, den viele fürchten, weil er schnell persönliche Schwächen aufdeckt. Diese hat Alan Rickman nicht, und doch kommt Skorpion mit der Charakteranlage durchaus rüber (und passt zu seiner Rolle). Es ist nun fast, wie bei einem Kochrezept (man verzeihe mir den respektlosen Vergleich), die Elemente der zwölf Zeichen zu mischen, und sehr prägnante Grundzüge zu erkennen und zu benennen.

Uncategorized

Mars und Jupiter

Nürnberg, 16:20 – bedeckt und wenig Sonne, jedoch mild. Mars ist in die Opposition zu Jupiter getreten , eigentlich war er dort schon eine Weile drin. Die Astrologen streiten sich gerne um sogenannte „Orben“, das ist die Frage, inwieweit ein Planet innerhalb eines bestimmten Aspekts eigentlich Einfluss hat? Dabei gibt es sowohl die Variante, nur wirklich enge Orben von einem oder zwei Grad zuzulassen, als auch, bereits von einem Aspekt der Opposition zu sprechen, wenn sich Planeten in einem gegenüberliegenden Zeichen befinden. Ich glaube, beides ist zutreffend. Einerseits läßt sich wirklich beobachten, dass es exakte „Auslösungen“ von Aspekten gibt. Wird also ein Quadrat genau 90 Grad, so steht den beteiligten Planeten die maximal disharmonische Energie zur Verfügung. Eine Opposition ist jedoch ein „entweder – oder“ Aspekt. Im Geburtshoroskop wird ein solcher Aspekt gerne aufgespalten: Venus – Mars Opposition? Lebe Du meinen Mars, ich behalte die Venus. Und: warum betrügen mich meine Frauen immer mit meinem besten Freund? Bis man dahinter gekommen ist, wie man selbst durch das planetare Muster seiner Geburt diesen „Betrug“ begünstigt, können Zeiten vergehen. Die aktuelle Opposition ist die von Mars im Krebs mit Jupiter im Steinbock, der dort immer noch von Pluto unterstützt wird, geprägt. Nach der alten Astrologie sind beide Planeten schwach. im sogenannten „Fall“. Die neue Astrologie sieht es nicht unbedingt so. Sie fragt nicht, ist der Planet schwach, sondern: „was macht er in dem Zeichen?“ Mars im Krebs bringt Impulsivität und das Streben nach außen für das Zeichen, welches Familie und Vater- oder Mutterland bedeutet. Ich erkenne im Zeichen Krebs vor allem den Energiewirbel, das in sich statische Kraftpaket, wie wir es bei einem Hurricane ebenso beobachten können, wie bei einer Galaxie.

 

galaxie.jpg

hurricane.jpg

Offensichtlich handelt es sich bei beiden Formen um Erscheinungen des Lebens, denen ein einziges Prinzip zugrunde liegt. Dieses Prinzip stellt die Astrologie als das Zeichen Krebs dar.

krebs.gif

Die Kraft, die Mars hier aus dem Zeichen vermittelt oder stört, verbindet sich auch im Menschen mit den tiefsten Emotionen; allein deshalb gilt das Zeichen als Familien- und Vater- oder Mutterlandzeichen, weil wir moralisch an den Code der Familie gebunden sind. Entwickelt sich die menschliche Moral zum Weltbürgertum und im Sinne der christlichen Lehre von der Menschheitsfamilie, so müßte auch die alte Zuordnung modifiziert werden. Steinbock, wo Jupiter ist, ist seit altes her der „Ziegenfisch“, und gehört also wie Zwilling, Schütze und Fische zu den Doppelsymbolen. Manchmal sagen Bilder mehr als Worte. Schauen wir Ernst Barlach, dem Bildhauer der Menschlichkeit ins Gesicht. Er ist am 2. Januar 1870 geboren, und sein Gesicht zeigt den Steinbock auf eindrucksvolle Weise. Ernst Barlach hat Sonne, Mars, Merkur und Mond im Steinbock. Es gehört zu den Eigentümlichkeiten dieses Zeichens, dass die Deutlichkeit der Physiognomie erst im Alter wirklich ausgeprägt ist. Übrigens ein eindrucksvolles Zeugnis für den tropischen Tierkreis; siderisch wäre Barlach Schütze, doch so sieht er wirklich nicht aus:

ernst-barlach.jpg

Können wir nun erkennen, welche Kräfte sich hier, verstärkt durch Pluto, gegenüberstehen? Mars bleibt bis zum 9. Mai im Krebs. Da nun Jupiter im Schützen ist, stehen sich die Kräfte des weisen Zeus (Jupiter), vereint mit Hades (Pluto) und Chronos (Saturn als Herrscher des Steinbocks) mit denen von Ares (Mars) und Selene (Mond) gegenüber. Wieviel davon als Familienstreit und Volkstümelei über uns kommt, hängt maßgeblich davon ab, ob wir uns der Vergangenheit oder der Zukunft zuwenden wollen. Jupiter trifft sich mit seinem Vater Chronos (Saturn), der den Hintergrund des Wachstums, das Jupiter immer bietet, darstellt. Also: nicht wachsen soll das Nationalgefühl, die Familienbande, ect. Das gilt für Tibet und China gleichermaßen. Morgen mehr zum Thema.

Uncategorized

Olympisches Feuer und Supernova

Nürnberg, den 24. März 2008 15:10 – wie kann es um diese Zeit nur so kalt sein? Aber immerhin scheint die Sonne.

Die Supernova am 19. März ist astrologisch keinesfalls irrelevant, aber es ist mir noch nicht gelungen, herauszufinden, aus welcher Himmelsregion sie kam. Alle schreiben voneinander ab. Man will wissen, das Licht dieser Explosion sei die unfassbar lange Zeit von 7,5 Milliarden Lichtjahren unterwegs gewesen. Und solches ist dann hier auf Erden doch mit bloßem Auge zu beobachten. Nun wird wohl verkündet, diese Explosion sei am 19. März um 02:12 beobachtet worden, jedoch nicht, nach welcher Zeitrechnung. Die 7,5 Milliarden Lichtjahre machen – das kommt im Ton wissenschaftlicher Gewissheit rüber – die Hälfte des Universums aus. Nanu? Haben wir schon eine Messung für´s gesamte Universum, dass wir von einer Hälfte sprechen können? Und was, bitte, ist dahinter? Es mag für manche ein bischen weit hergeholt sein, doch diese Mentalität, Dinge als Gewissheiten zu verkünden, die in Wirklichkeit völlig unbekannt sind, wie zum Beispiel das „Alter“ des Universums und ähnlicher Unsinn, das erinnert mich eben an die Geisteshaltung der auf dieser Welle der Ignoranz mitreitenden Machthaber in Peking. Dabei bräuchten sie keine Angst vor der Demokratie zu haben: würden in China freie Wahlen abgehalten werden, hätte die KP allemal die absoluteste Mehrheit. Nein, sie wollen nicht, weder die einen, noch die anderen. Im Hirn haben sie eine Verstopfung. Urknall? Dann müßten wir wirklich im Mittelpunkt des Universums stehen, um solches überhaupt feststellen zu können. Tatsächlich kommen der Erde einiges Systeme entgegen, andere entfernen sich von ihr. Wir wissen sehr wenig. Doch mit solchen Theorien wie der des Urknalls hat sich das Mittelalter quasi seitenverkehrt im pragmatischen Materialisten-Verstand niedergelassen, von wo aus man die fernen, unaufgeklärten Zeiten belächelt, ohne den Schatten zu sehen, der sich auf der eigenen Seele niedergelassen hat.

Wenn wir uns das Horoskop für den Beginn der Olympischen Sommerspiele anschauen, den die Omen-gläubigen Chinesen auf den 08.08.08 um 08:08 PM gelegt haben, so versprechen diese wirklich, jenes Ereignis zu werden, das mit der Supernova aus fernsten Fernen unseres belebten Universums korrespondiert. Fische steigt zu diesem Zeitpunkt im Osten auf, es fließen Welten zusammen. Doch Uranus steht in den Fischen. Er bildet ein Trigon mit dem Skorpion-Mond im achten Haus. Der Mond ist das Volk, und im Haus acht sind dessen Gefühle intensiv und verborgen, nicht unbedingt offen sichtbar. Pluto, der diesen Mond disponiert, ist wieder zurück in den Schützen gegangen und dominiert als Autorität das Feld der öffentlichen Wirkung, Haus 10. Er bildet eine Quadrat-Stellung zu Mars, der im Publikums-Feld (7) ist. Es wird also durchaus heftig. Und Uranus in den Fischen in Haus 1 sagt: hier werden die ineinander fließenden Völker einen Impuls der Freiheit spüren, der sich nach der Rückläufigkeit von Uranus am 29. November erst richtig bemerkbar machen dürfte. Venus und Chiron stehen in Opposition und in Konjunktion mit dem Grad der Mondfinsternis vom Februar. Chiron, der verletzte Heiler, befindet sich sogar in gradgenauer Konjunktion mit dem Mondknoten. Verletzt ist das kollektive Unterbewußte ohnehin schon, wie wär´s also mit Heilung? Doch Venus in der Jungfrau in Konjunktion mit Saturn spricht gegen eine lustige Party, wozu man kein Hellseher sein muß, solches vorauszusagen. Dass dennoch etwas passiert, sagt Jupiter im Haus 11 der Freiheit und Freundschaft, der zum Glück mit Saturn ein Trigon bildet und (!) Plutos Dispositor ist. Es ist also vernüftig, das Krokodil der Staatsmacht in die Pflicht zu nehmen. Man wird den Frust im richtigen Sinne zum Impuls der Freiheit machen. Mars, ebenfalls in der Jungfrau und mit bekanntem Quadrat zu Pluto, wird für Ordnung durch die ewig gestrige (Pluto rückläufig) Staatsmacht sorgen, zu spüren bekommen es wohl die Besucher (Haus 7).

Das Bild wird scharf, wenn man einmal und dann noch einmal draufklickt!

olympische-spiele.gif

 

supernova.jpg

 

 

Uncategorized

Auferstehung

Samstag, den 23. März 2008 14:41 – leider immer noch kalt und jetzt dazu noch trüb. Zumindest dem Wetter nach keine frohen Ostern. Was Jesus angeht, tue ich mich schon recht schwer mit dem Glauben an seine wirklich körperliche Auferstehung. Meinem Unglauben hat ein Leserkommentar geholfen zu einem Jesus-Buch bei Amazon. Der Autor ist anonym:

„Es geht darum, einfach zu leugnen, dass Jesus Christus kein „Sozialarbeiter de luxe“ war, sondern dass er mit dem von ihm vollbrachten Wunder der von ihm vollbrachten Auferstehung d i e entscheidende Leistung der Menschheitsgeschichte vollbracht hat. Und weil im Universum keine Ursache ohne Wirkung bleibt, wurde er kraft dieser Leistung der Herrscher über den gesamten Kosmos.“

Mir fällt es leicht, mich dem Neuen Testament philosophisch zu nähern, und da sind viele Aussagen noch wesentlich tiefer, als selbst die tiefsten Interpreten dies vermuten mögen. So in etwa jene: „Lasse deine linke Hand nicht wissen, was Deine rechte tut.“ Mißtraue Deiner eigenen Vernunft. Glaube nicht an den gesunden Menschenverstand, könnte er doch krank sein. Den Krieg, den Jesus führt, leitet er meines Erachtens gegen jene „Götter“-Macht, die die Menschheit vor tausenden von Jahren unterworfen hatte, sich physisch mit ihr vermischte und von ihr „Opfer“ verlangte. Da stellt sich nun die Frage: „Brauchen wir Opfer?“ , „Wozu sind Opfer da?“ Natürlich liegt es sehr sehr nahe, das Hinschlachten des Heilands im psychologischen Sinne als Wiederholungstat der Urzeiten zu begreifen und seine Deifizierung als Umkehrung der Tatsachen, um die Schuld zu tilgen. Wozu braucht Gott ein Opferlamm, wenn doch derselbe Gott Abraham abgehalten hat, seinen Sohn zu opfern? Das Neue Testament bietet in der Tat auch den Ausweg, diese ganze Geschichte als Kriminalstory einer Trickfälschung aufzufassen: das leere Grab, der Essigschwamm, Betäubungsmittel im Essig, der Zwillingsbruder vielleicht. Unter diesen Umständen wäre Jesus tatsächlich auferstanden, er hätte schlicht die Kreuzigung überlebt. Es gab eine Zeit, da wünschte ich mir, es wäre so gewesen, denn mir kam jeder, der frag- und klaglos die Opfer-Geschichte hinnimmt tendenziell blutrünstig und kannibalistisch vor. Tatsächlich ist das Geschehen in einer Art geschildert, die, bis auf den Speerstoß in die Seite, eine solche Lese-Variante möglich macht. Dazu kommt natürlich, dass Jesus die gesamte ägyptische Osiris-Horus Tradition des gestorbenen und wiederauferstehenden Gottes auf sich nimmt, und tatsächlich ist der Kult der Kirchen ein Mischkult in den auch viele ägyptische Elemente eingegangen sind, beispielsweise die Glöckchen zur „Wandlung“, die in der Antike die Sistren waren. Tatsächlich sind die kultischen Parallelen so vielfältig, dass es umgekehrt richtig erscheint, Abweichungen zu suchen. Hätte Jesus diese Kirche gewollt? Ein anderer Weg wird von den Antroposophen beschritten. Sie haben eine Lehre der Leiblichkeit, wonach Jesus nicht körperlich auferstanden sein muß, sondern sein Ätherleib, ein Teil seiner Leiblichkeit. Er hätte demnach keine physische Auferstehung gebraucht, sondern wäre durch die Kraft des Geistes denjenigen körperlich erschienen, denen er erscheinen wollte, um sein Werk fortzusetzen. Er wäre gewissermaßen post-mortal in der Lage gewesen, seinen Leib in die Vorstellungswelt der Menschen zu projezieren. Wenn man nun noch akzeptiert, dass alle Welt Vorstellung und Wille sein mag, hat man eine reale Grundlage für die Auferstehung, und zwar als physische Auferstehung auf einer geistigen Superebene. Die Antroposophen wollen wissen, wo die Linie zwischen „physisch“ und „geistig“ verläuft und sie haben eine Wissenschaft daraus gemacht. Einen leichteren Zugang zu solchen Vorstellungswelten findet, wer schon einmal Geister oder Erscheinungen wahrgenommen hat. Diesen ist zumindest klar, dass es so real auf der Welt nicht zugeht, bzw. das Reale einen neptunischen Überbau besitzt. Aus der Wiedergeburtslehre ließe sich auch die Menschheitsschuld verstehen, denn jene opfernden Kannibalen der Frühzeit waren wir demnach selbst. Solchermaßen liest sich das Alte Testament keinesfalls als Geschichte eines blutrünstigen Gottes, sondern als Bericht einer zärtlichen Kontaktaufnahme zu Menschenwesen, die aus einer weit schlimmeren Vergangenheit kommend ihre eigenen Erstlingsgeburten opferten und dann ihre Vorhäute, bis sie schließlich, Stufe für Stufe von Gott aus dem Exil der inneren Barbarei heimgeführt bemerkenswerteweise nach und mit Jesus auch dieses, die Beschneidung – im Prinzip zumindest – für obsolet befanden.