Ritualisierter Militarismus der Presse

Liebe Leser,

hab da neulich beim Ausmisten alter Akten der Patentanwaltschaft meines Vaters* eine Zeitung von 1936 gefunden – „Badischer Bote“ oder so – man war nur mit dem Aufbau des Friedens beschäftigt, obwohl das Hakenkreuz bereits unterm Traditionslogo platziert war. Und genau so ist es mit dem aktuellen Pressemilitarismus. Er funktioniert über Bilder: wen wir sympathisch finden sollen, der wird mit sauberer Kampfkleidung im Sandsack-Adlernest  der syrischen Wüste hinter seiner wachsamen MG dargestellt.

Dabei ist es völlig unerheblich, ob das „verschwörungstheoretisch“, also mit Bewußtsein und Absicht, oder hypnotisiert geschieht, bei dem, was eben die Presseleute machen, denn wesentlich ist, daß es nunmal geschieht.

Beispielsweise jeden Tag und immer wieder das Faszinosum Kriegstechnik im High-Tech Sonnenuntergangs-Panorama: Tornado hier, Tornado da – wieder tolle Panzer zu liefern an böse Saudis? – schon gibt´s ein dynamisches Agentur-Bild des unschlagbaren „Leopard“ dazu – in Norwegen müssen auch Frauen zum Militär, aber nur die Besten? – sofort gibt´s ein Bild von der in Freiheit über Kimme und Korn durchs Fernrohr zielenden „Kämpferin“. Auch die linken Blätter – JUNGE WELT – spielen bei der Verklärung mit, wenn man Geschlechter gerecht&neutral im Holzschnitt-Stil verfremdet den photo-ästhetischen S/W-Modus der Che Guevara Rebellen-Ästhetik wahrt, gern auch in Kolumbien zwischen „linker Guelliera“ und „rechten Paramilitärs“ – wo jetzt freilich Frieden herrschen soll, Gott sei Dank: vielleicht auch, weil keiner mehr Bock hat, über die Morde & Massaker nach 30 Jahren zu berichten?

Natürlich ist der SPIEGEL mit dabei – wenig Ausgaben ohne Bild vom „Führer“ beim Tanz mit Fräulein Braun plus Schäferhund und Alpenpanorama.

Wie mit Bällen jongliert die Presse mit Begriffen: „Rebellen“, „Terrormiliz“, „Oppositionelle“, „Widerstand“, „Freie Syrische Armee“, „Al-Quaida“, „Al-Nusra-Front“, „Aufständische“, „Is-Kämpfer“, „Koalition“, „Peschmerga“, etc. pp. – wobei das jeweils Wichtigste die vermeintlich klare Zuordnung ist.

http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/russland-reklamiert-tod-von-is-anfuehrer-al-adnani-fuer-sich-14414164.html

Haben Sie es bemerkt? Hier wird, wie im wilden Westen, der Kopf gehandelt und man nimmt – ritualisierter Kampf – die Nachrichten des Feindes ernst. Allen Ernstes Ernst! Und der Feind spielt mit in seiner Rolle: wie nach uraltem militärischen Heldenbrauch wird der Tod eines Führers auch noch verkündet, anstatt verheimlicht. Unsere Presse nennt das: „Der Is hat auf seiner Nachrichtenseite bestätigt … “ Ich les die nicht … !

„It´s a fools game“ – vielleicht wäre der ganze „Isis“-Pseudo-Perverskult weg, wenn man die Presse bitten könnte, für eine Weile ihre Anbetung des Krieges in Wort & Bild zu unterbrechen, und ihre eigentliche Aufgabe wahrzunehmen: nämlich die Kontrolle der Mächtigen zum Wohl des Volkes. Zu viele Online-Journalisten leben direkt oder indirekt von Larry Page, Google, der 2015 mal eben so 150 Millionen dem deutschen Online-Pressewesen „stiftete“ …

In den USA übrigens – so erzählte mir mein Neffe – funktioniert die Kontrolle der Presse über die Blogs – deshalb ist vermutlich das Land in Bewegung. Hier in Deutschland regiert – weil sie staatlich alimentiert wird durch die Rundfunkverquickung – die Presse nach wie vor. Und obwohl sie aus dem letzen Loch pfeift, die „Lügenpresse“ – taugt sie allemal zur Kriegsvorbereitung.

Sollten wir zumindest durchschauen.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus

P.S.: Mars überholt deutlich Saturn und wird im Schützen zum Krieger der tieferen Wahrheit, Venus macht kommunikativ und intensiviert die Begegnung. Merkur ist definitiv rückläufig: „Mit Ruhe & Gemütlichkeit … „

∗ Mein Vater ist 1931 geboren – die Zeitung stammt von einem Klienten.

3 Gedanken zu “Ritualisierter Militarismus der Presse

  1. Hermann

    Sers Markus,

    lass mich bitte nur einen Punkt aufnehmen, der so häufig durch den Medienwald rauscht, dass er schon fast wieder unsichtbar ist. Dank Dir hier, wird er wieder offenbar.

    Was heißt denn ‚der IS hat auf seiner Nachrichtenseite bestätigt, dass….‘?
    Soll man davon ausgehen, dass unsere Presseleute diese Seite kennen und studieren? Was bringt sie dazu, das zu glauben, was dort steht? Gilt das dann nicht auch für Nordkorea, China, Russland, Iran etc.pp? Oder ‚glauben‘ sie es, weil sie vermitteln wollen, dass die Medien ’sauber‘ sind, also korrekt durchforsten, integer und wahrhaftig sind?
    Ich erinnere an eine Kampagne in den USA vor etwa 20 Jahren, als Altpräsident Jimmy Carter im Fernsehen die Jugend aufmerksam machen wollte, doch sich mehr der Information aus den Zeitungen zu widmen (ich erinnere leider nicht, ob das gegen das aufkommende Internet gerichtet war). Jedenfalls war die Botschaft, dass Zeitungen eine höchst verlässliche Quelle für Information, sprich eine bewusstseinsbildende Kraft hätten, der man unbedingt vertrauen dürfe.

    Wir kommen nicht umhin, uns der Zunft zu widmen. Schließlich besteht doch immer die Möglichkeit, dass etwas für einen suchenden Geist Verwertbares zu finden ist. Das meiste kann getrost beiseite gelassen bleiben. So kann man sich viel Zeit ersparen für diese Art von ‚Literatur‘. Ich widme mich lieber den wirklichen hoch-, tief- und weitgeistigen Texten Rudolf Steiners, wo aus jedem Satz ein Ganzes offenbar wird.

  2. Hermann

    Lieber Mythopoet,

    darf ich fragen Herr Kollege, wie Sie auf Peter Schübel kommen? Kennen Sie ihn vielleicht? Das wäre ja was. Denn eine Querverbindung muss es ja geben um ihn zu finden. Nun, leider sind aber auf seiner Webseite keine Kommentare möglich (oder gar erwünscht), sonst hätte ich ihm schon hie und da geantwortet. Er hat das Elementarste dafür, nämlich sich eine Grundlage durch Studienarbeit des anthroposopischen Geistesgutes zu verschaffen, nicht getan, sich aus unseren Gesprächen nur irgendwas gemerkt oder sonstwie notiert, und dann diese Texte verfasst.

    Beeindruckend finde ich es schon, wie er es fertigbringt, so lange konfuse Texte zu schreiben, in denen er dann so alles Mögliche ‚verarbeitet‘. Ich verstehe nun nicht, wie sie dieses Chaos – ist es für mich – als herausragend bezeichnen können. Da ist keine goetheanistische Arbeitsweise zu finden. Es ist nirgends ein roter Faden zu erkennen. Sein Sammelsurium von Textstellen aus der Gesamtausgabe verhilft auch nicht zum Durchblick. Es sind einfach zu viele Fehler in seinen Ausführungen, so dass ich bald aufgehört habe seine Texte zu studieren.

    Für den geistig sich Betätigenden ist das – für mich – ein gutes Beispiel wie man sich der Anthroposophie nicht annähern kann. Sie wird viel zu leicht verzerrt, wie Sie sicher selbst wissen, wenn man nicht den geisteswissenschaftlichen Weg geht, der Grundlage für Aussagen dieser Art sein muss. Und wenn man so macht wie er, dann muss man sich unbedingt der Verantwortung gewahr zu sein, wie man etwas veröffentlicht. Und um sich in der Tugend der Unterscheidungsfähigkeit zu erüben, ist es unabdingbar sich dem Werke Rudolf Steiners erst einmal mit allen geistig-seelischen Konsequenzen zu öffnen. Es wird eine neue Welt aufgetan. Aber die kommt nicht durch Zitieren und einem bisschen Lesen.

    Viele Grüße

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