Liebe Leserinnen und Leser,
Herbstanfang, offensichtlich. Und gleichzeitig ein Tag, der das überlegene Konzept der Astrologie gegenüber der herkömmlichen Kalenderrechnung demonstriert: denn Herbstanfang ist einfach die Tag- und Nachtgleiche, die man gemäß der Einteilung der astrologischen Tierkreiszeichen so bezeichnet: hier ist Null-Grad Waage festgelegt, da sind Tag und Nacht gleich lang. Und zwar sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel der Erde, wo jetzt allerdings nicht der Herbst beginnt, sondern der Frühling: Waage ist auf der Südhalbkugel folglich ein Frühlingszeichen!
Nicht das Sonnenzeichen ist auf der Südhalbkugel umgedreht, sondern der Aszendent. Zur selben Zeit am genau entgegengesetzten Punkt der Erde geboren, hätten wir alle den Deszendenten zum Aszendenten. Das macht natürlich einen Unterschied, auch, wenn sonst (fast) alles gleich bleibt. Ist aber interessant für eine Philosophie der Astrologie, weil es ausschließt, die Astrologie primär jahreszeitgebunden zu interpretieren. Zwar hilft es, sich die Steinböcke cool zu denken, weil´s im Winter bei uns friert, aber auch in Südafrika sind Steinböcke Steinböcke, selbst, wenn es im Sommer zur Steinbock-Zeit dort die größte Hitze hat.
Hier kommt man nur mit den Feldern morphischer Resonanz von Sheldrake weiter: mag die Astrologie zwar näher am Äquator, aber doch auf der nördlichen Halbkugel entstanden sein, so war sie sicherlich von Anfang an als weltweites Konzept gedacht, denn unsere Vorfahren waren im Sinne eines kulturellen Netzwerks u. U. mobiler, als wir heute, wie zahlreiche kulturelle Blaupausen der Megalith-Kulturen weltweit nahelegen.
Unteres Horoskop läßt sich als Ereignisbild für den gesamten Herbst – also bis zur tiefsten Winternacht lesen: der Jungfrau-Aszendent läßt uns auf sehr praktische Ergebnisse hoffen, Merkur hat keine luftigen Flausen im Kopf, sondern packt erdnah mit an. Daß dieser Herbst mit einem Vollmond beginnt, und daß es gleich zwei Waage-Sonnen und Widder-Mond Vollmonde geben wird, verstärkt den Eindruck, den Jupiter und Uranus mit dem Mond darstellen: der praktischen Seite wird ein emotionaler (Mond) und sehnsuchtsvoller (Fische) Wunsch nach vergangener (Rückläufigkeit) Offenheit entgegenstehen. Saturn in der Waage birgt im zweiten Haus den Gedanken der Haushaltskonsolidierung. Geld in Ordnung bringen: sieht auf europäischer Ebene und bei den Banken auch tatsächlich danach aus: obwohl die Schulden nicht weniger werden, sondern immer noch wachsen. Ziel ist Haus 10, Zwilling: wieder beweglich werden. Venus und Mars im Skorpion im Haus 3 zeugen von hohem und psychologisch (Skorpion) fundiertem Gesprächsbedarf zwischen Frau und Mann.
Das Neumondhoroskop sät in der Waage die praktische Saat der Logik und Schönheit. Mit anderen Worten: praktisch in diesem Herbst ist, was auch schön ist. Das passt ausgezeichnet zur Joseph Beuys Renaissance – mit dem einzig relevanten und modernen Kunstbegriff überhaupt, hinter den wir gerade pervers (Damian Hirst, Koons, morbider Neo Rauch und so … ) zurückgefallen waren/sind: „Jeder ist ein Künstler“.
Mit freundlichen Grüßen!
Markus





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