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Gedanken, angeregt durch Burkhard Müller

Liebe Leserinnen und Leser,

gestern habe ich von diesem Schützen in der Süddeutschen einen starken und geistreichen Artikel gelesen mit dem Untertitel: wie die Globalisierung den Raum vergaß. Von der Raum-Wahrnehmung bis zur Europa-Politik spannt er darin einen weiten Bogen.

Im Prinzip wird Raum durch die Egalisierung der Welt-Marken geschrumpft: welche Skyline? Welcher McDonalds? Ist das wichtig? Spielt das eine Rolle?

Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik : „Blitzhelle Zeitgenossenschaft“ | Literarisches Leben | boersenblatt.net

Burkhard Müller, 10.12.1959, Schweinfurt, keine Zeit

Wer hier: Burkhard Müller – Wikipedia einmal sein Foto anschaut, findet interessanterweise das Schütze-Widderhafte stark repräsentiert, im Horoskop durch den Mond.

Durch diesen Artikel in der Süddeutschen angeregt, möchte ich den Gedanken erklären, der mir schon lange durch den Kopf geht: könnte es wohl sein, daß sich mit dem Aufkommen der Fotografie unsere Tiefenwahrnehmung des Sichtfeldes sich dahingehend verändert hat, daß wir – mehr und mehr – überhaupt die Tiefe des Raumes gar nicht mehr sehen und wahrnehmen, was hier Hand in Hand geht?!

Um seine Relativitätstheorie zu erklären, reduziert Einstein auch den drei-dimensionalen Raum zu einem zwei-dimensionalen: wie würde sich den Scheibenweltlern eine dritte Dimension zeigen? Und dies in der Art freilich sagt er nur, um uns das Modell einer vierten Dimension plausibel erscheinen zu lassen. Immer noch geht die Wissenschaft überlegen lächelnd diesen Weg, um ihre Evidenz grundlagen-forschend auch in der Anschauung zu verknoten, um uns nachgerade auch Modelle von 12 oder mehr Dimensionen zum möglichen Denkmuster werden zu lassen.

Es könnte jedoch sein, daß schon die erste Abzweigung, die einsteinsche falsch war: unser Raum hat nur drei Dimensionen.

Alles andere könnte sich als ein system-immanentes Simulakrum der Mathematik erklären lassen.

Und während eine Theorie mit falschen Grundlagen zur Denkmatritze avanciert, vor der es gar kein Entrinnen mehr gibt, arbeiten Film und Foto gleichzeitig aber unmerklich daran, unseren optischen Sinn unmerklich und kontinuierlich der Zwei-Dimensionen-Idee anzupassen.

Die Grund-Idee zu dieser Anpassung ist sicherlich im Höhlengleichnis Platons bereits skizziert.

Nur ab und an, bei einer Wanderung vielleicht, in besonderen Momenten hoch über dem Tal oder mitten im Urwald atmen wir plötzlich dieses ungeheure Gefühl des erhabenen Raumes, in dem wir selbst eine Erscheinung sind, ein raum-einnehmendes und lebendiges Wesen.

Mit freundlichen Grüßen!

Markus