Nürnberg 17:03 – mild und angenehm. Den Dax verfolge ich erst seit einer Weile astrologisch, aber es ist bemerkenswert, wie genau er den planetaren Bewegungen folgt:
Bitte wieder zweimal auf´s Bild klicken. Im Augenblick fällt der Dax stark. Er ist eine geborene Steinbock-Sonne, und hat gerade den Jupiter Transit hinter sich. Neptun nähert sich bedrohlich der Venus, es geht also noch tiefer abwärts. Erhohlungsphasen versprechen Merkur und Venus, die bald Jupiter berühren, der immerhin Mitregent von Haus 2 ist. (Zusatz 18.04.08: tatsächlich läuft es so, Venus ist im Orbis von 6 Grad und schon geht es aufwärts, faszinierend!) Auch die Sonne ist am Jupiter eben vorübergegangen. Sonne über Jupiter, Jupiter über Sonne: man spricht von Rezeption, allerdings etwas schief, weil die Zeichen nicht stimmen. Ich berate Kunden gerne wegen ihres Portfolios, allerdings will ich die Sache erst noch mindestens ein Jahr beobachten. Das wäre sonst nicht seriös. Besonders interessant wird Uranus auf dem Mondknoten. Saturn rückläufig in Haus sieben mag dafürhalten, dass der DAX auch anderen Börsen im Augenblick keinen Gewinn beschert. Doch Jupiter wird im November nochmal über 20 Grad Steinbock gehen, wo die Dax-Sonne steht, und deshalb glaube ich, bis dahin hat sich der Markt erholt. Mir geht im Prinzip schon das aufdringliche Gehabe auf die Nerven, mit der spätestens nach Ausschüttung der TeleCom Aktien jeder Provinzsender im Radio die Hörer fast stündlich mit Börsennachrichten nervt, als hätten diese Geldesel-Gläubigen ein Recht auf Anteilnahme. Die ganze Kriese läßt mich mal wieder daran zweifeln, ob die Geld mit Geld Verdienerei nicht letztlich ein Problem ist. Wäre damit in Deutschland nicht auch so schnell der Antisemitismus-Vorwurf berechtigterweise anzubringen, weil man im Mittelalter den jüdischen Glaubensbrüdern das Handwerk verbot. Etwas von diesem Mief steckt immer noch in jeder Handwerkskammer; man schaue sich dort in den Eingangshallen um. Da nun aber Deutschland dank der Raub-Kapitalverzinsung des zweiten Weltkriegs Land der weltgrößten Versicherungen ist, Gebilde, die dafür bekannt sind, den Geld-Geld Kreislauf souverän zu ihrem Vorteil zu lenken, darf man schon ein wenig schimpfen. Gegen diese anonymen Besitzer ist schlichtweg kein Kraut gewachsen. Ein Beispiel: unterläuft einer Hebamme ein Behandlungsfehler, der zum Nachteil des Kindes wird, unter Umständen einer Behinderung, so müssen die Eltern die Hebamme verklagen, wollen sie denn Leistungen von der Versicherung beziehen, selbst, wenn das nicht in ihrem Sinne ist. Umgekehrt wird „Behandlungsfehler“ am Standart der medizinischen Technik gemessen, die oft genug der Fehler selbst ist: in diesem Fall aber hat der behandelnde Arzt sich nichts zu schulden kommen lassen. Hat er doch sein Gehirn aus, den Apparat aber angeschaltet. So regieren die Versicherungen indirekt die Norm und schränken unsere Freiheiten schon im Kleinkindalter ein: „Dieser oder jener Ausflug ist nicht machbar, die Versicherung würde nicht zahlen wenn …,“ so lautete der Standartspruch meiner Schulzeit. Bei Brustentzündung durch Stillprobleme sofort Antibiotika, auch wenn es falsch ist, sonst zahlt die Versicherung vielleicht nicht. Kind abgestillt, Mutter unglücklich. Wir leben in einer Versicherungsdiktatur und sind wahrscheinlich selbst schuld daran. „Hypertrophierte Verwaltungsdiktatur“ nannte das Hans Wollschläger selig. Unheimlich ist nur, dass der ganze Kapitalberg, auf dem die sitzen, die Rendite des Kolonialzeitalters darstellt. Graue Männer mit Zigarren im Maul, ganz wie bei Michael Ende, und auf Haiti wissen sie nicht mehr, wie sie Brot bezahlen sollen. Hinweg, trübe Gedanken: Frühling komme!

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