Mundan

Jupiter und Saturn


Liebe Leserinnen und Leser,

schaut man sich die Auslösungen in der Astrologie genau an, dann macht es oftmals den Anschein, als würde Jupiter gerne seine Versprechen brechen, während Saturn die Regeln streng einfordert. Gemäß der Wirkmächtigkeit ist Saturn freilich der Stärkere – er ist weiter weg. Dennoch gibt es zwei gute Gründe, Jupiter einerseits zu vertrauen und andererseits ganz genau zu überlegen, wie man seine Segnungen nutzen und begreifen kann. Es sind einige Punkte, die Jupiters Wirksamkeit „umleiten“ oder schwächen: zum ersten ist Jupiter kein Zwang. Wäre Jupiter Zwang, so wäre er nicht Jupiter, sondern Saturn.

Bilder: Nasa

Das bedeutet, wir müssen ein Mindestmaß an Beweglichkeit anbieten, um seiner Segnungen anteilig zu werden; man unterschätzt gemeinhin, wie sehr unsere Zeit insgesamt Jupiter (und Venus!) kontradiktisch ist – das sind die verholzten, festgelegten, unentrinnbaren Strukturen, 99 % Standbein, 1 % Spielbein – das Leben um zu leben – jenes Jupiterhafte der gefeierten Feste, wenn sie fallen, ist zur ungepflegten und zum Teil sogar schwer erträglichen Farce verkommen. Ein Event im TV hat mit Jupiter nichts zu tun, sondern höchstens mit Neptun (negativ = Simulation) und Saturn (alles festgelegt, Aufzeichnung). Und wenn mal was im TV passiert, etwas außer der Regel, dann – und daran erkennt man gut, wie außergewöhnlich Erlebnis überhaupt wurde – dann ist es ein Skandal oder eine bittere Tragödie, die keinen Tag später „Fernsehgeschichte“ ist. Wo Lärm gefallen könnte, muß erst Stille sein: – doch wo ist Stille? Daher haben Jupiter (und Venus!) es schwer. Saturn (und Mars!) hingegen brauchen wir nicht zu suchen, den finden wir überall. Jeder Brüllaffe, der eine Maschine bedient (während er glaubt, sie bediene ihn) hat groß-Protz-Mars –  den Tiger im Tank und Saturn bedient er obendrein im Sinne der Manifestation des langsam zusammenwachsenden Ge=stells der Verfügbarkeit aller Ressourcen und des Abfackelns seiner eigenen, potentiell lieblichen Menschlichkeit – ein Jammer.

Will man daher die Segnungen Jupiters ins Leben lassen, so bedarf es oftmals eines Befreiungsschlags oder „Rostlösers“, um Großzügigkeit überhaupt erst wieder ins Leben zu lassen – es geschieht nicht von selbst.

Der zweite, astrologische Grund, das sind oftmals die eingeschlossenen Häuser. Wenn Jupiter in einem Haus mit einem (nach Placidus) eingeschlosssenen Zeichen geht, muß man sich den Herrn oder die Herrin des eingeschlossenen Zeichens angucken, um zu erkennen und freizusetzen, wo denn Jupiter „wirkt“. Erst kommt dann der Zeichenherrscher, dann der transitierende Planet.

Und freilich: wenn, wie zur Zeit, Jupiter in Opposition zu Saturn steht, dann ist es ein Tauziehen der beiden großen Klassiker, dann sind beide gar nicht solo zu denken, sondern Jupiter ist in seiner Entfaltung gehemmt und Saturn in seiner Strenge herausgefordert.

Mit freundlichen Grüßen

Markus