Uncategorized

Anton Zeilinger

Nürnberg 18:08 – Anton Zeilinger ist ein Stier mit (höchwahrscheinlich) Jungfrau-Mond (20. Mai 1945), eine sehr geerdete Persönlichkeit. Zeilinger wurde besonders durch seine medienwirksamen Experimente zur Quantenteleportation in Innsbruck und Wien bekannt, wo er Vorstand des Instituts für Experimentalphysik ist. 2006 wurde er zum Dekan der Fakultät für Physik der Universität Wien bestellt. Folgendes sagt er in einem kurzen Interview, der Sonntags-FAZ entnommen:

FAZ: Verschränke Objekte kollabieren bei einer Manipulation sofort, also mit Überlichtgeschwindigkeit, was im Widerspruch zur Relativitätstheorie steht. Trotzdem lassen sich damit keine Nachrichten mit Überlichtgeschwindigkeit senden …

Zeilinger: Nein, weil die Einzelergebnisse zufällig sind. Ich kann nicht beeinflussen, was für ein Messergebnis ich hier an meinem Teilsystem bekomme. Ich weiß zwar, dass mein Kollege da drüben das gleiche Resultat sieht. Aber darin ist eben keine Nachricht enthalten, weil die Messergebnisse zufällig sind.

FAZ: Hier rettet also die Quantentheorie die Relativitätstheorie. Trotzdem ist eine Zusammenführung der beiden Theorien bis heute nicht gelungen. Jetzt hofft man auf die Stringtheorie …

Zeilinger: Ich glaube nicht, dass die Lösung aus so einer Ecke kommen kann, sondern da geht es um grundsätzliche Neuformulierungen unserer Ideen von Raum und Zeit. Allein die Tatsache, dass die intelligentesten unter den Physikern seit über siebzig Jahren an solchen Theorien arbeiten und noch keine Lösung gefunden haben, zeigt mir, dass wir etwas fundamental anderes machen müssen.

Ist es nicht bemerkenswert, wie klar die Männer (und Frauen), die wirklich Durchblick haben, eine so einleuchtende Tatsache erkennen, und mit was für einem Aufwand an Dogmatik und Zynismus das Naturwissenschaftliche Fußvolk sich an ein überkommenes Paradigma klammert?