Personen, Poetry, Weltbild

Alles Fühlt

Andreas Weber 04.11.1967, keine Zeit, Hamburg

Liebe Leserinnen und Leser,

es kommt gar nicht so oft vor, daß ein studierter Biologe uns eine Innenschau des naturwissenschaftlichen Betriebes liefert, und dennoch in der Lage ist, im wahrsten Sinne des Wortes Zeugnis abzulegen von den unbekannten Welten jenseits der geistigen Begrenzungen, in denen dieser Betrieb bislang befangen ist. Ein studierter Biologe mit konkreten Vorschlägen, Darwin zu überwinden, durchdacht und vorsichtig im philosophischen Bereich. Sein Mars im Steinbock gibt ihm die notwendige Durchhaltekraft, das Beharrungsvermögen, das nötig ist, um gegen den Strom des Vergessens anzuschwimmen. Welchen Vergessens? Der Mann ist Zeitgenosse und recht jung: wunderbar, solche Weggefährten zu haben! Der Titel des Buches passt zum Sonnenzeichen, er hat den Schütze-Mond als Taschenorakel bei sich. Selbstredend haben sich die „Kritiker“ aus dem wissenschaftlichen hard-core-Lager schon bemerkbar gemacht: sie fordern mehr Wissenschaft, weniger Poesie. Sie haben aber nicht verstanden, was Sprache ist. Außerdem wollen sie bloß davon ablenken, daß Andreas Weber sehr wohl auf den Punkt kommt: er wendet die Nicht-Lokalität der quantenphysikalischen Erkenntnisse auf die Biologie an: – – ? – –  ! Dabei stellt sich heraus, wenn man und frau dies auf das gesamte Sein bezieht, daß die zeitlose „Verbindung“ des Seins real ist. Vielleicht das Wichtigste wissenschafts-philosphische Buch des neuen Jahrhunderts.

Hier noch ein Auszug aus einem anderen Buch, nicht minder bedeutend:

„Etwas mehr philosophisch könnte es so formuliert werden: Ontologisches – die Frage nach dem Sein betreffendes – Philosophieren ist so lange möglich, als das Erkennen nicht infrage gestellt wird. Wird dieses problematisch, so kann es nichts Dringenderes geben, als diese Frage zu klären: denn nur ein naives Bewußtsein, für das eben „Erkennnen“ nicht als Frage besteht, kann eine ontologische Behauptung aufstellen, ohne zu bemerken, daß sie Ergebnis des Erkennens ist*. Trotzdem wird der Anspruch, es sei „Wahrheit,“ erhoben.“ Aus Georg Kühlewind alias György Székely:  „Die Wahrheit tun“.

* Hervorhebung M.T.