Fotos, Geschichte, Mundan

Kleine Tagesbewegungskunde am Tierkreis

img_0030Sant Bartomeu, Sòller, Mallorca © Markus Termin Foto

du-und-ich-achse5. April 2009 18:34 NBG

Liebe Leserinnen und Leser,

Die Farben entsprechen auf diesem Bild einer bestimmten Bedeutung. Wenn Sie obiges Bild mit der Horoskopdarstellung eines Jungfrau-geprägten Menschen vergleichen, wie beispielsweise Liz Greene sie benutzt in ihren wunderbaren Büchern, werden Sie den Unterschied zwischen Fischen und Jungfrau gut erkennen. Die große Astrologin benutzt ganz farblose Horoskope, die formell aber dennoch eine eigene Ästhetik besitzen.

Hier nun mal den braunen Saturn anschauen, wo rechts dran ein „R“ steht … gefunden?! – : dann fällt gleich auf, dass er auf der ganz anderen Seite (180º) vom roten Mars Position genommen hat. Wir nennen das eine Opposition, deutsch: „Das Entgegengesetzte“. Wenn sie links rüber gucken, finden Sie das Zeichen Waage und können dieser Tage sehr schön beobachten, wie Saturn am Abend nach Sonnenuntergang sichtbar wird.

Falls Sie das Zeichen Waage noch nicht kennen, nehmen sie das blaue linke Symbol im Tierkreis, jenem etwas helleren blauen Band  um die Himmelsrunde. Das Waage-Zeichen sieht aus, wie der Giebel eines Tempels. Und das ist es auch: im Zeichen Waage wird schließlich die Ernte genossen, und das war zur Zeit der Entstehung der Astrologie ebenfalls der Fall. Wann war denn das? Wie alt ist Astrologie? Als ich den ägyptischen Tierkreis sah, war ich sehr überrascht über die gewählten Erhöhungsorte (das sind besonders starke Positionen) der Planeten: wie bei uns! Venus in den Fischen, Saturn in der Waage, Mars im Steinbock, Merkur in der Jungfrau und Jupiter beim Krebs.

Dann jedoch fand ich im hinteren Umschlag eines Buches von Michael Roscher die Zeichnung eines Tierkreises in Stein in und aus Afrika mit einem geschätzten Alter von 12 000 Jahren, und wieder später bekam ich eine  geschätzte 17 000 Jahre alte Darstellung mit Tierkreiszeichen auf Abbildern der Malereien aus der Höhle von Lascoux zu Gesicht.

Was läßt sich beobachten? Wir haben dieser Tage den Aszendenten  um 18:20 in die Waage gehen, und daraufhin alle Tage etwa vier Minuten später! Also am 6. April um 18:16, am 7 April um 18:12, usw. In der Waage bleibt der AC bis zum 17. Mai um 18:20, später steigt Skorpion um diese Tageszeit auf! Und was ist AC ?! Nicht läuft bekanntlich die Sonne um die Erde, sondern die Erde dreht sich in ihrer Tagesbewegung um die Sonne. Und daher können Sie, wenn Sie 24 Stunden lang immer an den Punkt schauen, an dem die Sonne im Osten aufsteigt (lat. ascedere), den ganzen Raum um die Erde kraft der Erddrehung sehen, ohne den Kopf bewegen zu müssen. Und mehr noch: jeder einzelne Planet und jeder Punkt des 360º Tierkreises kommt dort einmal am Tag vorüber, und deswegen hat jeder Mensch, je nach Zeit und Ort, wo er geboren ist, einen anderen Aszendenten!

Was sich ebenfalls hervorragend beobachten läßt, ist, wie mit dem Wechsel des Aszendenten um diese Zeit auch die Stimmung wechselt! Das sind die Zeitpunkte, wenn alle zugleich das Lokal verlassen, usw. Vor Waage, ganz klar, hatten wir die Jungfrau aufsteigend, heute seit 15:34.

Und da eben der braune oben erwähnte Saturn in der Jungfrau steht, ist diese Zeit angespannt. Es ist der rote Mars, der auf der anderen Seite in den Fischen dagegen hält, das nennt man Spannung! Was ist das? Mars will zu den Fischen hinaus. Fische denken im Sinne der gesamten Menschheit. Doch Saturn in der Jungfrau ist wie ein nützlicher Acker, der  jedoch zur Zeit die Ernte wenig üppig – wie es scheint – ausfallen läßt.

Die – wir können das Wort bald nicht mehr hören – Krise. Die dauert genau so lange, wie es die saturnische Aufgabe der Jungfrau erfordert: eine Ordnung zu schaffen. Die Betonung liegt auf eine, was bedeutet, der Jungfrau stehen unendlich viele Ordnungssysteme zur Verfügung. Dazu gehört auch das ordentlich kontrollierte Chaos.

Sie sehen also, wenn sich im Aszendent – dem im Osten Aufsteigenden – Saturn – der die Jungfrau gewichtig gemacht hat, in die Waage wälzt (doch das dauert ein zwei Jahre), dann regiert hernach die Venus über Saturn (wie jetzt der Merkur), die steht ganz rechts, hat ein etwas lieblicheres Rot, wie der Mars, denn das entspricht ihrer Natur. Das Zeichen, in dem sie steht, ist auch rot, das Zeichen des Widders, des mächtigen. Doch Venus gehört von Haus aus in die Waage – wenngleich sie in den Fischen höher steht – nimmt man das System der Ägypter.

Höhle von Lascaux – Wikipedia

Aus Arte:

„Die französische Ethnologin und Astronomin Chantal Jègues-Wolkiewiez hat eine neue Theorie zu den Höhlenmalereien der Grotte von Lascaux entwickelt. Ihrer Ansicht nach sind die Bilder Beleg dafür, dass sich bereits die Cro-Magnon-Menschen mit Astronomie beschäftigt und die Bewegungen von Sonne, Mond und wichtigen Gestirnen als Tierdarstellungen dokumentiert haben. Sollte sich diese Behauptung bestätigen, müssten die bisher gültigen Vorstellungen vom Wissensstand prähistorischer Menschen überprüft werden.

Die Dokumentation – teils spannende Detektivgeschichte, teils märchenhafte Erzählung – geht einer spektakulären Theorie nach: Die freischaffende Ethnologin und Astronomin Chantal Jègues-Wolkiewiez leitet den Ursprung einer prähistorischen Form der Astronomie von den Wandmalereien in der Grotte von Lascaux ab. Danach hätten die Cro-Magnon-Menschen weit vor den nachweislichen Anfängen der Astronomie bereits die komplexen Bewegungen der Sonne, des Mondes und wesentlicher Sternbilder verfolgt. Ihre astronomischen Erkenntnisse malten sie in Form von Tieren an Höhlenwände – so auch in Lascaux. Dann wäre Lascaux, diese Sixtinische Kapelle der Vorgeschichte, ursprünglich ein den Gestirnen gewidmeter Tempel gewesen. Das will die Forscherin Chantal Jègues-Wolkiewiez, die über die Felsgravierungen im Vallée des Merveilles promovierte, am Beispiel der 17.000 Jahre alten Felskunst der Lascaux-Grotte demonstrieren.

(Nun müssen wir für so alte Zeiten jedoch eher Astrologie, denn Astronomie sagen, wie wohl selbst jeder Astronom neidlos zugestehen wird. M.T.)

Ihre revolutionären Behauptungen könnten die herkömmlichen Vorstellungen vom Ursprung der Kunst, des Wissens und des Glaubens prähistorischer Menschen völlig umstoßen. Die Dokumentation taucht in diese urgeschichtliche Welt ein und stellt die Gesten und Riten unserer Vorfahren an den wesentlichen Schauplätzen der Höhlenmalerei nach. Experten erörtern anschaulich die neue Theorie. Und die Zuschauer begleiten die Ermittlungen, die durch bemalte Höhlen und Grotten, Museen, Forschungslabors und Planetarien führen.“

Mit freundlichen Grüßen!

Markus