Uncategorized

Sonne im Widder

Nürnberg, den 20. März 2008 17:55 – Alle sprechen von Wintereinbruch, doch das Licht nimmt zu . Anbei ein Bild von meiner diesjährigen Orangenernte. Die Früchte sind wahre Energie-Spender, ziemlich klein und sauer, aber sie lassen sich mit Schale essen. Irgendwie liebe ich den Gedanken an die Kraft, die solchen selbstgezogenen Zauber-Früchten innewohnt. Zu Ehren des Widder-Sonnen Ingres heute nur ein Auszug aus dem „Sonnenhymnus des Echnaton“, der mir sein Urheberrecht leihen möge!

 

2301575851_176616d6d8_m.jpg

 

 

 

Schön erstrahlst du am Himmelshorizont

du lebendige Sonne, die von Uranfang lebt.

Wenn du aufgehst im Osten,

erfüllst du jedes Land mit deiner Schönheit.

Du bist licht, groß und glänzend,

hoch über jedem Land.

 

Deine Strahlen umfangen die Erde

bis zum Ende all dessen, was du erschaffen hast.

Du bist Re, wenn du zu ihren Grenzen gelangst,

wenn du sie willfährig machst für deinen geliebten Sohn.

Bist du auch fern, deine Strahlen sind auf Erden,

du scheinst auf ihre Gesichter,

aber unerforschlich ist dein Lauf.

(…)

Einzig bist du, wenn du aufgegangen bist,

in all deinen Bildern als lebendiger Aton,

der erscheint und erglänzt, sich entfernt und sich nähert.

Du schaffst Millionen Gestalten aus dir allein,

Städte und Dörfer, Fluren, Wege und Wasser.

Alle Augen sehen sich Dir gegenüber,

wenn du als Tagessonne über dem Land stehst.

Aber wenn du fortgegangen bist

und dein Auge nicht mehr da ist, das du um ihretwillen geschaffen hast,

damit du nicht allein nur dich selbst schaust und das, was du geschaffen hast –

auch dann bleibst du in meinem Herzen!

Denn kein anderer ist es, der dich kennt,

als dein Sohn Nefercheperure (Echnaton);

ihn läßt du deine Absichten und deine Macht erkennen.

(…)

(Übersetzt von Hermann A. Schlögl, dtv, C.H.Beck, die Weisheit Ägyptens)