Uncategorized

Nachtigall und Venus

Nürnberg, Samstag den 15. März 2008, 16:00 morgens schön, jetzt zieht es wieder zu, jedoch relativ warm und angenehm. Hirsch, Panter, kleines Rind, Kaninchen, Kalb und Geiß sind allesamt Tiere, die der Venus zugeordnet sind. Äpfel, weiße Rosen, Mandeln und Pfirsiche gehören ihr ebenfalls, sodann Lapislazuli und rote Koralle; ihr Engel ist Anael. Und die Nachtigall, wie könnte es anders sein, ist ein Venus-Vogel, wie auch der Schwan, der Adler (!) und der Sperling. Man sieht, die Astrologie geht merkwürdige Wege, doch dünkt mir, es ist nicht unmöglich, eine Gemeinsamkeit zwischen all diesen Dingen zu finden, doch und doch. Gestern die Nachtigall im Baum, wie sie völlig ungestört des Verkehrsrauschens ihre Weise vortrug vier Stunden lang in Variationen, die sich niemals wiederholen, hat mich wieder daran gemahnt, nicht allzuviel auf die Evolutionstheorie zu geben. Die Nachtigall unterscheidet sich von allen Vögel nicht nur dadurch, dass ihr die Nacht gehört, jenen aber der frühe Morgen, sondern eben auch, indem sie sich niemals wiederholt. Sie hat keine eigene Melodie, sondern ist selbst ein kleines, göttliches Improvisationswunder. Immer, wenn man lauschend glaubt, ihr auf die Schliche gekommen zu sein, was Ton und Klang betrifft, fügt sie ein neues Zirpen, Gurren, Flöten, Pfeifen, Quietschen und Trällern hinzu, als folgte sie nur einem Muster: sich selbst ständig zu überraschen. Carlos Castaneda nennt diese Art „sich selbst anzupirschen“. Es mag ja sein, die Venus steht heute genau in Opposition zum rückläufigen Saturn in der Jungfrau. Ein Stundenastrolog, der für die Liebe nur das Beste voraussagen will, wenn ihn jemand fragte, hält sich heute besser unerreichbar! Dennoch, trotzdem und gerade deswegen: von der Nachtigall lernen heißt triumphieren. Überraschen wir uns selbst auf´s Neue!