Fotos, Weltbild

Lavendel und Schmetterling

Foto Markus Termin

Nürnberg 17:00 – kurz vor dem Gewitter. Ist das untere Bild nicht zauberhaft? Es war ein Pärchen Schmetterlinge, die um den Lavendel-Strauch heut morgen im Vorgarten herumtanzten. Schmetterlinge sind Hermes Tiere, dem Zeichen Zwillinge mit seiner Luft-Qualität zugeordnet. Lavendel, wen wundert es, ist mit Venus in Verbindung. Die Venus steht gerade im Krebs und pflegt dort ein Trigon zu Uranus. Im Krebs mag sie Gefühl und Harmonie in familiären Bindungen. Das Trigon zu Uranus begünstigt Befreiung mit wahrlich kosmischen Aussichten. „Wer seinen Vater und seine Mutter nicht ablehnt wie ich wird nicht mein Schüler werden können. Und wer seinen Vater und seine Mutter nicht liebt wie ich wird nicht mein Schüler werden können.“ So steht es im Thomas Evangelium Spruch 101, der vielleicht ältesten christlichen Sprüchesammlung. Dieser paßt hervorragend zum Trigon zwischen Venus im Krebs und Uranus in den Fischen. Man kann da viel rumdeuteln, zumal Jesus ja auch sagte, alle Gebote Moses sollten gewahrt bleiben, also auch das von der Ehre, die man den Eltern schuldet. Doch zieht eine zornige Widersprüchlichkeit sich durchs ganze neue Testament, und ich glaube sehr wohl, dass es Jesus um die Auflösung der traditionellen Familie ging, die der einen Menschheitsfamilie im Weg steht. Denn wir sind ja erst dann angekommen, wenn jeder Erwachsene jedes Kind für seine Verantwortung hält, und nicht, in Erfüllung seines Egozentrismus, bemüht ist, gar durch künstliche Schwangerschaft, den Stempel seines „Ich, Ich, Ich“ in der Welt zu lassen. Das hat übrigens nichts mit jener zarten Pflanze zu tun, die „Ich“ zu nennen, wir das größte Recht haben. Jenes würde vielleicht besser Ego geheißen: dieses ist noch kaum bekannt. Außer einem sehr zaghaften „Ich bin“ weiß es noch nichts, und selbst dieses kann nur in glücklichen Ausnahmemomenten empfunden werden. Wer weiß, wovon ich rede, wird mir zustimmen. Die Konstellation von Venus im Krebs steht, daran sei erinnert, nicht isoliert! Wenn man den post von gestern kombiniert, und die Opposition von Jupiter mit bedenkt, die sich anbahnt, eigentlich schon ist, erklärt sich auch das obige Bild!

Foto Markus Termin

Fotos, Geschichte

Saturn und Karibik

Nürnberg 20:00 , schön warm, Luft tropisch-feucht, bedeckt. Anbei Vazul Termins Foto der Sternscheibe von Nebra. Es ist, zugegeben, kein vollständiges Bild, insbesondere jenes Detail, auf das es mir ankommt, fehlt, weil der Designer des Plakats seine eigene Schrift unterbringen wollte, und also gewissermaßen nochmal das Design geändert hat. Es geht um das Boot auf dem Bild.

Die Ausstellung ist auch bereits gelaufen, aber was solls; der Text, den ich bei Plutarch (geb. 45 nach Christus) gefunden habe, ist auch schon alt, und dennoch frisch, als wäre er von heute:

„Wenn aber der Stern des Kronos (Saturn), den wir Phainon, jene Nykturus nennen, nach dreißig Jahren in das Sternbild des Stieres eintritt, dann entsenden sie nach von langer Hand getroffenen Vorbereitungen für Opfer und Ausfahrt durchs Los bestimmte Männer in ebensovielen Schiffen, welche soviel Ausrüstung und Proviant an Bord nähmen, als nötig sei für Leute, die ein so gewaltiges Meer mit Rudern durchschiffen, und lange Zeit in der Fremde zubringen wollten.“

Plinius der Ältere, Plutarchs Zeitgenosse, berichtet von einem Fest, das alle dreißig Jahre im keltischen Kulturraum abgehalten wurde:

„Hier dürfen wir auch nicht die große Ehrfurcht übergehen, die die Gallier für die Mistel hegen … Was nun auf diesen Bäumen wächst, halten sie für eine Gabe des Himmels und für ein Zeichen, das der Gott gibt, der den Baum dazu ausersehen hat. Allerdings kommt das ziemlich selten vor, wenn sie aber ein solches Zeichen entdecken, dann nehmen sie es mit großer Verehrung auf, besonders am 6. Tag nach dem neuen Mond (nach ihm benennen sie nämlich den Monats und Jahresbeginn) und ferner nach dem 30. Jahr des Jahrhunderts, weil dieses dann in seiner höchsten Kraftentfaltung stehe und noch nicht die Hälfte der Zeitspanne erreicht habe. Sie nennen die Mistel in ihrer Sprache die ‚Allesheilende‘: wenn sie nach ihrem Brauch Opfer und Mahl gerichtet haben, führen sie zwei weiße Stiere herbei, deren Hörner sie zuerst bekränzen. Dann besteigt ein mit weißem Gewand bekleideter Priester den Baum und schneidet mit einer goldenen Sichel die Mistelpflanze ab, die in einem weißen Tuch aufgefangen wird. Daraufhin opfern sie die Stiere und beten, daß der Gott die Gabe glücklich machen möge für diejenigen, denen er sie gesandt habe.“

Nun schreibt Katja Hover in ihrer glänzenden Analyse der Sternscheibe von Nebra im Meridian März/April 2008:

„Auch der Termin für die Weinernte oder die günstige Zeit für die Seefahrt wurde durch eine Kombination der Jahreshauptpunkte der Sonne mit den Plejaden ermittelt. Hieraus leitet sich auch ihr Name (griech. pleiades ‚fahren, segeln‘) ab, weshalb die antiken griechischen Astrologen eine markante Stellung der Plejaden im Horoskop u.a. mit einer Neigung zur Seefahrt in Verbindung brachten.“

Eben die Plejaden sind bekanntlich auf der Sternscheibe das abgebildete Siebengestirn! Nun geht es mit Plutarch weiter:

„Fünf Tage Seefahrt gen Westen von Brittanien aus … Diejenigen, die glücklich über das Meer hinüberkämen, hielten zuerst nach den vorgelagerten Inseln, die von Griechen bebohnt würden, und sähen dort dreißig Tage lang die Sonne weniger als eine Stunde täglich verschwinden; dies sei dann die Nacht, die aber nur eine halbe, dämmerungsartige Finsternis bringe, die von der Gegend des Sonnenuntergangs her immer noch etwas Licht empfange. Wenn sie dort neunzig Tage geweilt hätten, freundlich und mit allen Ehren aufgenommen und für heilig gehalten und so benannt, dann träten sie mit Hilfe des Windes die Überfahrt zur Kronosinsel an. Auf ihr wohnten keine anderen Menschen als sie selbst und die von ihnen Ausgesandten. Denn diejenigen, die dem Gott die dreimal zehn Jahre gedient hätten, dürften zwar wieder nach Hause fahren, die meisten aber zögen es begreiflicherweise vor, dort wohnen zu bleiben, teils aus Gewohnheit, teils weil alles ohne Mühsal und Umstände reichlich zur Verfügung stehe für Menschen, die bei Opfern und Festen oder bei philosophischen Studien leben wollten. Denn wunderbar sei die Natur der Insel und die Milde der sie umwehenden Luft, und manchen, die im Sinne hatten abzufahren, sei die Gottheit selbst entgegengetreten, ihnen wie Freunden und Bekannten begegnend, nicht nur im Traume oder durch Zeichen, sondern vielen sei es zuteil geworden, Dämonen in leibhaftiger Erscheinung zu sehen und zu hören.“

Nun sind wir bei dem Boot angelangt. Die entscheidenden Punkte sind: Saturn im Stier – die Plejaden – eine Bootsreise alle dreißig Jahre – zwei Stieropfer – Inseln des Kronos bezieht sich auf das Goldene Zeitalter der Menschheit, und – vielleicht: auf das Gold in der Scheibe – es mag nicht unerheblich sein, dass diese Reise von Island in die Karibik ging, die Beschreibung Plutarchs läßt keine Zweifel offen. Das passt auch, wurden doch die Inseln durch die Kariben erst um ca. 1000 p. Chr. besiedelt; warum nicht vorher durch Griechen, bzw. Kelten? Will man Plutarch glauben, so hätte es eine regelmäßige heilige Verbindung zwischen der Karibik und der dem nordischen Kontinent gegeben. Dazu passend wird die Karibik seit Alters her in der Astrologie Saturn zugeordnet.