Fotos, Poetry

Aufgelesen für GeistesforscherInnen

IMG_7948Foto Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

„Auf keinem Gebiet,“ sagt Rudolf Steiner, „ist Autoritätsglaube schlimmer und schädlicher als auf dem Gebiet der Geistesforschung – und auf keinem Gebiet ist dieser Glaube so zu Hause.“  – am 3. Januar 1913 in Köln. Um dieselbe Zeit findet er eine schöne Metapher für sein Training in die geistige Welt, nämlich das sich beständig selbst voll haltende Wasserglas – und bringt es als Metapher für die Liebe ein …

Mond ist void19.11.2013 18:56 Nürnberg

… die sich eben beständig erneuert – aber eben auch als physikalische Paradoxie eine geeignete Einstiegsübung ins „Geistige“:

„Wir wollen gleich eine solche besondere Vorstellung vor unsere Seele hinstellen, eine Vorstellung, die eine von vielen Tausenden ist, die der Geistesforscher bei sich anwendet, die aber das Prinzipielle zeigen kann.

Der Mensch denkt sich, er hat zwei Gläser vor sich, das eine halb gefüllt mit Wasser, das andere leer. Er gießt, so wollen wir uns vorstellen, aus dem gefüllten Glas etwas Wasser in das leere hinein. Aber dadurch wird das gefüllte Glas nicht immer leerer und leerer, sondern immer voller und voller, und je mehr wir ausgießen, desto voller wird es.

Es ist eine absurde Vorstellung! Aber es kann eine sinnbildliche Vorstellung für etwas sein, was uns rätselhaft im Leben entgegentritt.

Das, was hier gemeint ist, das ist, was wir die Liebe nennen. Die liebende Seele, die liebevoll dem Bedürftigen gibt die nur sich selbst hingibt, was in ihr enthalten ist, wird sie deshalb leerer?

Nein: das, was aus Liebe gegeben ist, macht uns immer voller und reicher. Das ist die Eigenschaft der Liebe, daß wir unser eigenes Wesen hingeben, und doch immer reicher und reicher werden.“ (Rudolf Steiner, Köln, 2. Januar 1913)

… offenbar darum, das Prinzip der Umkehrung zu physikalischen Abläufen zu nutzen als möglich geistige und bildhafte Vorstellung, Beispiel zu geben, dem frei gestaltend zu folgen er einläd.

Mit freundlichen Grüßen,

Markus