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Pluto – Schütze Vollmond

Nürnberg, 13:59 – das war heftig, diese Energie! Vollmond ist ja für uns Mond-Menschen schon mal eine Sache. Aber erst noch in Konjunktion mit Pluto. Was sind Mond-Menschen? Nicht etwa solche, die ein Programm zur Rehabilitation auf dem Mond gebucht haben, weil auf Teneriffa diesen Sommer alles ausgebucht ist. Mond-Menschen sind Menschen mit einem sehr dominanten Mond in ihrem Geburtsbild.

Foto Markus Termin

Dieses kann sich zeigen als Mond im Krebs, seinem Domizil, Mond im Stier, seiner Erhöhnung, Mond an einer Achse, Krebs-Aszendenten, Mond als Spannungsherrscher im Horoskop und vieles mehr. Ganz subjektiv – einmal unterstellt, es gäbe etwas objektives – war da zusätzlich zur gewohnten Stimmung, die der Vollmond ausfüllt, ein tiefes, untergründiges, eigentlich unbenennbares Drohen, mit dem auch die Medien durchaus ihre Spalten füllten. Der Spiegel mit seiner Titelstory vom atomaren Inferno, an dem wir im Kalten Krieg rein zufällig vorbeigeschrappt sein sollen, z.B. Und die Konjunktion, was ist das? Hinter dem Vollmond, ganz weit weg, unsichtbar, in einer Linie, steht der Zwergplanet Pluto. Zwerge wohnen in der Tiefe des Unbewußten, sie hüten einen unermesslichen Schatz im Berg: gar nicht so übel, so eine Zurückstufung. Er hat aber nicht nur eine Linie zum Mond, sondern auch eine zur Sonne, und die Erde steht nicht genau dazwischen, sonst hätten wir ja eine Mondfinsternis. Sollte die auch noch dazukommen, Lord á mercy! Immer wieder treibt mich die Frage um, wie patriarchalisch die Astrologie eigentlich sein muss. Ist der Mond die Mama? Da ich mit einer Hebamme zusammen bin, kann man nur schwer übersehen, wie mit ganz erstaunlicher Regelmäßigkeit die Brustentzündungen beim Stillen zu fiesen Mond-Saturn Kontakten stattfinden. Hat also jemand eine solche Konjunktion im Horoskop (Perdón, A. ¡), lassen sich gewisse Rückschlüsse auf die Situation der Mutter kurz nach der Niederkunft ziehen. Andererseits sind Krebs-Mond Frauen gar nicht die archetypischen und superweiblichen Wesen. Michael Roscher selig will sogar des öfteren einen süßen Damenbart bei ihnen beobachtet haben. Und wieder: doch und doch macht ein Mond im Domizil oder in der Erhöhung die Männer handsome und auch sogar homoerotisch anziehend, und ohne diskriminierend zu sein, darf man astrologisch festhalten, daß eine Mars-Mond Konjunktion oder Verbindung sich mit erstaunlicher Regelmäßigkeit bei homosexuellen Männern findet. Also was, bitte?

Auch die Ägypter sahen den Mond männlich: hier der Mondgott Toth mit Sichel und Scheibe auf dem Ibiskopf. Als Pavian wird dieser Gott ebenfalls dargestellt. Dort jedoch, wo das Patriarchat als Karikatur des Menschlichen groteske Züge angenommen hat: also im Mittelmeerraum vor allem – doch wo eigentlich nicht? – besteht man auch darauf, La Luna weiblich zu nennen. Eine Anekdote von Herodot, dem Vater der Geschichtsschreibung, berichtet von einer Sonnenfinsternis zum Einzug des großen Königs Xerxes nach Griechenland. Die Astrologen, die natürlich mitzogen im Tross, daraufhin befragt, ob dies ein gutes, oder übles Zeichen sei, antworteten: es sei ein gutes, da die Griechen nach der Sonne weissagten, die Perser jedoch nach dem Mond. Wenn nun der Mond die Sonne verdunkelte, so zeige dies den Untergang der Griechen. Sie mögen anderes geahnt haben, doch es darf bezweifelt werden, ob sie es äußern durften. Manche wollen nur hören, was sie ohnehin schon glauben, und es wäre auch kaum denkbar gewesen, dass der große König seinen trägen Zug, der sich wie ein Heuschreckenschwarm durch die Lande fraß, zur Umkehr befohlen hätte.