Mundan, Weltbild

Maya und Neptun

Nürnberg 12:57 – ungemütlich kalt und auch stürmisch. Das Licht nimmt immer weiter zu, aber es geht doch auf die Nerven, dass der Winter einfach nicht enden will. Leben wir etwa auf Island oder im nördlichen Kanada? Genug geschimpft. Was mich beschäftigt, ist dieser Maya-Kalender, der nun wirklich die interessantesten Fragen aufwirft. Bekanntlich endet eine Zählung der Zeit nach den Maya, einer Kultur, die eigentlich nicht untergegangen ist, wie immer behauptet wird, sondern weiter in Mexiko existiert, am 21. Dez 2012. Zweimal auf das Bild klicken, bitte.

21.Dez. 2012 07:13 Mexiko City (Sonnenaufgangshoroskop)

Für die aktuelle Astrologie gibt es eine Übereinstimmung. Neptun geht nähmlich in die Fische, einige Monate vorher, genau am 04. Feb. 2012. Nun, was mag das schon bedeuten? Wer sich jedoch ein wenig mit den Zählungen der Maya beschäftigt hat, der kann gar nicht umhin, darin eine Zeitenwende bisher ungeahnten Ausmaßes zu erblicken. Die Zählungen der Maya waren sehr genau. Das Datum, welches durch das oben dargestellte Horoskop als „Ende des Zeitalters“ errechnet wurde, ist auch der erste Tag einer neuen Zählung, die sich von der alten durch den Abschluss einer rhyhtmischen Fügung abhebt, die nicht weniger als 104000 (tausend!) Jahre überblickt. Um solches wirklich zu begreifen, muß man sich in die Literatur einlesen, andernfalls bleibt die gewaltige Dimension dem Bewußtsein unzugänglich. Es ist also nicht irgendein Datum. Und die Maya haben auch nicht kreuz und quer gerechnet, sondern mit einem exakten Anfangsdatum und einem exakten Enddatum. Alle ihre Tempel sind nach genauen Datumsangaben gebaut, so dass wir sehr wohl nachvollziehen können, wann was bei ihnen stattfand. Bedauerlicherweise haben wir keine Ahnung, was die Maya gezählt haben. Wir können darüber nur Mutmaßungen anstellen. Geht es um geistige Dinge, oder sind handfeste astronomische Wandlungen gemeint, Rhythmen des Kosmos, die wir allein deshalb nicht kennen, weil es dafür – wegen der Seltenheit der Ereignisse – weder eine Experimentalanordnung noch eine wissenschaftliche Theorie gibt? Waren die Maya okkulte Spinner? Wir unterschätzen die Ernsthaftigkeit ihres astronomischen Wissens, wenn wir das glauben. Andererseits ist interessant, dass allein das Wort „Maya“ schon in der Nähe zu „Neptun“ steht, dem die Täuschung ebenso wie der Regenbogen oder die kosmische Unendlichkeit zugeordnet sind. Nur nennen sich die Maya selbst „Quiche“, ebenso wie die Griechen für sich selbst „Hellenen“ sind und die alten Ägypter sich aus „Keme“ kommend betrachteten. Aber dennoch: Maya und Neptun ist eine Energie, denn wir sollten auch sehen, wie weltweite synchrone Sinnübereinstimmungen aus dem Pool des kollektiven Unbewußten sicherlich nicht zufällig sind. Freilich müssen wir zugeben: wir haben bisher keine Ahnung, was kommen wird. Unsere Welt schläft bei aller Wissenschaftlichkeit in totaler Unkenntnis der Großzyklen und deren Bedeutung für die Menschen. Zwei unglaubliche Theorien sind mir gestern begegnet, die wiederum total verblüffend sind: Zum einen ist die alte Maya-Sprache offensichtlich dem Althochdeutschen nicht unähnlich. Das klingt total verrückt, läßt sich aber absurderweise an mehreren hundert Beispielen nachvollziehen. Diese ziemlich plausibel begründete Theorie stammt von Erhard Landmann, dessen Schlussfolgerung, die Maya hätten deshalb kein Zahlensystem, jedoch falsch ist. Aber dennoch bemerkenswert. Zum anderen schreibt Armin Naudit über die Tatsache, wie alle alten Kulturen mit zunächst einem 360 Tages-Jahr rechnen, welches dann, bei den Ägyptern ebenso, wie bei den Maya, um 5,25 Tage (noch unsere Großmütter sprachen von „Unternächten“) erweitert wurde, um der Realität im wahrsten Sinne des Wortes Rechnung zu tragen. Dies würde jedoch bedeuten, so Naudit, dass es wohl ursprünglich ein 360 Tage-Jahr gegeben hat. Eine sehr einfache Schlussfolgerung, die schlichtweg genial ist. Demnach hätte die Erde ihre kosmische Bahn um die Sonne um ganze fünf Tage verlängert. Ein diesbezüglich stattfindendes Ereignis ist denkbar und keinesfalls unwahrscheinlich. Es wäre so wichtig, alle interdisziplinäre Einfalt aufzugeben, und den Rüstungsetat aller Völker auf die Erforschung dieser Fragen zu lenken, um eine Ahnung zu bekommen, was die alten Völker sagen. Doch bitte nicht auf neptunischen, esoterisch idealisierenden Pfaden. Denn bei allem Wissensdurst: die Religion war der wichtigste Faktor im Leben der Azteken und ihrer Nachbarvölker, also auch der Maya. In ihrer Vorstellung beherrschten blutrünstige Götter das Universum und mussten fortwährend durch Opfer besänftigt werden, auf dass sie die Welt nicht zerstörten. Im Grunde genommen bestand kein wirklicher Unterschied zwischen allen mittelamerikanischen Kulturen. Religion und Kalendarium weisen sehr starke Übereinstimmungen auf. Im Horoskop für den wichtigen Tag finden wir den Glückspunkt in Haus 9 in Konjunktion mit dem rückläufigen Jupiter im Zwilling. Neptun bildet ein Sextil zur Sonne und hat die Konjunktion mit dem kosmischen Heiler, Chiron, hinter sich. Vielleicht machen wir uns gar keine Vorstellung davon, in welchem kosmischen Krieg Jesus den Sieg davongetragen hat.