Ereignis, Geschichte

Zelaya zurück in Honduras bei rückläufigem Merkur

IMG_2061Kardinal Oscar Rodríguez, 29.12.1942

Dieser freundlich drein blickende Geistliche wirbt für Misereor im Nürnberger Hauptbahnhof. Könnte es sein, dass er an einem Staatsstreich mitverantwortlich ist? Dieses Frühjahr leitete er  im Mai noch die Lateinamerika-Wallfahrt in Altötting von „Kirche in Not“.

Bekannt ist weithin, dass die katholische Kirche in Mittel- und Lateinamerika politische Macht hat und im Prinzip die Macho-Kultur stützt, welche die Verteilung der Güter zwischen reich und bettelarm für Gott gegeben hält.

Während des Staatsstreichs in Honduras im Sommer 2009 wurden am 4. Juli über sämtliche Medien des Landes eine Erklärung des Kardinals Rodríguez Maradiaga verbreitet. Er warnte davor, dass eine Rückkehr Zelayas zu einem Blutbad führen könnte.

Honduras

Honduras, 15. September 1821 um 08:06 in Comayagua, Honduras (Quelle: Astrotheme)

Manuel Zelaya, den die Medien teils schon Ex-Präsident nannten, wurde am 20. September 1952 geboren. Er ist nun zurück, und zwar während Merkur in seiner Rückläufigkeit über die Sonne von Honduras geht! Sonne im Länderhoroskop ist bekanntlich der Chef im Laden. Die gesamte internationale Diplomatie betrachtet ihn als Präsidenten des Landes und glaubt, dass unterschiedliche politische Ansichten zu seinem Sturz geführt haben. Hier mischt sich nun auch Mrs. Clinton ein. Und zwar gegen die ewig „Rechten“. Das ist ein großer Wandel der amerikanischen Lateinamerika-Politik. Sie ist eine besondere Außenministerin, die die Frauen-Rechte ins Zentrum stellt. Deshalb hört man wenig von ihr. Ihr Mann, der Ex-Präsident, erhöht ihr Gewicht, sie könnte das wissen. Und zwar als einer unter der gegenwärtig congenial agierenden demokratischen „Dreier-Bande“: Carter, Clinton und Obama. Wobei Carter der aktive Lateinamerika-Politiker zu sein scheint. Und Chavés auch mal direkt angeht. Und er sagt unverblümt die Wahrheit über den Rassismus im Süden. Wow! Clinton, der Ex-Präsident wiederum findet in seiner Rolle als Frauenbeauftragter  eine Leuterung. Bin gespannt, wie weit Mrs. Clinton kommt, und wann wir von ihr etwas zum Thema Sudan und FGM hören.

In der Sache Honduras steht die Demokratie gegen die alte Plutokratie, und der Kardinal auf der Seite der Plutokratie. Die in der Regel folgende, linke Regierung kippt ebenfalls wieder in eine andere aber ähnliche Plutokratie der Funktionäre.

Dennoch kann es nicht so bleiben, wie es ist.

Tatsächlich aber wird die katholische Kirche in Lateinamerika am meisten gerade von jenen unterstützt, deren Rechte sie wenig schützen: den Frauen, oft alleinstehend mit vielen Kindern. Im Prinzip erkennen die Katholiken in Südamerika damit die Fruchtbarkeit als unbeeinflussbare Grund-Göttin an und schützen sie so doch vor Pharmazie und Frustration?

Dennoch bleibt wahr: Elend auf der Welt ist immer in der Unfreiheit der Mütter und Frauen begründet.

Doch umgekehrt muss es ja auch eine Attraktion geben: was treibt die Frauen in Lateinamerika zu den Priestern der katholischen Kirche? Sie sind oft alleinstehend und klagen dies Schicksal an. Die Männer schießen sich irgendwo in den Favelas durch ihren Sumpf. Oder roden Wald  mit Nachhaltigkeitssiegel für die Holzerneuerung der Parkbänke der Stadt Nürnberg. Oder kommt das aus dem Kongo? Und wenn sie nach Hause kommen, machen die Männer ein Kind. Aber sie haben keinen Wechsel auf die Zukunft. Der Priester hingegen bleibt ein stabiler Partner für ein höheres Ziel innerhalb der Gemeinde. So bedingt beides einander.

Den Katholizismus als Nachfolgereligion einer vorhergehenden atztekischen Opferreligion zu begreifen, fällt sehr leicht und ist auch in geschichtlicher Hinsicht überzeugend in seiner Wandlung.