Nürnberg, 21:05 – Ich zitiere hier aus einem bemerkenswerten Artikel, welcher in der letzten Zeit Nr. 21 (von Max Rauner und Ulrich Schnabel) zu lesen ist. Manche mögen noch die markanten Sprüche gewisser Naturwissenschaftler im Ohr haben, „Dunkle Energie“ sei so gut, als wie bewiesen, etc.
Mir geht es nicht darum, der Wissenschaft das Wasser abzugraben. Wir wissen jedoch, dass es seit einiger Zeit relativ skrupellose und meines Erachtens pseudo-wissenschaftliche Besserwisser gibt, die dasselbe mit der Astrologie durchaus für wünschenswert hielten.
Mit dabei sind auch Leute, wie der Forensiker Max Benecke, Mitglied der GWUP, „Gesellschaft zur wissenschaftlichen Erforschung von Parawissenschaften“, die unter anderem das Magazin „Der Skeptiker“ herausbringt. Zwar wissen solche selbst ernannten Experten kein Sternzeichen von einem Tierkreiszeichen zu unterscheiden, aber ihre eigenen relativ eingeschränkten geistigen Bedingungen als non-plus-ultra unters Volk zu bringen, hindert sie das nicht.
Ihre Ignoranz ist nur schwer zu ertragen und der Ausdruck „frech“ beschreibt ihr gefährliches Vorgehen zu harmlos.
Um so erstaunlicher ist es, wenn wir von prominenten Vertretern der Zunft erfahren, auf welch tönernen Füßen ihr eigenes kosmologisches Modell steht:
„Simon White hat kürzlich einen Essay mit dem provozierenden Titel Warum die Dunkle Energie schlecht für die Astronomie ist veröffentlicht. Darin schrieb er, Dunkle Energie sei zweifellos ein interessantes Rätsel, „aber nur eines von vielen, und nicht unbedingt dasjenige, das wir mit viel Geld am wahrscheinlichsten lösen werden. Wenn die Mikrowellenstrahlung im All nur um einige Kommastellen genauer vermessen werde, sei nicht sicher, ob die Frage nach der Dunklen Energie wirklich gelöst werde; dafür aber würde man all das aufgeben, was die Astronomie klassischerweise ausmache: die Möglichkeit, neue unbekannte Zusammenhänge im All zu entdecken und ein besseres Verständnis für die Bildung und Evolution von Sternen, Galaxien und größeren Strukturen zu bekommen. …
Die Suche nach der Dunklen Energie dürfte also noch ein ganzes Weilchen weitergehen. Es sei denn, es findet sich dafür noch eine völlig andere, überraschende Lösung. Zwei Kosmologen aus Oxford haben kürzlich so eine Idee präsentiert: Ihnen zufolge könnte sich das dark-energy-Problem gleichsam in Luft auflösen, wenn die Erde nicht in einem gewöhnlichen Bereich des Weltalls läge, sondern in einem gigantischen Leerraum, void genannt. Solche Gebiete mit sehr geringer Materiedichte sind theoretisch durchaus denkbar. Wären wir (und unsere Beobachtungsinstrumente) zufällig in einem Leerraum beheimatet, müßten die Entfernungsmessungen zu fernen Sternenexplosionen korrigiert werden, und die beschleunigte Ausdehnung des Universums stellte sich als optische Täuschung heraus.
„Dies wäre eine mögliche Lösung“, kommentiert Simon White, „Aber natürlich würde sie sofort die Frage aufwerfen, warum wir gerade an einem so speziellen Ort des Universums leben.“
Simon White, 30.09.1951, Direktor am Max-Planck Institut.
Die Kosmologie wäre damit quasi wieder dort angekommen, wo sie einst anfing: als Wissenschaft, die dem Menschen einen Logenplatz im Weltall zuschreibt. Nur daß ihr in der Zwischenzeit der Gott abhanden gekommen ist, der einst dafür verantwortlich gemacht wurde.“

Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.