Fotos, Poetry, Weltbild

Das Lamm

Auf einem Spaziergang

img_0096Markus Termin ©

Was Schafe für mächtige Tiere sind, habe ich in dem ehrfürchtigen Film über Andy Goldsworthy und seine Land-Art gelernt: Goldsworthy, ständig mit den Händen Material aus der Natur der Disziplin seines Geistes unterwerfend, ohne dabei auf die Vermittlung von Maschinen oder Mechanik angewiesen zu sein, (sieht man einmal von seinem Fotoapparat ab, der die fragilen Eis- Stein- und Blatt-Skulpturen dieses unermüdlichen Bild und Wirklichkeit-Erschaffers immer für alle sichtbar macht und in der Zeit verlangsamt, soweit dies unser Bewußtsein betrifft).

„The shep“, sagt Goldsworthy, is a „mighty animal“ – und verweist wettergerbt über die ebenso grünen wie kurz gefressenen nahezu baumlosen Hochebenen Schottlands. Dermaleinst sei hier Wald gewesen. Die Schafe jedoch prägen die ganze Landschaft.

Schafe gelten als Tiere des Jupiter.

Astrologie Nr. 4:

Wir können uns über dieses Bild nochmal der Ich-Du-Achse annähern. Dem ersten und dem siebten Haus der Astrologie. Was ist überhaupt ein Haus? In der Astrologie ist das unsere Zeit-Raum-Einheit einer Einteilung unseres täglichen Raumens in 12 Doppelstunden. Die Häuser sind nur unterschiedlich groß, weil sie jeweils die selbe Zeiteinheit für unterschiedlich großen Raum beanspruchen, weil jener Planetengürtel, den die Sonne um sich hält, in seiner Bahn geneigt ist, gemessen an der Erdneigung. In Wahrheit ist es also umgekehrt: die Erde ist geneigt. Wo sie im Winkel zu stark geneigt ist, werden die Häuser riesig oder minimal, und an den Polen, wenn die Sonne nicht unter- oder aufgeht, bekommt man diese Häuser sehr abgewandelt, dort gibt es praktisch nur noch zwei Quadranten.

Man kommt vom hundesten ins tausendste! Die „Ich – Du-Achse“ zeigt uns das Horoskop, jenen schönen bunten Kreis, als Raum-Geist Gefüge. Doch dazu müssen wir wirklich erst einmal auf den Himmel gucken! Haben Sie es gemacht? Es ist wirklich nicht nötig, gleich den ganzen Himmel zu kennen. Dazu sollte man sich in einer lichtarmen Region extra Zeit nehmen. Aber mal heut Abend zu sehen, wie leicht es ist, Saturn zu finden, wenn man/frau sich nur am Mond orientiert, und also zu einer bestimmten Zeit – weil wir ja, sie erinnern sich, gestern gesagt haben, Saturn sei so gegen 22:30 zehn Grad vom Mond entfernt – Sie sich vorstellen können, wie räumlich wir selbst wirklich sind.

Vielleicht sollten Sie sogar schon früher gucken, denn 10 Grad ist schon erstaunlich weit weg, und Saturn ist – gemessen am großen Mond, stecknadelkopfgroß. Dies jedoch, haben wir ihn einmal entdeckt, sollte uns zu einer Meditation über die Größe des Sonnensystems veranlassen. In lichtarmen Gebieten, wo man oft die Milchstraße sehen kann, kommt eine weitere notwendige Dimension hinzu. Dimension meint hier: Differenz.

Das „In den Himmel“ gucken ist Ihnen übrigens am jetzigen Punkt gelungen, wenn sie sich anhand des Abstands von Saturn und Mond ein Bild des 360º Kreises als gedachter Gürtel um die Erde vorstellen können. Die Richtung dieses Gürtels – Ekliptik genannt – finden Sie ja in der Linie Saturn-Mond. Ich finde übrigens, man kann wirkliche Lichtlinien zwischen den Himmelskörpern sehen, spinnwebenfein. Und der Saturn? Der kleine Punkt? Diese Entfernung – seine Unschärfe rührt von den Ringen her – zeigt dann zur Orientierung unsere Position im Sonnensystem, denn Saturn ist nach dem Mond der näheste sichtbare Planetenkörper des Nachts. Natürlich nur zur Zeit! Wo aber drei Punkte sind unterschiedlicher Entfernung sind – mit der Milchstrasse wären es dann fünf, denn auch sie ist nochmal ein Hintergrund zum Raum-wahrnehmen – da ist eben auch Raum.

Dazu ein kleiner Exkurs in die Philosophie: eine Differenz entsteht immer dann, wenn wir zwei verschiedene Gegenstände haben: der eine ist immer anders, als der andere. Das ist logisch. Nun kommt aber ein nächster Sprung hinzu: wir, die wir zwei Gegenstände betrachten, sind schon ein dritter, – nun sagen wir nicht mehr „Gegenstand“, sondern sprechen von einem Subjekt – also wir selbst – und Objekten in der Außenwelt. Schon bemerkt jeder die Differenz. In der Philosphie ist also der Begriff „Differenz“ sogleich verbunden mit der Frage nach allem Sein: weil wir dadurch – und jetzt kommt das vierte – dass wir nicht nur als drittes zwischen zweien sind und diese beiden wahrnehmen, also differenzieren, denn schon wahrnehmen heißt: „Einen Unterschied machen“, sondern dass wir außer diese beiden wahrzunehmen auch noch wahrnehmen – differenzieren – können, wie wir selbst uns selbst wahrnehmen. Ab hier wird es richtig interessant. Denn damit sind Sie – Esoterik – in jenen abgelegenen Tempel gelangt, der in Ihnen selbst das Tor zur Herkunft aus der Erde zu einem offenen Tor in die Freiheit des Geistes macht. Denn „zu wissen, dass man/frau weiß“ ist schon ganz geistig, ist schon eine Gegenwart der geistigen Welt in unserem Dasein.

„Esoterik“ übrigens ganz offenbar und gar nicht geheim. Das ist, wie mit dem Duft einer Rose. Sie denken sich den Duft einer Rose, und ein klein wenig haben sie ihn in der Nase deswegen. Ihr Gegenüber weiß davon nichts. Daher ist dieses Wissen „esoterisch“. Esoterisch bedeutet im Sinne von „verborgen“ alles, was naturgemäß verborgen ist, weil wir diese Erfahrung in uns haben, und sie eben allein schon deshalb nicht objektivierbar ist, weil wir selbst ja das handelnde Subjekt sind.

Wenn wir noch weiter gehen können und wollen, dann suchen wir das philosophische Gespräch. Es gibt Menschen, die können ein solches Gespräch kaum ertragen. Oder sie führen es tief emotional. Oder gar nicht. Oder auch zynisch. Oder aber auch mit Feinfühligkeit und Interesse.

Wenn wir nun zur Ich-Du Achse zurückkommen, dann können wir merken, wie, gleich der Küstenlinie, wo das Wasser an die Felsen brandet, überall solche Grenzen sind.

Diese Grenze ist die Ich-Du Achse und darum ist der Aszendent, also das aufsteigende Zeichen im Osten: und wir erinnern uns, einmal am Tag muß jedes Teichen aufsteigen, so ist Tag einfach definiert, die Energiequelle des Horoskops, so wichtig.

Wenn Sie sich nun vorstellen, der Fluss fließt von der Quelle an, und da kommt der erste Punkt, wo sich am Ufer des Flusses Strudeln bilden, die die Fließrichtung umkehren, was ja eigentlich sofort passiert, aber hier geht es um das Bild: da fließt also das Wasser kurz in Gegenstromrichtung, um dann aber wieder den Weg in Stromrichtung zu finden, dann haben wir die Bedeutung des Du-Punktes im Horoskop.

Wenn sie in diesem Bereich – im 7. Haus, dem Du-Haus den Mars im Löwen haben, dann bleibt das ihr persönlicher Löwe-Mars. Und doch geht die Kraft, weil sie etwas entfernt steht, ebenso, wie Sie Ihnen gehört, auch von anderen aus.

Es gilt also sich zu merken: Das Horoskopbild ist ein maßstäblich reduziertes Modell des Tierkreises, der nicht von den „Sternbildern“ her stammt. Die wahrscheinlichere Herkunft des Tierkreises ist älter, als die Bezeichnung der Sternbilder, denn viele Kulturen kennen die Einteilung der Ekliptik nach 12 mythischen oder archetypischen „Bilder“, doch die Bilder sind unterschiedlich.