Liebe … ,
vielen Dank für Deine mail. Du gibst Dir soviel Mühe, mich auf andere Gedanken zu bringen, und allein das ist schon wertvoll. Du siehst es auch sehr richtig: ich bin nicht gegen Wissenschaft. Im Gegenteil: sie ist eine wertvolle Methode. Ich glaube aber nicht, dass der „wissenschaftliche Fortschritt“ so viel möglich gemacht hat und so schwer zu verstehen ist, das sind nur Versuche, eine künstliche Überlegenheit zu schaffen. Wissenschaft sollte eine Wissenschaft vom Leben werden. Das ist sie in unserem Zeitalter nicht. Die Lebensenergie selbst wird nicht erkannt, alles wird auf leblose Materie bezogen, aus der irgendwie per Zufall Leben entstanden sein soll. Das kann nicht stimmen. Jeder Naturwissenschaftler, der das versteht, müßte seine Rolle hinterfragen. Denn dann ist das Leben das erste Prinzip des Universums, und nicht das Letzte. Das bedeutet nicht, dass man keine Wissenschaft betreiben kann, aber vielleicht sind unsere Ansichten deshalb so verschieden, weil es mir tatsächlich nicht um kleine Veränderungen geht an dem, was heute allgemein gewerkelt wird und anerkannt ist, sondern um eine wahre Kehrtwendung und Erleuchtung, die Wissenschaft als Geschenk des Geistes aufzunehmen vermag, der selbst wiederum garantiert nicht wissenschaftlich ist.
Schau … : Alles greift mit Allem ineinander, Wissenschaft ist keine Realität (außer eine soziologische) sondern nur ein Modell. Das darf man nicht vergessen. Auch in der Wissenschaft sind viele Theorien und Prinzipien historisch am Wegrand geblieben, nicht weil sie falsch sind, sondern weil sie gerade politisch oder gesellschaftlich nicht der Richtung entsprachen, die gebraucht wurde. Beispielsweise das Äther-Modell, welches jetzt jedoch, durch Hintertürchen und mit anderen Namen versehen (Dunkle Materie, Hawkins-Strahlung, String-Theorie, ect.) wieder herbeizitiert wird. Viele wertvolle Ideen wurden von den Nazis ruiniert und, noch einmal: Wissenschaft baut viel zu viele tödliche Waffen. Wenn es hier eine „Nachfrage“ gibt, dann bleibt es dennoch den Einzelnen überlassen, sie schlicht nicht zu bedienen.
„Der Teilchenstrahl ist eine tödliche Waffe, käme er vom Kurs ab, würde er sich viele Meter in den Untergrund 100 Meter unter der Erdoberfläche bohren.“, schreibt Spiegel-Online am 20.09.08 – dabei geht es mir um die treffenden Metaphern.
Was also in der Wissenschaft fehlt, ist das Leben selbst und damit auch der Geist. Was sich „Biologie“ nennt, oder „Genetik“ ist nicht Wissenschaft des Lebendigen, sondern mechanisierte Menschlichkeit, die damit aufhört, Menschlichkeit zu sein.
Was die Ökonomie angeht, ist sie wohl die wahre Esoterik, wie Paulo Coelho in dem aktuellen Spiegel-Interview bemerkt: niemand versteht sie, niemand kann sie erklären. Du sprichtst davon, dass man bereit sein muß, den „Verlust auf sich zu nehmen“, wenn Banken zusammenbrechen. Worauf ich versucht habe, hinzuweisen, das ist: auch zu Zeiten, wo der Markt boomte (und in bestimmten Bereichen tut er das immer noch) gab es sehr viele Menschen, die gewaltige Mehrheit des Erdkreises in der Tat, die da bereits Verluste auf sich zu nehmen hatte, und keinen Gewinn! Für diese Menschen geht es nicht um „Verluste auf sich zu nehmen“, denn sie konnten schon in vermeintlich guten Zeiten nicht überleben. Da reicht es auch nicht, „den Hunger beseitigen zu wollen„, sondern es gilt, zu erkennen, wie der vermeintliche Profit und die Gier eines kleinen Teils der Menschheit den größten Teil derselbigen de Facto zu Sklaven macht. Obwohl niemand wirklich zu wissen scheint, wie Ökonomie „funktioniert“, so ist doch bekannt, wer wem warum Waffen für Rohstoffe verkauft, wer wem warum unter Zuhilfenahme von Korruption Wucherkredite aufzwingt, die es unmöglich machen, noch ein Budget für Infrastruktur und Bildung zu kultivieren, und wer wem und warum Geheimdienste auf den Hals schickt, um Politiker zu ermorden, die demokratisch gewählt sind, aber bereit, die Unterdrückung und Ausbeutung zu verändern: Lumumba, Allende, die Einsetzung des Schahs von Persien durch die CIA, jetzt versuchsweise Evo Morales in Bolivien … und und und (vieles unaufgeklärt) … „Bestes“ aktuelles Beispiel ist der ökonomisch motivierte Völkermord im Sudan.
„Wir verlieren nur ein Teil von dem, was wir vorher künstlich erzeugt haben.“ Das sehen amerikanische Hausbesitzer, die nicht auf Pump ihr Haus finanziert haben, völlig anders, denn sie sollen jetzt dafür aufkommen, daß andere, in der Tat schlicht und ergreifend Zocker, die zum Teil mit Millionenabfindungen in den Ruhestand geschickt werden, mehr als unseriöse Arbeit geleistet haben. Diese sogenannten Mittelständler haben nach den „Boom-Jahren“ 2000 $ p.a. de facto weniger in der Tasche, und müssen jetzt zusätzlich für andere einstehen, die sich auf den Bahamas sonnen? Sollten Ökonomen vor den Folgen gewarnt haben, so fragt man sich, warum sie nicht durchgedrungen sind? In jeder Rating-Agentur arbeiten studierte Ökonomen, die sehr wohl bereit waren, Milliarden und Aber-Millarden von Krediten, die allein durch 100%tig finanzierte Immobilien abgedeckt waren, ein triple A-Zeugnis auszustellen. Warum?
Es wird also diesmal nicht gehen, im Zuge des Laufs der Welt einfach die Verantwortung auf das komplizierte und unverständliche System abzuschieben, meine und hoffe ich. Wenn ich astrologisch Wissenschaft und Banken-Kriese parallel setzte, dann tue ich das, weil Astrologie tatsächlich „alles miteinander in Verbindung“ stellen muß, das entspricht ihrem Wesen. Ich kann gar nicht hingehen, und sagen: ach, beides hat miteinander nichts zu tun, dann machte Astrologie keinen Sinn. Vielmehr muß ich nach einem gemeinsamen Nenner zeitsynchron auftretender Ereignisse (eigentlich eine Tautologie) suchen, und davon bekommt die Astrologie auch keine „Verdauungsstörungen“, sondern sie blüht überhaupt erst auf. Deshalb ist ja die Astrologie, im Gegensatz und vielleicht zum Ärgernis der „anerkannten“, aber zersplitterten Wissenschaften, eine ganzheitliche.
Herzliche Grüße
Markus