Uncategorized

Sri Aurobingo

Nürnberg 18:06 – das ist wieder so ein typischer August in Franken: regnerisch und kühl. Da rebelliert mein Krebs-Mond, der es warm und angenehm braucht. Als Ausleich für die unerträgliche Jahresezeit hätten wir hier gerne einen schönen, langen, satten Sommer. Doch so ist es nicht. Hm … Sri Aurobingo gehört zu den Weisen des letzten jahrhunderts, der lauter Dinge gesagt und getan hat, die schlicht menschlich sind, und die heute zum Allgemeingut des normal erleuchteten Individuums gehören. Man vergißt nur allzu schnell, dass dies gerade deswegen der Fall ist, weil es solche Menschen wie Sri Aurobingo immer wieder gibt, die in der Kraft ihres Bewußtseins den Level für die ganze Menschheit höher hängen.

Was er in Worten gesagt hat, ist überdies nur die eine Seite. Die andere ist seine ganz persönliche Kraft und Ausstrahlung. Geboren am 15.08.1872 um 05:00 AM in Calcutta, verbindet er in seiner Person die humanistische Bildung und das Wissen des Westens mit den Weisheitslehren und spirituellen Traditionen Indiens. Er wird gerne als „Nationalist“ Indiens bezeichnet, der im Westen, in Camebridge, studierte. Doch „Nationalismus“ für Indien war damals ein anderes Wort für Befreiung. Ganz entschieden trat er gegen die Nazis ein, und erkannte auch den Unsinn in Nietzsches (15. Oktober 1844 10:00 in Roecken) Haltung vom „Übermenschen“.

„Der erste Prozess im Yoga ist der: entschieden sich selbst hingeben wollen. Lege dich mit deinem ganzen Herzen und all deiner Kraft in Gottes Hände. Mache keine Bedingungen, bitte um nichts, nicht einmal um Vollkommenheit im Yoga, um überhaupt gar nichts außer um das eine, dass in dir und durch dich sein Wille direkt getan werden möge. Denen, die etwas von ihm wollen, gibt Gott, was sie wollen, denen aber, die sich selbst geben und nichts verlangen, gibt er alles, worum sie sonst vielleicht gebeten oder was sie gebraucht hätten, und sich selbst und die spontanen Gaben seiner Liebe gibt er noch dazu.“ aus Essays in Philosophie und Yoga, übersetzt von Otto Wolff

Was mich an seinem Horoskop begeistert, ist die klare Art, wie uns hier der Himmel zeigt, dass wir es mit einem Menschen zu tun haben, der alle Fähigkeiten für seinen Lebensweg der großen Wirkung mitbringt:

Schon allein Jupiter am Aszendenten im Löwen, die Sonne in eben diesem Haus, und dann wird der Mann ein Yogi! Sich ums Geld nicht sorgen müssen: Merkur im zweiten; und tatsächlich hat er mit einer Tätigkeit in der Abteilung für Briefmarken, Steuern und Post des Fürstenstaates Baroda gearbeitet, bevor er auf eigenen Wunsch 1900 zum Professor für Englisch und Englische Literatur am Baroda College ernannt wurde; beides Merkur in der Jungfrau. Neptun in Haus 9 ist der Planet für lange Seereisen (zunächst nach England) und dann das Fenster zur Erleuchtung, die er nach eigenen Angaben am 24. November 1926, wenn er es wohl auch bescheiden so nicht nannte, erlebte. das war kurz vor der dritten Mondknotenwiederkehr und der zweiten Saturnwiederkehr. Damals stand Mars rückläufig im Stier, und bildete eine Konjunktion mit Aurobingos Pluto im 10 Haus: der unbedingte Wille ein realistisches, wirkliches hohes Ziel zu haben. Vorbereitet wurde diese Erleuchtung durch die langen Jahre, die Neptun durch den Löwen ging, also bei ihm das Aszendentenhaus und das Sonnen-Selbst spiritualiserte. Tut Neptun das bei jedem? Wer Wassermänner, wo Neptun heute steht, so die letzten 10 Jahre beobachtet hat, mag ein Urteil darüber abgeben. Jupiter selbst lief damals im Wassermann, für Sri Aurobingo im Partnerhaus. Saturn und Uranus hatten ein Trigon. Uranus stand, ebenso wie heute rückläufig in den Fischen, also in seinem Haus 8, und damit dem natürlichen Haus der Wandlung, und Saturn war im Skorpion in Haus vier; ein ‚Grund‘ und eine Erbschaft vom Vater – möglichweise geistiger Natur – als Begünstigung dessen, was sich vollzog.