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Merkur im Trigon zu Neptun

Nürnberg 19:55 – wenn der Götterbote sich mit jener Kraft in ein harmonisches Verhältnis bringt, die für die Geist-Welt als ganzes steht, also mit Neptun, so ist damit zu rechnen, dass sensible, hellfühlige Menschen tatsächlich vermehrt Erscheinungen wahrnehmen. Und so verhält es sich auch. Wer als Kind „Geister“ sehen konnte, tut das dieser Tage oftmals unvermittelt wieder. Von Menschen, die „mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen“ dabei gern belächelt, doch oftmals sogar in großer existenzieller Not, denn für den/die Wahrnehmende sind diese Dinge ebenso real, wie anfassbare Gegenstände. Wer es gar gewohnt ist, täglich damit Umgang zu haben, hat für wahre Realisten nur ein Lächeln übrig.

Foto Markus Termin

Das Bild dieses Gartens, des Hesperiden-Gartens in Nürnberg, führt uns zurück in eine Zeit, der Renaissance, wo es dem offensichtlichen Ideal entsprach, der Natur eine Ordnung zu geben. Noch waren die Wälder nicht – im Zuge der später aufkommenden industriellen Revolution – bevor also man faustisch auf die Kohle als Rohstoff auszuweichen lernte – runiert. Wir tragen uns mit einem Energieproblem, das seit dieser Zeit immer nur in der Instanz verschoben, jedoch nie gelöst wurde. Tatsächlich kann man, begibt man sich in so einen Garten, eine tiefe seelische Ruhe finden und genießen. So wichtig es auch sein mag, die Urwälder zu erhalten, so sehr glaube ich, dass dieses Ansinnen nur mit Hilfe der Garten-Idee verwirklicht werden kann, wonach es zur Zeit keinesfalls aussieht. Hier in so einem Garten sind auch die Geist-Erscheinungen kultiviert, die den Menschen noch zur Zeit der Schöpfung solcher Gärten selbstverständliche Lebensbegleiter waren. Natürlich hat man von daher die trockene Logig der Wissenschaften als Befreiung empfunden. Wer hätte gedacht, dass sich diese Perspektive wiederum umdreht, und dass ausgerechnet das Befreiende in seinen praktischen, technischen Anwendungen zum Hauptfaktor der Unterdrückung wird, während die unterdrückte Erweinungswelt wie eine Befreiung erscheint? Das Schönste an diesen Gärten ist ja dies: wir müssen keine Autos sehen. Wie gut, dass diese Visionen, wenn auch nur als winziges Bruchstück, erhalten sind – so wie hier der Hesperidengarten von Nürnberg – durch weise Menschen nach dem Dreißigjährigen Krieg angelegt, und in unseren Tagen durch Freiwillige dem Verwildern und Vergessen erneut abgerungen: die Gärten zogen sich einst wie ein Ring um fast die gesamte Stadt: sie sind wie ein Lehrbuch für den Umgang mit Kunst, Kultur und Natur, ein Ort an dem Ideen erscheinen können, die den Weg in die Zukunft weisen: Merkur – Neptun, ohne den blechernen Wahnsinn der Gegenwart.