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Mars trifft Saturn

Foto Markus Termin

Nürnberg 15:07 heiß ist es heute, sehr sonnig – die beiden „Übeltäter“ sind in der Jungfrau versammelt. Am 11. Juli werden sie in Konjunktion zueinander gehen, in der Jungfrau. Wollte man diesen Aspekt übersetzten, so müßte man davon sprechen, dass hier mit Gewalt (Mars) Ordnung (Jungfrau) im Sinne des Gesetzes (Saturn) gemacht wird. Menschen mit einem disharmonischen Saturn – Mars Aspekt, also Opposition, Quadrat, Konjunktion, sind nicht selten gehemmt in ihrer Durchsetzungskraft, und zwar – wie immer in der Astrologie – unabhängig von ihrer Psyche, ihnen von außen begegnend. Das Kind, welches in der Schule gemobbt wird, ist eine typische Ausdrucksform. Doch auch hier gilt: aus jeder Schwäche wird, überwunden, eine besondere Stärke. Beispielsweise wäre dies die natürliche Autorität dessen, der/die sich selbst regiert. Die eigene Kraft beherrscht. Denn gerade, wo die besondere Gefährdung zu einem unbeherrscht sich Luft machen besteht, ist die Kraft der Selbstüberwindung von besonderem Wert. Für die gegenwärtige Konjunktion von Mars und Saturn kommt noch ein Pluto-Trigon einher. Pluto, aus dem Schützen rückläufig, stellt somit Energie zu Verfügung. Ein Quadrat müßte mehr zu denken geben. Doch es gibt ja noch Uranus in den Fischen, der dazu eine Opposition bietet, und deshalb die Spannung erhöht. Tritt nun noch der Mond in einen Quadratischen Aspekt zu dieser Konstellation (im wahrsten Sinne des Wortes), also am vierzehnten und fünfzehnten Juli im Schützen, so bietet sich ein Bild der extremen Spannung. Hier zeigt sich auch ein grundsätzliches Problem im Zusammenhang mit Prophezeiungen, wie es schon im Buch Jonas dargestellt wird. Das ist der, dessen unfreiwillige Erleuchtung durch den dreitägigen Tempelschlaf im Bauch des Walfisches symbolisiert wird. Er erkennt in der Folge – so steht´s in der Bibel – wie Gott das verderbte Ninive vernichten will. Doch gibt´s eine Frist. Jonas geht nach Ninive und beschwöhrt die Bewohner, umzukehren und Vernunft anzunehmen, da Gott sie sonst vernichten würde. Lustigerweise geschieht das Unvorstellbare: die Bewohner folgen dem Propheten Jonas. Sie glauben ihm, und kehren um. Und so ist Gott denn auch bereit, die Stadt zu verschonen. Man ist verblüfft, so wenig entspricht dieses Potenzial der Wirklichkeit unserer Erfahrung. Diese Geschichte ist nicht wahr, und sie stimmt doch. Es sind – tatsächlich – Weise von Jonas Format, die wir getrost als Illuminaten bezeichnen können. Könnten, denn ganz wie im Donald Duck bleibt untröstlich zurück: Jonas, denn seine Prophezeihung hat sich nicht erfüllt. Und Gott bietet ihm sogar noch eine dritte Lektion, um ihn endlich zu erleuchten. So muß wohl jeder, der etwas Negatives prophezeiht, sich irgendwie vorwerfen lassen, dass er/sie an diesem negativen Werk mitgewirkt habe, irgendwie, und sei´s durch die Prophezeihung. Dazu gehören für mich auch und immer mehr die Auguren der Wirtschaftsentwicklung, die mit ihrem Marktgeflüster all die Ruhe aus dem Alltag nehmen, die Kinder und Erwachsene für ihre Reifung bräuchten. Verhindert er/sie das Übel jedoch, so gilt der Prophet gar nichts. Was natürlich viel besser ist. So wäre also eine Faustregel zu entwerfen, die Ähnlichkeit mit dem moralischen Problem des Kriegsberichterstatters hat: „Helfen oder Fotos machen?“ – die Faustregel: hat man herausgefunden, dass etwas Problematisches in der Luft liegt, so kämpfe man dagegen an, manchmal wie Jonas alias Don Qichotte, manchmal indem man/frau schweigt und betet. Übrigens: auch wenn die klassische Astrologie Mars und Saturn als Übeltäter bewertet, die gewissermaßen gut stehen, wenn sie schwach sind, so relativiert sich das durch den neuen psychologischen Ansatz, der meines Erachtens mindestens so bedeutend ist. Dort sind Mars und Saturn die Kraft sich durchzusetzen und die Fähigkeit, eine Struktur zu finden.