Martin Heidegger, am 26. September 1889 in Meßkirch geboren, wurde uns – obwohl sehr früh mit dem Nationalsozialismus liebäugelnd, dann wieder vom Nationalsozialismus mißtrauisch bei Seite geschoben – von den Franzosen erst so richtig an Herz gelegt. Sie meinten, in ihm einen Denker zu erkennen, der tatsächlich nicht die Vergangenheit wiederkäute, sondern eine einzigartige Sicht auf die Welt zu bieten hatte. Heidegger lesen bedeutet, sich auf einfachste Dinge einzulassen, die uns zu verstehen aber gleichwohl unglaublich schwer fällt und deren Inhalt wir sofort wieder vergessen. Ihn zu lesen, bedeutet, sich dessen bewußt zu werden, dass Worte und Sätze wie Fenster sind, durch die hindurch wir etwas be-greifen können. Und eben auch zu erahnen, wie weit weg wir vom Einfachsten, Selbstverständlichsten sind. Zeit seines Lebens liebte ihn Hannah Arendt, eine seiner Schülerinnen, wie er eine Waage-Sonne. Ich muß mich hier heute kurz halten, und will die nächsten Tage ein Beispiel für das bringen, was ich mit dem „Einfachsten“, welches gleichwohl offensichtlich das Schwierigste ist, meine.


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