Weltbild

Leben und Licht! Ab heute werden die Tage länger! Juchu!

Und hier geht, liebe Leserinnen und Leser,

nun doch weiter mit erwähnter Debatte, denn gerade vor Weihnachten muß man einmal klar dagegen halten, was Kirche und Wissenschaften verbreiten:

Der Unsinn der nichtreduzierbaren Komplexität | Astrodicticum Simplex | ScienceBlogs.de – Wissenschaft, Kultur, Politik

O.k. Leute, jetzt bleiben wir mal auf dem Teppich. Erst mal zum Persönlichen – ob ich was von Chemie oder Physik verstehen: also, wenns ich´s brauch, dann ruf ich immer meinen großen Bruder an der Westküste an, und der erklärt mir alles :-) Wir haben da eine Aufgabenteilung. Und Daddy hat seine Diplomarbeit damals über „Germanium“ geschrieben, war bei der Entwicklung der Glasfaserkabel (Dynamit Nobel) beteiligt, für die er, wenn ich nicht irre, sogar ziemlich lang Patente gehalten hat. Auch meine Mum ist Diplom-Chemikerin von einer unglaublichen Gedankentiefe. Nicht, daß dies nun bedeutete, ich hätte gewissermaßen die Naturwissenschaften im Blut, aber es hilft schon sehr, in einer naturwissenschaftlich diskutierenden und kenntnisreichen Familie aufgewachsen zu sein, die außerdem ein unerschöpflicher Quell naturwissenschaftlicher Nachrichten aus aller Welt ist, wie Sie sich denken können … Also mäßigt euren Ton, oder ich hol meinen großen Bruder :-)

Mein eigenes Gebiet ist eher die Philosophie und ich bin Werbefotograf.

Aber nun zu den Fakten, die ich bei sämtlichen oberen Kommentaren nach meinem obigen vermisse: nur, weil Sie davon ausgehen, daß ein physikaler Begriff, Entropie, sich dringend auf alles Physikalische beziehen muß, und damit automatisch das Biologische einschließt, muß das nicht stimmen. Oben habe ich bereits erklärt, daß es keine Möglichkeit gibt, logisch zu begründen, warum das Leben nach der Materie entstanden sein sollte?! Dafür gibt es, auch wenn Ihnen der Gedanke völlig abwegig vorkommt, überhaupt keine Begründung. Deswegen bitte ich wissenschaftlich zu bleiben, und mir nur einen einzigen Grund zu nennen, warum es sich so verhalten sollte, wie Sie alle offensichtlich glauben, daß die Biologie eine Funktion der Physik ist, und nicht umgekehrt. Wenn Sie sich an das Ungewöhnliche dieser Auffassung ein wenig gewöhnt haben, dann diskutiere ich mit Ihnen nach Weihnachten gern, warum das Leben tatsächlich in der Hierarchie höher steht, als die von der Physik zumindest bislang berührten Gebiete und eben jenes Prinzip ist, das die von Ihnen im weitesten Sinne als „Entropie“ bekannte Bewegung umkehrt: das ist sogar die Hauptfunktion des Lebens. Kleiner Tip: wenn wir über „Das Leben“ sprechen, können wir nicht in der von @Monod so bravourös dargestellten quais maschinellen Funktionalität bleiben. Wenn wir wissen wollen, was alle Werkzeuge gemeinsam haben, reicht die Beschreibung von Schraubschlüssel und Bohrmaschine nicht. Ebenso ist es mit dem „Leben“: es ist nicht die Summe seiner Teile, sondern etwas anderes, sonst hätten wir gewiss gar keinen Begriff davon.

Frohe Weihnachten!

24.12.2010: @ Dr. Weihnachtsbebar: Ich schätze Jörg Friedrich außerordentlich als einen Soziologen, der meint, seine Soziologie sei Philosophie. Das macht aber nichts, er befindet sich damit in bester Gesellschaft und hat sicher auch so Interessantes zu sagen und vielleicht kommt er ja eines Tages noch wirklich zur Philosophie?!

Was ich von Messung halte?! Unbedingt und absolut wichtig. Messen ist ein Vergleich. Mindestens zwei Größen werden in Bezug zueinander gesetzt. Nur ist das ja eben der springende Punkt: zum einen, wie bereits ausgeführt und bedauerlicherweise von Dr. Weihnachtswebbär auch nicht so verstanden (?): die Zahl „1“ ist bereits Ausdruck einer von uns rhythmisch erfahrenen Bewegung, mithin auch „Zeitintervall“ genannt. Sie steht zunächst für das Ganze eines tropischen Sonnenumlaufes. Die Verwirrung kommt auf, wenn wir statt „1“ „c“ sagen – die Lichtgeschwindigkeit – und via Erfindung einer Zusatzdimension den Raum konstitutiv um jenes Absolute „c“ gleichsam herumbiegen und die Losung ausgeben: sonst seien alle Größen relativ. Wie finden nun echte Physiker heraus, ob das stimmt? – Sie messen. Und das haben Sie an den zwei entgegengesetzten Enden getan: im Mikrokosmos ergibt sich eine „spukhafte“ Abstimmung der Dinge zueinander offenbar in gar keiner Zeit = Nullzeit (oder unendlich schnell). Im Makrokosmos reflektiert die sich uns zeigende Wirklichkeit am „Rand“ des Universums vielfache Lichtgeschwindigkeit sich voneinander entfernender Galaxien, relativ zum Beobachter. Mindestens bei zweiterem Beispiel zeigt sich offenbar, daß die Theorie auch die Lichtgeschwindigkeit selbst relativiert, und es gibt keinen Grund, anzunehmen, dies sollte nur am „Rand“ des Universums der Fall sein.

Was machen die Physiker? Tun so, als seinen beide Tatsachen nicht vorhanden und schimpfen auf ihre Kritiker, fuchteln auch ein wenig mit Formeln: es werde ja keine Information mit Überlichtgeschwindigkeit übertragen, als wäre Quantenteleportation keine Information, als wäre die Nachricht vom „Rand“ des Universums ebenfalls keine. Man behilft sich andererseits mit gespiegelten Messungen von „c“, die entweder sehr unsicher, oder durchaus anders interpretierbar sind und überhaupt nicht zwangsläufig ein fixes und konstantes „c“ ergeben.

„Raum“ ist heute bloß ein von der „Zeit“ abgeleiteter Begriff, und „Zeit“ selbst könnte mit Recht höchstens jene phanatsievolle Verzerrung der Raumzeitstruktur genannt werden, welche sich imaginär bildet, wenn „Zeit“ mit „Zeit“ definiert wird (denn nichts anderes ist eine Geschwindigkeit).

Nun versucht man – und da hat @naonna eine gute Beobachtungsgabe – mit aller Gewalt systemimmanent die Wahrheit zu kaschieren – womit sie – armer Tölpel von Student, der hier reingeschneit kam – die nächste vollends verwirrte Generation heranziehen. All das erinnert doch sehr an die Scholastik des Mittelalters.

Insofern stimme ich dem Dr. Weihnachtswebbären in der Tat zu, daß die Werte der Aufklärung die allerwichtigsten sind: aber sie müssen heute bedauerlicherweise in Biologie und Physik gegen die Naturwissenschaft verteidigt werden.

@ Bullet: „Nicht jede Ortsveränderung ist eine Bewegung.“ – mal ganz abgesehen davon, daß der „Ort“ ja nach gängiger (und von mir für falsch gehaltener) Theorie durch die Bewegung erst konstituiert wird, zeigen ihre argumentativen Bemühungen recht eindringlich, was ich oben darlege. Sie schränken auf „kontinuierliche Bewegung“ ein und führen eine sprunghafte, also spukhafte Bewegung zum Beweis an, die Sie beobachtet haben wollen: aber genau das ist ja Thema. Um von hier nach dort zu kommen wäre eine Strecke zu bewaltigen oder der „Raum“ quasi „unphysisch“ zu überwinden. Eben genau das, was die Quantenteleportation zeigt.

@MartinB: Ihren Unmut könnte ich wohl nachvollziehen, soweit sich das auf beleidigende Sprache o.ä bezöge … daß Sie hier aber fachlich einer Diskussion aus dem Weg gehen, nicht. Man kann nun einmal nicht physikalisch über Physik oder biologisch über Biologie sprechen, es bedarf der Philosophie. Sich dann aber zu wundern, wenn Sie extrem kontroverse Standpunkte provozieren, daß es aus dem Wald zurückschallt?! Nein: so einfach verziehen wir uns nicht, wir waren geladen. Dann greifen Sie eben zu den Ihnen sicherlich zur Verfügung stehenden Mitteln, wenn es beliebt. In meinem Blog kann ich vor allem die gewohnheitsmäßig ausfallend werdenden Naturwissenschaftler nicht gebrauchen. Ansonsten können wir dort gerne weiter diskutieren, aber jeder, der sich im Ton vergreift, fliegt raus.