Liebe Leserinnen und Leser,
Venus und Merkur bieten dieser Tage einen feinen Anblick und ich werde meine Chance wahrnehmen, heute Abend mal zu gucken, ob sich Merkur nicht in Begleitung von Venus doch am Abendhimmel entdecken läßt. Das ist sonst nicht einfach. Einmal ist Merkur, weil im Gefolge der überstrahlenden Sonne, nur ganz kurz am Abend zu sehen, zum anderen findet man in Nürnberg kaum irgendwo einen flachen Horizont, Bäume und Häuser immer dazwischen. Und gestern waren´s die Wolken. Heute jedoch bietet der Himmel ein wunderbares Paula-Blau, da soll mich nichts abhalten!
Astrologisch hatten wir bis vor kurzem genau die Konstellation, die Stunden- oder Elektionsastrologen in die Irre hätte führen können: zeigten doch die Ephemeriden eine kontinuierliche Annäherung beider Planeten, die – so hätte man meinen können – sicherlich auch in einer Konjunktion münden würde, wenn der normalerweise schnellere Merkur die Venus nur erst erreicht hat.
Ginge es zum Beispiel um die Begegnung der Liebe, und im Stundenbild hätten wir für sie, weiblich, die Venus zum Symbol gefunden, für ihn nach den Häusern der Bedeutung den Merkur, allzuschnell währen wir versucht gewesen, die freudige Botschaft zu verkünden: „Ja, klar, das Treffen findet statt!“
„Allmächt!“ hätten da die Nürnberger ausgerufen, „Welch a Freid!“ Nun aber, es kommt zunächst anders! Denn bevor Merkur noch die Venus küssen kann, da wird er – zumindest von uns, von der Erde aus gesehen, und darauf kommts an – immer langsamer und mündet dann in der unteren Konjunktion mit der Sonne in seine Rückläufigkeit (18.04.2010 06:05).
Ich hoffe bloß, die bekommen`s hin, vorher mein Fahrrad zu richten, bevor es dann wieder heißt: silly time! (Die Nürnberger können davon berichten in ihrer seit einigen Jahren „führerlosen“ U-Bahn 3: „Allmächt, noch a mol!“ – wenn wieder mal eine Taube im Schacht durch die Lichtschranke fliegt und die lieben Leut Stunden im Tunnen sitzen.)
Ja und, war das schon alles? Nicht ganz. Nehmen wir Venus und Merkur als die Signifikatoren der Liebenden – wozu sich schon ein Anlass finden wird – dann haben wir da ja noch den Mond. Und der spielt – klassisch – Überträger des Lichts. Zwei Sachen bewirkt er vor allem dadurch: erst mal wird er ein Quadrat zu Merkur bilden, dann eines zur Venus. Man tut also abermals wohl daran, sein Mundwerk gegenüber der Geliebten zu halten, denn da kann leicht aus so einem Quadrat ein Aufeinanderprallen werden, das wäre nicht schön und um sowas zu vermeiden haben wir schließlich die Astrologie. Also: obwohl Merkur und Venus sich zunächst nicht treffen, bekommen sie es miteinander zu tun, bald, aber nicht, wie sie vielleicht wünschen. Dies jedoch etwas später schon! Wenn nämlich der Mond in die Fische wechselt, Samstag den 10.: in aller Herrgottsfrühe, gegen 3, da ist Zeit für Versöhnung, still, heimlich, wenn alle anderen schon schlafen … psssst!
Wann aber treffen sich Venus und Merkur tatsächlich persönlich, wann gibt es denn, bei soviel Nähe, eine richtige Konjunktion?
Innen Nürnberg 06.04.2010, außen 25.10.2010 15:15
Ja, die gibt es, aber nun schaut euch das Bild an. Astrologie ist einfach fantastisch. Denn Venus und Merkur finden sich erst, wenn sie sich beide um 180º gedreht haben, und zwar ganz genau. Ich habe das mit meiner Aspektscheibe eingestellt. Stier ist ja ein Zeichen der Sinnlichkeit, wenn es allerdings um Sex geht, oder keuscher, Fortpflanzung: da schauen wir, zumindest bei uns Menschen, lieber in den Skorpion. Wir sind nämlich keine Tiere, das Zeichen der menschlichen Sexualität ist ein Herbst-Zeichen, kein Frühlingszeichen. Und dazwischen liegt, immer wieder mit Übertragungen des Lichts durch den Mond, das ganze liebe Sommerjahr. Na, das ja heiter werden: „Allmächt!“

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