Weltbild

Till Eulenspiegel

till_eulenspiegelAbbildung 1515, erste erhaltene Ausgabe, da ging Pluto in den Steinbock, wie heuer auch.

Schon gestern hatte ich Gelegenheit, das Mond-Saturn Thema in Verbindung mit der Eule zu bringen.

„In großen Tagesreisen wanderte Eulenspiegel nach Nürnberg und blieb da 14 Tage. In der Nähe der Herberge, in der er sich aufhielt, wohnte ein frommer Mann, …“

so fängt die Geschichte an;  sie endet wie folgt, nachdem Eulenspiegel, der nicht zur Tafel geladen war, im Stil seiner naiv-derben Possen den Herren im Nebenzimmer tüchtig eingestänkert hat:

“ … Der Wirt merkte an seinen Worten, daß er von dem Gestank etwas wußte. …“

Hier ist alles schon passiert, Eulenspiegel war´s, jedoch er gibt es nicht zu!:

Aber er konnte nicht begreifen, wie Eulenspiegel das gemacht hatte, und wunderte sich sehr. Als Eulenspiegel aus der Stadt heraus war, begann der Wirt, in seinem Haus zu suchen, und fand den Blasebalg, der arg beschissen war. Er fand auch das Loch, das Eulenspiegel durch die Wand in seines Nachbarn Haus gebohrt hatte. Da durchschaute er die Sache sogleich, holte seinen Nachbarn dazu und erzählte ihm, wie Eulenspiegel dies alles getan habe und wie seine Worte gewesen seien.“

Nun hat gestern die NGO Attac, eine Nicht-Regierungs-Organsitation zu der als prominenter Vertreter in Deutschland auch Heiner Geißler gehört, eine Zeit-Ausgabe optisch gekapert, und das Erscheinungsbild des erlauchten Wochenblatts benutzt, um ein Spiegelbildliches Doppel zu produzieren, in dem Zukunftsnachrichten entworfen wurden. Also eine Art „Beschiss“.

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Und so geht der Original-Eulenspiegel weiter:

„Der reiche Mann sprach: »Lieber Nachbar, von Toren und Spielleuten hat niemand einen Vorteil. Darum will ich sie nicht in meinem Haus haben. Ist mir nun diese Büberei durch Euer Haus geschehn, so kann ich nichts dabei tun. Ich sah Euern Gast als einen Schalk an, das las ich an seinem Wahrzeichen. So ist es besser in Euerm Haus als in meinem Haus geschehen, vielleicht hätte er mir noch schädlichere Dinge angetan.«

Gleich doppelt ist Eulenspiegel Mond-Saturn, der Spiegel aber selbst ein Mond-Merkur Thema. Wir haben also die Eule: Mond-Saturn, und auf der anderen Seite den Spiegel: Mond-Merkur. Die Verdopplung einer Drucksache ist also wirklich eine gelungene Eulenspiegeliade, zumal DIE ZEIT sich nicht wehren kann, müßte sie doch andernfalls gegen diejenigen vorgehen, über die sie selbst zu berichten hat, und sich daher von Anfang an mit dem Befangenheits-Nimbus für einen objektiven Bericht disqualifizieren.

„Eulenspiegels Wirt sagte: »Lieber Nachbar, Ihr habt es wohl gehört, und also ist es auch: Vor einen Schalk soll man zwei Lichter setzen, und das muß ich wohl auch tun, denn ich muß immer allerlei Gäste beherbergen. Wenn ein Schalk kommt, muß man ihn aufs Beste bewirten.«“

Eine weitere Möglichkeit wäre, sie hätten es abgesprochen und DIE ZEIT war einverstanden, ein wenig nordisch-style verschaukelt zu werden. Dafür spricht die außerordentliche Qualität des Plagiats. Dies wäre dann jenes kluge „auf´s Beste bewirten“. Die Leute, in diesem Fall mein Café-Haus-Wirt, haben zwar z. Zt. wenig Humor und müssen extra darauf verweisen, dass dies nicht echt sei, die Vorschläge des Zeit-Plagiats selbst sind aber prächtig.

„Damit schieden sie voneinander. Eulenspiegel war dagewesen und kam nicht wieder.“

Die fiktiven guten Nachrichten sind vom 1. Mai 2010; ob dieses Beispiel wiederholt wird, sagt noch keiner:

„Sicherlich – ein paar Weltverbesserer wollten schon damals alles ändern. Eine gerechtere Gesellschaft sei möglich, das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, hieß es. Wenn jemand überhaupt darauf reagierte, dann mit Spott oder Entrüstung. „Unrealistisch, Wünsch-Dir-was-Politik, unbezahlbar,“ war die einhellige Meinung von Chefredakteuren, Professoren und Ministerinnen. Doch um die Meinungsführer von damals ist es längst still geworden. In den vergangenen Monaten wurde die Welt derartig auf den Kopf gestellt, dass dem einen oder anderen immer noch schwindelig ist.“

Von 13:10 bis 22:08 war gestern der Mond „void of course“ also im Wassermann nur Neptun getränkt, denn die Konjunktion zu Neptun war im Wassermann sein letzter Aspekt. Und Neptun: sagt nicht immer die ganze Wahrheit!

mond-neptun