Foto Markus Termin ©
Nürnberg 19:20 – eine Rosskastanie in der Hosentasche, so meine alte Nachbarin, sei ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma. Wie das? Es sei der Kraftkörper, der Lebensleib dieser Frucht, der sich mit unserem eigenen Lebensleib verbindet, wenn wir sie beständig in der Tasche tragen, daher also die Heilwirkung. Heute zu Waage-Neumond ist Michaels-Tag, und der Kampf gegen den Drachen ist einer, zu dem man den Mars braucht, der heuer im fremden Zeichen Waage noch nicht so recht kämpferisch gestimmt ist, was sich bald ändern dürfte, wenn nämlich der Rote Ritter am 5. Oktober in den Skorpion geht. Ihm, dem roten Mars, sind die Kastanien astrologisch zugeordnet, denn sie sind rot und sie haben Stacheln. Allerdings nehmen die Blätter, als Tee getrunken, die Hitze des Fiebers. Und sie wirkt auf das Gefäßsystem, also die Blutbahnen als Salbe aus der Frucht. Blut aber steht wieder in Verbindung mit dem Mars, der zu „seinen“ Pflanzen auch die Zwiebeln und alle Pflanzen, deren Geschmack scharf und brennend ist, zählt, also Senf, Knoblauch und Pfeffer, Rettich und Ingwer. Und tatsächlich sind all diese geeignet, Fieber zu „bekämpfen“. Zum Mars gehören aber auch Panther, Tiger, Wildesel, Stechmücken und sogar Fliegen.
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Was den Erzengel Michael angeht, so kann ich wenig Weises über ihn sagen. Man sieht ihn in Kirchenfenstern und auf alten Stichen als Reiter mit einer Lanze, die er ins Maul einer reptilienartigen Bestie stößt. Dieser Bestie können wir begegnen, heißt es: sie wohnt in uns selbst! Wie also der Kampf verlaufen wird, ist offen, wenn wir nicht selbst entscheidend eingreifen. Das gilt auch und insbesondere für die gegenwärtige „Kredit“-Kriese. Es gilt, den Fond zu überwinden, der uns selbst irgendwie verbindet mit dem reptilienhaften. Eine Wall-Street Karikatur zeigt einen Banker mit sauberem Hemd, jedoch dem Kopf und den Klauen eines Warans. Es sind Hinweise darauf, dass der Streit, der hier ausgefochten wird, sogar älter sein könnte, wie die Szene, die uns von Jesus im Tempel mit den Geldwechslern überliefert ist. Bekanntlich geht die Entwicklung des Menschen in der – nicht ganz falschen, sondern nur sehr ergänzungsbedürftigen Evolutionstheorie – auf Zeiten zurück, wo der Mensch und die Reptilien noch keine getrennten Wesen waren, sondern eines. Und die Saurier mögen zwar ausgestorben sein, doch ihre Geistnatur wohl nicht vollständig. Wenn wir nun die verölten Urwälder aus der Zeit ihrer Existenz in wenigen Genartionen plündern, wird auch vom Geist dieser Zeit sicherlich etwas freigesetzt werden. Fressen und gefressen werden, die Gesetze des reinen Neo-Kapitalismus. Ein Teil unseres Wesens hat jedoch Verbindung zu dieser uralten Daseinsstufe, und dieser Teil ist jener, den Michael – und wir mit ihm – im Kampf gegen den Drachen überwinden muß. Die Metamorphose dieser Dinge läßt sich auch am Gesang der Vögel begreifen, die sich, anders als wir, ebenfalls entwickelt haben. In den Einweihungsgeschichten wird vom „Hüter der Schwelle“ gesprochen, dem man begegnen kann, wenn man sich mutig im eigenen Bewußtsein auf die Wahrnehmung dessen einläßt, was wirklich da ist. Kosmologisch ist die Michaels-Zeit ein Einatmungsvorgang der Erde: die Orgon-Energie-Hülle des Planeten – ihr Lebensleib – zieht sich in die Erde selbst zurück, doch genau dadurch wird etwas möglich, was wiederum Voraussetzung für die neue Geistgeburt zur nächsten Wintersonnenwende kurz vor Weihnachten ist. Während draußen die Natur schrumpft, wächst umgekehrt proportional unsere weniger abgelenkte Geisteskraft, um gegen den Drachen in den Kampf zu ziehen. Dies bezieht sich auf die Nordhalbkugel, und ist auf der Südhalbkugel genau umgekehrt; dennoch haben unsere Tierkreiszeichen, soweit bekannt, auf der Südhalbkugel dieselbe Gültigkeit. Widder ist dort ein Herbst-Zeichen, Waage ein Frühlings-Zeichen. Daraus ergibt sich, dass Astrologie, mehr als wir vielleicht wissen, gebunden ist an ein morphogenetisches Feld einer ursprünglich mal gesetzten und auf der Nordhalbkugel erkannten Bedeutung. Dabei mag es hilfreich sein, zu wissen, dass die Tierkreiszeichen sich in ihrer Gegensätzlichkeit ergänzen und bedingen.


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