Nürnberg 13:28 – hier nur ein kurzer Nachtrag zu gestern. Auch Nachträge sind ja angebracht, wenn Merkur die Schleife dreht. Es ist die Abschrift der Antwort eines Briefes an eine liebe Freundin. Wenn ich´s schaffe kommt heute noch eine richtige Kolumne.
Liebe A.,
gerade nicht Du bist gemeint, sondern eben das praxisferne Bildungs Management in den Kultusministerien, zumindest hier in Deutschland! Du bist doch Praktikerin! Die Studiengebühren bleiben aber auch für wohlhabende Kinder absolut erschwinglich, die anderen müssen es sich zweimal überlegen. Natürlich ist die Frage wegen Kindern immer umstritten. Ich bin Deiner Meinung, dass Kinder eigentlich Freude sein sollten, und gar keine „Subventionen“ brauchen. Es geht nur um die bewußte Ungleichbehandung. Ursula von der Leyen, der Deutschen Familienministerin, selbst Mutter von sieben Kindern, geht es um die Förderung des Nachwuchses von gebildeten Eltern. Schulpflicht ist schön und gut, doch sie beinhaltet auch eine Verpflichtung der Schulen, die ihnen Anvertrauten tatsächlich zu bilden, meinst Du nicht? Da hat aber die Verwahrlosung wirklich bedrohliche Ausmaße angenommen! Lehrer leiden darunter mehr, als andere, und die Lehrergewerkschaft in Deutschland vertritt diese Meinung im Gegensatz zu den Kultusministerien sehr deutlich. Dies geschieht – eben durch jenes angeprangerte Beamtenmanagement – während gleichzeitig private Schulen, beispielsweise Walldorfschulen, gegängelt und schickaniert werden, beispielsweise die Prüfungsordnungen betreffend. Es liegt alles weit hinter dem Möglichen und Notwendigen, zumindest hier in Deutschland und vor allem an den sogenannten Hauptschulen. Es hat auch schon viele Aufforderungen aus der EU gegeben, das endlich zu ändern: alle werden ignoriert. Das mit den Kindern ist so eine Sache: „Man braucht ein ganzes Dorf, um Kinder zu erziehen“, hat mal eine kluge Person in Afrika gesagt. Aus meiner Erfahrung heraus, ist da nichts so zerstörerisch, wie der Isolationismus und auch der Sozialneid: denn die Familien brauchen die Kinderlosen absolut dringend zur Unterstützung. Schon ein verständnisvolles Lächeln eines Tischnachbarn zum trotzphasigen Nachwuchs – oder auch mal ein deutliches Wort – kann den Vormittag retten. In den Bussen auf Jamaica werden Kinder, wenn der Bus voll ist, oder die Mutter oder der Vater beschäftigt ist, den anderen einfach auf den Schoß gesetzt.
Das ist völlig selbstverständlich. Kommt ein Kind von der Schule nicht nach Hause, bemerken es die Nachbarn und vielleicht sogar der Busfahrer selbst. Alle fühlen sich verantwortlich und halten zusammen. Zumindest solange der Lebensstil noch nicht den soap-opera Rhythmus der TV-Vergiftung angenommen hat. Doch hier sind meist die Umsitzenden der Meinung, man habe sich den Nachwuchs selbst eingebrockt, nun soll man die Suppe auch selbst auslöffeln, und wenden sich ab, eifersüchtig vielleicht noch keinen eigenen Nachwuchs zu haben. Aber erst, wenn man selbst in der Situation ist, erfährt man, wie zerstörerisch diese Haltung ist. Und zwar gar nicht in Bezug auf die Eltern, sondern die Kinder selbst. Die bekommen nämlich die künstliche Gleichgültigkeit ihrer Umgebung sehr wohl mit, und versuchen deshalb auszuflippen, weil ihr noch intakter Instinkt diese Situation der Isolation in der Menge nicht erträgt. So werden dann die Eltern doppelt in die Zange genommen, und lassen schlimmstenfalls ihre Aggressionen wieder an den Kindern aus. Was das rein finanzielle betrifft, sehe ich es auch so, wie Du: würde der liebe Staat nicht seinen Bürgen allenthalben Knüppel zwischen die Beine werfen, um dann so zu tun, als wären seine großartigen Gaben eine Art feudales Geschenk. Dies gilt insbesondere für Familien. Denn durch die künstliche Isolation kostet jede Normalität Geld. Schon allein unter Menschen sein, kostet Geld, die Kinder vor der großzügig tollerierten Raserei auf der Straße zu schützen, kostet Geld, Bildung kostet Geld, ect. Versuch einmal eine Wohnung für eine Familie mit drei Kindern zu bekommen. Die drei Zimmer-Wohnung, die Du Dir vielleicht leisten kannst, wird Dir in aller Regel der Vermieter nicht geben: die sei für Dich zu klein. Die vier oder fünf Zimmer-Wohnung, die ist dann aber leider unerschwinglich. Und das Gehalt, um solche Wohnungen zu bezahlen, beziehen kinderlose Beamte, die sich dann auch noch anmaßen, über den Bildungsstandart Deiner Kinder zu entscheiden. Wenn Du dann kapitulierst und am sozialen Tropf hängst, hast Du im Umgang mit Behörden bereits einen full-time-job. Logisch: denn deren Tätigkeit ist ja bereits eine ABM Massnahme, die durchs Bürgergeld überflüssig würde. Viel mehr wäre noch zu sagen!
Mit herzlichen Grüßen
Markus

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