Nürnberg, 19:26 – Ab heute ist es heiß genug. Es donnert und blitzt in weiter Ferne. So groß meine Sehnsucht nach dem Süden ist, denke ich mir an solchen Tagen doch: wie kann man sich jetzt nur in eine Blechkiste zwängen, um dorthin zu fahren, wo es noch heißer ist, und man gleichwohl Lärm und Mücken zu ertragen hat? Januar, Februar, gewiss. Doch warum im Sommer dieses schöne, nahezu mückenlose Land verlassen? Die Entwicklung des Bezinpreises, so versprechen manche Medien, würde schon bald dahin führen, dass viel wenger (ein erfreulicher Verschreiber: bin scho zeh Joar in Franken) Autos unterwegs sein würden. Dieses Wort in Gottes Ohr. Mein Vorschlag: Bahn für alle, sauber, schnell und kostenlos. 
Foto Markus Termin
Dieses Tierchen kam gestern zu mir zu Besuch, und hatte nichts dagegen, fotografiert zu werden. Bei Lilly finde ich dafür keine Zuordnung. Mond? – sicher. Pluto? – vielleicht. Merkur? – wegen der Weissagung (erinnern wir uns an die Szene in Herr der Ringe, wo Gandalf der noch Graue mit Hilfe eines Nachtschmetterlings, dem er eine Anweisung flüsternd übergibt, sich auf den Rücken eines vorbeifliegenden riesigen Adlers gleiten läßt, um vom Turm zu entkommen). Also Mond, Pluto, Merkur, so wie Yves Saint Lauren, der gestern gestorben ist, zu dessen Stil der Falter oben ganz gut passt, wie ich meine, und den ich hiermit ehren möchte. Yves hat ein paar Wochen in der französischen Armee gedient, und weil er dazu nicht taugte, hat man ihn praktischerweise in der Psychiatrie mit Elektroschocks behandelt, ebenso übrigens, wie Kaiser Wilhelm II. Wann ließ man diesen Wahnsinn eigentlich? Und was ist an dessen Stelle getreten? „I have often said that I wish I had invented blue jeans: the most spectacular, the most practical, the most relaxed and nonchalant. They have expression, modesty, sex appeal, simplicity – all I hope for in my clothes. We must never confuse elegance with snobbery.“ „Ich wünschte“, sagte Laurent, „ich hätte die Blue Jeans erfunden: das aufregendste, praktischste, entspannteste und lässigste. Sie haben Ausdruck, Bescheidenheit, Sex-Appeal und Einfachheit. Alles, was ich mir für meine Kleidung wünsche. Niemals sollten wir Eleganz mit Snobbismus verwechseln.“ Saint Laurent wurde am 1. August 1936 um 19:45 in Oran, Algerien geboren.
Über den Jupiter in Haus 10, der ja aich hier zu einem erfolgreichen Mann gehört, müssen wir uns schon nicht mehr wundern. Die Sonne im Löwen in Haus 6 – dem Haus der Handarbeit – macht den Schneider. Merkur und Venus dazu in Konjunktion: vuala! Mars im Krebs ist der eher weiche Mann. Saturn in den Fischen kann nur fassen, was er glaubt. Uranus im Stier Spitze drei verbindet und revolutioniert Kommunikation und praktische Sehnsucht mit Neptun in Haus sieben in der Jungfrau, beide also in Erdzeichen: die Sehnsucht und die Revolution sollen also wirklich werden, und kommunikationsfähig sein. Mond im Steinbock an der Spitze zu Haus 12 ist das Familienkarma (Mutter) in Verbindung mit Kreativität (Haus fünf) und Arbeit (Haus 6). Zur Kombination Sonne im Löwen und Mond im Steinbock schreibt Oskar Adler: „Hier entsteht die seltsame Veranlagung, die Bejahung des Lebens und seiner Freuden wie eine ernste Pflicht anzusehen. Man könnte von Sonnenanbetern sprechen, von Menschen, die durchaus Anhänger oder Verkünder einer eudaimonistischen Lebensphilosophie sind und die Freude als die stärkste moralische Kraftquelle ansehen, niemals aber außer Acht lassen, dass die Pflege dieser Überzeugung mit dem Ernst einer tiefen Verpflichtung durchgeführt werden muß.“ Die Ihn kannten, werden wissen, ob das passt. Was die Mode betrifft, gebe ich eine gewisse Ambivalenz zu. Einerseits bin ich eher für die Lilien auf dem Felde, die sich nicht von morgens bis abends um ihre Kleider sorgen sollten. Doch versteht man obiges Zitat richtig, so war das auch Laurents Meinung. Das Zauberwort heißt Anmut. Um die zu haben, muß frau/man nicht bekleidet sein, aber man/frau kann es. Nur im Wasser, da bin ich eigen, sollte man auf Kleidung immer verzichten, da wird sie schließlich nass. Bitte diese Haltung nicht zu verwechseln mit Freikörperkultur. Alles, was extra betont werden muss, ist nicht frei, sondern gezwungen, wiewohl heutzutage auch dies, als Gegenpol, Berechtigung haben mag. Bei Saint Lauren, war es der Neptun über dem ohnehin schwierigen Wassermann Aszendenten und Pluto in der Opposition, der ihn dahingerafft hat aus Gnade vielleicht zur immer falschen Zeit. Möge Jesus ihn führen!


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