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Fidel, der Löwe

Fidel Castro ist Löwe. Während dieser Tage der Mond über seine Sonne ging, dankt er endgültig ab. Viele sagen: endlich. Wenn wir darüber diskutieren, hält man mir vor, dieser Mann sei ein die Menschenrechte verachtender Diktator, sonst nichts. Blut klebe an seinen Fingern (oder Reißzähnen). Dass nun der Mond gleich eine Station weiter in der Jungfrau seine Finsternis in Konjunktion mit Regulus, dem Stern im Herzen des Sternbilds Löwen und mit Saturn rückläufig haben wird, alles also Symbole der zurückgenommenen Herrschaft, macht diesen Rückzug astrologisch zum Lehrstück. Castro hätte keinen passenderen Zeitpunkt finden können. Aus seinem Geburtshoroskop (2 mal anklicken bitte) …

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… klar ersichtlich ist auch Uranus in den Fischen an der Spitze zum zehnten Haus. Er will dort einen Umbruch und Wechsel der Autorität und des Lebensziels. Dass dieser Wechsel für ihn lebensbedrohlich ist, mag die Quadratstellung von Pluto zu Uranus veranschaulichen. Interssant ist auch, hier das Geburtsbild eines lebenden Mannes zu sehen, der seine Uranus-Wiederkehr mit etwas mehr als 83 Jahren erleben kann. Und vielleicht sogar die Opposition Pluto – Pluto, was wohl daran liegt, dass Pluto von Krebs bis Saturn schneller läuft, als von Saturn zu Krebs. Fidel Castros Geburtszeit ist natürlich alles andere, als sicher. Dennoch glaube ich, Zwillings-Aszendent könnte stimmen, denn reden kann er wirklich über Stunden und Stunden, und laut Oskar Adler ist der Zwillingsaszendent jemand, der all seine Zuhörer durch sprachliche Netze verwirrt, damit – zu seiner eigenen Sicherheit – nur er sich noch auskennt.

Dennoch

Wenn ich ein „dennoch“ anfüge, so nicht deshalb, weil mir Diktatur sympathisch wäre. Wer sich in der Karibik auskennt, weiß, dort ist kein Wirtschaftswunder zu machen: es ist zu heiß, es ist zu magisch. Die Nächte sind dunkler als hier, man lebt in der Nacht, der ganze Tag ist Siesta; es geht nicht anders. Warum muß die ganze Welt die Qualität eines Landes in Einfuhr- und Ausfuhrquten messen? Weil die Kubaner Autos, Kühlschränke und Handys wollen, CDs, bedruckte T-shirts und Designer-Klamotten? Castro hat sich bislang nicht zuletzt deshalb halten können, weil wir alle tief im Inneren wissen: das kann`s nicht sein. Wir Menschen sind mehr, als Bauleute am Turm zu Babel. Nicht, als hätte Castro eine wirkliche Alternative geboten. Sein oft zitierter Ausspruch, als man ihm vorwarf, Cubanische Frauen könnten ihre Familie nur durch Prostitution ernähren, obwohl sie doch studiert hätten, war: „Nun, bei uns sind die Nutten wenigstens gebildet.“ Das ist Zynismus. Und dennoch ist dieser Mann ein Sinnbild für den Mangel an Sinn in einer rein kapitalistischen Welt. Könnte doch diese Welt das Geld wieder freiwillig dort investieren, wo es sinnvoll ist. Der Weg, den Bill und Melinda Gates gehen, ist zehnmal erfolgreicher, als jedes gleichfalls zynische Wirtschaftsembargo.