Weltbild

Wie erkennt man einen seriösen Astronomen?

Milchstraße astrologischMilchstraße geozentrisch nach astrologischer Einteilung, Nasa

Liebe Leserinnen und Leser,

Auf der Suche nach Seriosität und Zeitqualität: 10 Tage nach dem Tag der Astrologie im Technischen Museum Wien – Astrodicticum Simplex

… wie ist es möglich, einen seriösen Astronomen zu erkennen? Das ist gar nicht so einfach. Vorab: die Schöpfung oder Entstehung aus dem Nichts – ex nihilo – ist logisch grenzwertig – allein schon nach den thermodynamischen Sätzen der Energieerhaltung; daher: ein seriöser Astronom erzählt nicht irgendeinen Quatsch von „Raumzeitbeben“ ein paar Millisekunden nach dem Urknall. „Die Wahrheit ist nicht“, wie Tagore schreibt, „auf Umfang und Länge bedacht“; ein seriöser Astronom wird also peinlich berührt über den „Urknall“ schweigen. Er wird sich darauf beschränken, was seines Handwerks ist: innerhalb des Rahmens zu vermessen und zu benennen, was zu benennen ist.

Freilich: beim bloßen Benennen kann es nicht bleiben. Wir erkennen daher einen seriösen Astronomen durchaus auch daran, daß er der Astrologie offen gegenübersteht. Denn ohne Astrologie ist Astronomie für uns Menschen einfach wirklich komplett: belanglos. Die Frage ist ja nicht: was gibt es da für Welten? Sondern: was bedeutet es für uns, wie ist unsere Position und Situation gemessen an den Welten, mit denen wir es zu tun haben außer der unseren oder eng angrenzend – die Annahme, es gäbe – quasi außerhalb von uns – eine Art „Objektivität“ – müßte der Astronom selbstkritisch überwinden – weil er/sie ja sonst niemals die Möglichkeit erfahren könnte, der Wahrhheit teilhaftig zu werden: denn er/sie lebte ja dann in zwei Welten: hier das Weltenall, dort aber der Mensch. Wo ist aber dann der Ort des Menschen – ist er/sie etwa nicht Teil des Alls – diesem zugehörig?

Hat der Astronom die Antwort parat: es bedeute Nichts, wir seien quasi per Zufall in die Möglichkeit der Erkenntnis hineingestellt, überkommt zumindest mich das große Gähnen.

Ein seriöser Astronom (oder AstronomIn) faselt nicht von „Dunkler Materie“ oder „Dunkler Energie“ – wenn ihm/ihr etwas nicht aufgeht in der Berechnung, dann stellt sie/er nicht die Wirklichkeit in Frage, sondern die Theorie, ganz gleich, ob heilige Kühe den Namen Einstein tragen.

Ein seriöser Astronom sucht nicht ständig die Konfrontation mit Astrologen, sofern er/sie sich nicht selbst kundig gemacht hat. Was er/sie nicht versteht, kann kein Grund sein zur Diffamierung oder gar üblen Nachrede: es ist nämlich schäbig, sich mit Dingen nicht auszukennen, und sie trotzdem schlecht zu machen …

Ein/e seriöse/r Astronom/in würde darüber hinaus erkennen, daß er/sie selbst zunächst das Denken erlernen müßte – neben dem Rechnen, das ohne Denken gar nichts taugt – den Respekt vor anderen Methoden – im vollen Bewußtsein der Grenzen seiner/ihrer Erkenntnis …

Ihr seht also, es wird nur ganz selten möglich sein, heute seriöse Astronomen zu finden: aber es gibt sie, keine Bange!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus