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Pluto zurück in den Schützen

Nürnberg, 10:51 – mild und tropisch feucht, wie es dem Mond im Krebs angemessen erscheint. Just, als er gestern um 23:16 den Krebs betrat, hatte der Mond auch eine exakte Opposition zu Pluto, und mir kam es vor, als hätte das Tiefe, als würde da ein ganzer Raum geöffnet, hinter dem dieser sonst milde, schamanistische Mond seine Kreise zieht. Bei der Prüfung der Konstellationen bleibt uns mitunter nur unser Gefühl zum Mass dessen, was ist. Nicht immer sind die Zeichen äußerlich, wie beim rückläufigen Merkur und der Verwirrung um einen europaweiten Alarm wegen einem heruntergefahrenen Kernkraftwerk in Slowenien. Schockierend genug, und auf unsere Verletzlichkeit verweisend. Nicht auszumahlen, wenn Naturgewalten anders zuschlagen, und all die ach so sicheren Kernkraftwerke und Endlagerstätten … Nun, Thomas Mann, der am 6. Juni 1875 um 10:15 in Lübeck geboren wurde, hatte Pluto im Stier, direkt am Anfang des 10. Hauses. Hört man ihn von seinem bisweilen fanatischen Ehrgeiz sprechen, wird klar, was Pluto im Haus 10 macht. Um 1900, als dieses Foto entstand (es zeigt ihn rechts mit seinem Bruder Heinrich),

da hatte er gerade Pluto über seiner Sonne in den Zwillingen. Was war da? 1900 wurde er als „Einjährig Freiwilliger“ zum Dienst im Münchner Leibregiment eingezogen. Seine militärische Laufbahn endete nach drei Monaten wegen Dienstuntauglichkeit – einem Erlebnis, das man in der Musterungsszene in den „Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull“ widergespiegelt finden kann. Dies war das plutonische Ereignis, welches sehr leicht auch eine andere, vielleicht sogar lebensbedrohliche Wendung hätte nehmen können. Es wurde die letzten Monate über in Astrologenkreisen viel darüber spekuliert, was Pluto wohl im Steinbock bewirken wird. Überblickt man den exzentrischen Lauf von Pluto durch die Tierkreiszeichen – er braucht ca. 248 Jahre einmal um die Sonne rum – so lassen sich ganze Generationen an diesem Planten erkennen. Diese Dinge folgen dabei immer einem doppelten Muster. Da wäre beispielsweise die „Pluto in Krebs Generation“ von Mai 1914 bis Mitte 1938. Zum einen haben die um diese Zeit geborenen einen bestimmten, plutonischen Charakter. Zum anderen kommen die vorher geborenen in eine Krebs-Zeit, wo ihr eigenes, plutonisch Mitgebrachtes in das Muster des aktuellen Pluto-Transits hineinverwoben wird. Erlebt also die Pluto in Krebs Generation die Frage nach dem Vaterland und der Muttersprache – also die nationale Frage (Krebs = Haus 4, Herkunft, Familie) – direkt als politische und kriegerische Zeit des Heranwachsens – falls sie es überlebten – so tragen die vorhergehenden Generationen aus Pluto in Widder, Stier und Zwilling (Widder 1851) ihren Machtanspruch in Bezug auf Initiative (Widder), Besitz (Sier) und Wissen und Deutungshoheit (Zwilling) mit den Krebs-Ansprüchen weiter. Dabei kommt hinzu, dass der Krebs als kardinales Zeichen an einer Achse all die Energie aus den vorhergehenden Zeichen auf eine völlig neue Ebene stellt. Dies offenbart sich beim Plutos Eintritt in Steinbock ebenso, denn Steinbock ist auch kardinal und eine neue Achse. Es betrifft die Bestimmung der Menschheit. So geht Pluto wie eine Walze durch die Zeit. Als er zuletzt in den Steinbock trat, 1761, da kam eine Zeit, deren unerträglich formalistischer und weltfremder Regulationismus in der franz. Revolution mündete, da Pluto schließlich durch den Wassermann lief, und ein Trigon zu Chiron (Heilung, Verletzung) und Neptun (Auflösung) bildete. Doch um den Funken zu übertragen brauchte es noch den frisch entdeckten Uranus, der im Löwen bereit war, den König zu stürzen! Einen Umlauf vorher, 1516 nach gregorianischer Zeitrechnung, wurde Kaiser Karl V Weltherrscher mit grausamen feudalbürokratischen Maßnahmen. Zeittypisch erließ man in Bayern die Brauordnung von Bier nach dem Deutschen Rheinheitsgebot. Uranus stand im Stier und Neptun genau dort, wo er heute auch steht. Dies ein Hinweis auf die Bezogenheit und Bahnresonanz von Pluto und Neptun im Verhältnis 2/3 – Der Aufräumer und der Auflöser arbeiten also Hand in Hand! Ich kann mir zwar kaum vorstellen, dass eine neue Weltrevolution heraufzieht, aber der kurze Vorgeschmack von Pluto im Steinbock – er wird vom 13. Juni bis zum 27. November nochmal zurück in den Schützen gehen – hat gezeigt, welch enormen gesetzlichen Regulationsbedarf die Welt hat: Finanzhandel, Firmenkorruption, Nahrungsmittel, Öl und Energie, Umwelt, ect. Die Liste ist lang, und keines dieser Probleme läßt sich ohne internationale Richtlinien beherrschen. Ob es mit diesen ginge, bleibt zweifelhaft. Und vorstellen kann man sich die Zukunft nie. Das Neue lichtet sich aus dem Alten, letztlich unvorhersehbar. Deswegen wird die Revolution kommen, doch sie wird, Neptun geht schließlich 2012 in die Fische und Uranus im März 2011 in den Widder (wird schon im Stier sein, wenn Pluto 2023 in den Wasserman tritt), sie gestaltet sich also völlig anders, als die franz. Revolution. Ich gehe von einer sprituellen Revolution aus, auch von einer Offenbarung des Christus, die das Bewußtsein der Menschen verändern wird. Pluto im Löwen hat uns die großen Egomanen der Weltbühne gebracht (Mick Jagger), Pluto in der Jungfrau die Mülltrennung und den Umweltschutz, Pluto in der Waage den weltweiten Wahnsinn der Kunst und des Pop (LSD Design), Pluto im Skorpion die Killerspiele und die schwarz tragenden gepiercten Kids, die auf der Bühne stehen, und „kill, kill, kill“ rufen, und Pluto im Schützen hat dieses Motto der dunklen Wolke des kollektiven Unbewußten umgesetzt im Terrorismus und den Religionsstreitigkeiten allgemein. Wenn Saturn ein Haus verlässt, hinterläßt er nochmals seine Visitenkarte für diesen Wirkbereich. Es könnte bei einem Zeichen und Pluto ähnlich sein. Laßt uns also beten, dass sich die Terroristen aus der Wahl in den USA raushalten! Grundsätzlich scheint ihre Zeit abgelaufen.