Weltbild

Waahlprogramm – Lokomotive: Lebensarbeitszeitarbeitsplätze

Nürnberg, 13:29 – Weiter auf meinem grünen Pfad:

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Um es gleich zu sagen: die „-plätze“ dieses ultra-langen und wenig modernen Wortes  ragen absichtlich über den Rahmen des Layouts hinaus. Und, Lokomotive? Noch mehr Gene in den Topf – nicht nur Flugzeug, Auto und Fahrrad, sondern auch die Eisenbahn? Jenem uralten Vorgänger-Ungetüm der Zivilisation, welches mit seiner unbändigen Ameisenkraft die Kolonisation der gesamten Welt erzwungen hat, zusammen mit den Nautikern? Ja, überhaupt, was wird mit den Schiffen, den Wasserfahrzeugen, wenn wir eine neue Art Luftfahrzeuge erlauben?

img_0447Fotos Markus Termin ©

Und das hängt nur von uns ab. Den Interessen des Volkes. Meine politische Vision ist geleitet von dem Wunsch, wertvolle Lebensarbeitszeitarbeitsplätze zu schaffen. Warum „Lebensarbeitszeit“? Sind wir denn nicht gerade darauf angewiesen worden, alle in der Gesellschaft, vom Greis bis zum Baby, hätten sich ständig zu bilden und mindestens drei mal im Leben den Beruf und den Wohnort zu wechseln? Am Besten Auslandserfahrung?

Aber vielleicht stimmt das nur begrenzt. Ich habe ja nichts gegen Auslandserfahrung. Aber niemand würde im Ernst von einem Pianisten, einem Meister seines Faches, verlangen, den Beruf zu wechseln, wenn er gerade gut geworden ist.

Fangen wir mit den Fußgängerzonen an. Sie sind relativ windsicher und viele alte Leute mögen sie vielleicht nur deshalb weniger gern besuchen, weil es sehr anstrengend ist, ohne Chauffeur mit dem eigenen Pkw – durchs Parkhaus und hinein ins Gewühl der bei schönem Wetter chronisch überfüllten Straßencafés zu gelangen? Und die Geschäftsleute beklagen, dass es durch die ungeheure Konzentration der Einkäufer und Bummler auf den Bezirk der Fußgängerzone mitunter schon eine Straße weiter schwer möglich ist, überhaupt einen Laden in der zweiten Reihe profitabel zu führen, während die Mieten in der ersten Reihe in aller Regel dem Marktanteil-Potential der großen Konsortien entsprechen.

Doch wie sollte man – obwohl dies tatsächlich als Alternative erwogen wurde – je wieder Autos in der Stadt zulassen? Eben so: andere Autos! Hier ließe sich leicht, in Nürnberg zwischen Carolinenstraße und Kaiserstrasse, in der Adlerstrasse zum Beispiel, ein „utopisches“ Zeppelin-Transportsystem installieren. Dies hätte dann eben solche Auswirkungen, wie die erste Eisenbahnfahrt auf dem alten Kontinent 1835 zwischen Nürnberg Plärrer und Fürth mit dem „Adler“, woran dieser Straßenname erinnert. Eine Weltsensation! Wie früher Magnetschwebebahnen, Transrapid-Züge, so könnten wir versuchen, eine neue technische Vision erst bei uns zum Erfolg und dann zum Erfolgsexportschlager werden zu lassen.

„Wie soll das gehen?“, mögt ihr fragen, „Wir haben doch die Krise?“ Nein, die haben wir nicht. Wir leben nach wie vor in einer Fülle, die allen ein Überleben, ein Dach über dem Kopf, ausreichend zu Essen  und eine menschenwürdige Behandlung gewährleisten kann. Zumindest dem Anspruch nach und immer stärker auch nicht erfüllt in manchen Großstädten; aber auch ländlichen Regionen aus unterschiedlichen Ursachen, die oft in ein soziales System hinein verankert und deshalb schwer zu verändern sind. Aber auch die Solidarität wächst. Dennoch müssen wir den Sprung in die Freiheit wagen.

Vielleicht brauchen wir auch mehr gut bezahlte Helfer im sozialen System, damit wir hier  Qualitätsarbeit und Anspruch bekommen, wie heut oft schon durch Idealismus? Für Demonstrationen und Straßenschlachten habe ich gar kein Verständnis. Früher mag das anders gewesen sein. Jetzt geht es nicht mehr um die Demo, sondern um die Wirkung im ganzen Land durch Medien-Übertragung. Solange die Medien – mit ihrem dadurch pervertierten Kontrollauftrag der Demokratie – so darüber berichten, geht das weiter: ein kleiner, geduldeter Krieg zum ersten Mai, in den wir unschuldige Polizeikräfte stellen, als hätten die nichts besseres zu tun, sich dort Verletzungen, Verbrennungen zu holen. Wie durch jedes mal ein Wunder – man schmeißt mit ganzen Betonplatten – hat es noch keinen Toten gegeben.   Ich habe drei Jahre in Kreuzberg gelebt und es war jedes Jahr schlimmer. Vielleicht sollte man das durch eine Kalenderreform beenden?