Partnerschaftsastrologie, Weltbild

„μὴ βλάπτειν“ – Wer passt zu wem?

Foto Termin ©

Liebe Leserinnen und Leser,

im Grunde ist die Frage so falsch gestellt. Denn jede Begegnung hat – unentrinnbare Evidenz der Wirklichkeit – ihre Berechtigung. Sie will etwas machen an uns, etwas bewirken: und ist deshalb zu dieser entsprechenden Zeit auch die richtige Begegnung.

Das gilt für jede Begegnung. Der Leitfaden hier: wo die Sonne des/der anderen im eigenen Horoskop „tätig“ ist, dort besteht auch der Haupteinfluss und Bedarf, sodann Mond, usw. Das gilt insbesondere eben für die Häuserposition – die deshalb auch unabdingbar bekannt sein muss (Geburtszeit).

Nehmen wir an, eine Frau zieht einen Mann an, der den Saturn und den Jupiter in Opposition zu ihren eigenen hat, und dazu den Mars im Oppositionszeichen seiner Sonne, den Mond im Quincunx zu seinem. Warum gibt es sowas? Natürlich kann diese Liebe nur tragisch sein und AstrologInnen können das von außen sofort erkennen. Doch dürfen sie sich niemals erdreisten, ein solches Paar durch panische Äußerungen auseinanderzubringen; allenfalls im Vorfeld – um Rat gefragt – könnten sie warnen, oder wenn wirklich nach Möglichkeiten der „Reparatur“ gesucht wird.

Denn die beiden haben sich gerade dazu gefunden, sich selbst ein klareres Profil zu geben, sich gewissermaßen abzuschleifen am passend/unpassend anderen, um Mut zu fassen für eben das, was die beiden – voneinander irgendwann absehend – eigentlich wollen.

Und wenn die eine sagt: „Aber ich bin doch so verliebt“, so müssen wir doch vermuten: „Mag sein, aber in was?!“

Wenn Menschen nicht den passenden Partner ansteuern, sondern den ganz und gar unpassenden, dann gibt es einen Teil der Seele, der Partnerschaft im Grunde genommen noch ablehnt. Einen Teil, der sich gut eingerichtet hat in der Pflege eines kindlichen Gefühls, von dem er oder sie gar noch nicht lassen will. Dann dient der andere, scheinbar überlegene Partner dazu, den Schmerz der Loslösung in doppelter Ausführung bereitzustellen: von sich selbst und dem inneren Bild aus der Kindheit.

Um so mehr wird dieses Muster unfreiwillig Anspruch genommen, je weniger die archetypischen Glücksbilder von Mutter und Vater auch tatsächlich glücklich erlebt werden durften.

Gelungene Verbindungen zeigen hingegen praktisch immer zweierlei: entscheidende, wichtige Übereinstimmungen und Harmonien (Aszendenten spiegeln sich, Mond im selben Zeichen, Mars/Venus Harmonien, Jupiter-Trigone) halten aber oft eine scheinbar unüberbrückbare planetarische Differenz, eine Disharmonie fest. Der Saturn steht im Quadrat z.B. – Diese Differenz ist dann das, worauf es ankommt. Das Paar hat viel mitbekommen an Halt – sie hat z.B. dort Mond und Saturn, wo er seine Sonne hat – nun gilt es, die anderen „Unbequemlichkeiten“ durch einen Zusatz an Selbsterkenntnis auszugleichen. Gerade bei Paaren, die sich ursprünglich aufgrund eines vordergründigen Sicherheitsbedürfnisses getroffen haben, findet in der späten Mitte des Lebens oft eine Neuorientierung statt – der „Sicherheitsgeber“ mag sich aus seiner Rolle befreien und eine neue Liebe leben, die mehr ihn persönlich meint, weniger den Schutz, den er/sie bietet – die Sicherheitsnehmerin (geht genau so umgekehrt) hat nun Selbstsicherheit gewonnen und braucht seinen Sonne an ihrem Saturn nicht mehr.

Insofern hätte eine Beziehung der maximalen Differenzen – wie oben beschrieben – könnten die Liebenden jeden einzelnen Unterschied aushalten und zur Verwandlungskraft nutzen – auch die unglaublichsten Möglichkeiten – theoretisch – selbst wenn das ziemlich unwahrscheinlich ist – weswegen für AstrologInnen dasselbe gilt, wie für Mediziner: μὴ βλάπτειν – nicht schaden, denn Wunder geschehen!

Mit freundlichen Grüßen,

Markus