„Get a vehicle to fly along the mountains …“

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Diese Frage erreicht mich von einem alten Freund, von dessen Existenz wesentliche Teile mit seinem Glück zu tun haben, autofahren zu dürfen. Kann man sagen, er liebt seine Autos? Sicher, irgendwie schon. Und es ist auch beeidruckend,  mit welcher Kompetenz er die technische Wirklichkeit beherrscht. Ich habe schon betont, dass ich mich einer gewissen Poesie des Autofahrens auch nicht entziehen kann. Sie ist völlig anders, als bei meinem Freund, aber sie hat dennoch das selbe road-movie im Programm: den realisierten Traum von der Freiheit durch Asphalt-erobernde Reifen. Ich liebe das rhythmische Dieseln eines Land-Rover im Wüstensand oder das charmante Schnurren eines R4 mit Bajonettschaltung. Sogar den Geruch der Werkstatt und ihres Altölbestands – :/!: – gemischt mit dem frischen Duft von Tau und Zedernholzharz. All das sehe ich ein, und niemand will den Autofahren mit einer neuen Vision ihr Glück missgönnen.

IMG_0620Foto Markus Termin ©

„Warum sollten öffentlich nutzbare Verkehrsmittel wie ein Zeppelin eigentlich besser sein als individuell nutzbare wie ein Auto? Der Sinn entzieht sich meinem Verständnis.“

Wenn wir uns aber mal klarmachen, welche Möglichkeiten in einem zwar entschleunigten, dafür aber effektiven Nah-Boden-Personen-Zeppelin Projekt stecken, werden wir möglicherweise bald anders denken. Wer diesen Blog lesend begleitet, weiß, dass die Idee hier als roter Faden immer weiter gesponnen wird, und ich hoffe eines Tages erfolgreich als Anregung in die „Realität“ überschwappt.

IMG_0744Foto Markus Termin ©

Jährlich gibt es eine schwankende Statistik der sogenannten „Opfer des Autoverkehrs“, eine Litanei in tausenden, mit der wir regelmäßig konfrontiert werden, worin die Statistik der Verkehrstoten enthalten ist, selten aber die viel größere der Verletzten oder Invaliden durch den motorisierten Straßen-Rad-Verkehr. Nach jedem Flug weisen uns die Kapitäne und Stewardessen oder Stewards unserer Verkehrs-Düsen-Flotte, die wir uns staats-subventiniert leisten, darauf hin, wir hätten nun den sichersten Teil der Reise hinter uns, und bitten uns, auf der Straße bei Glatteis vorsichtig zu sein.

IMG_0730Foto Markus Termin ©

Natürlich sind wir technisch dazu in der Lage, kleine, mit nicht-brennbarem Helium gefüllte Transport-Zeppeline zu bauen, die auf der Oberseite der Ballonhülle Solarzellen angebracht haben, die einen Elektromotor antreiben, der uns zu vier Personen oder mehr geräuschlos durch die Innenstädte gondelt. Da dieses System GPS-gesteuert sein kann und programmierbar nach Ziel und Route sein wird, sowie moderat aber flink und staufrei ist, gibt es praktisch keine Unfälle mehr. Das Element der Luft setzt natürlich ein völlig neues Engineering voraus. Als erstes aber eine neue Verkehrsregelung in den maßlos überlasteten Städten, dass heuer alle Baudenkmäler uns wegbröckeln. Hier muß man nur 1 + 1, Feinstaubbelastung und Lärm zusammenzählen. Tübingens grüner Bürgermeister fährt seinen Smart in die Garage und künftig mit dem Elektro-Fahrrad ins Rathaus. Einer der Helden, die sich ohne Knautsch-Zone dem Straßenverkehr überlassen. Ja, geht´s noch? Und was können wir erst von Salomon, dem grünen Bürgermeister Freiburgs erwarten?

IMG_0747Foto Markus Termin ©

Hier ein weiteres gutes Argument: Mit der Realisierung der revolutionären Zeppelin-Idee einher ginge ein enormer Gewinn an Grünflächen. Die sogenannte Flächenversiegelung der Landschaft durch Straßen – was zu den schweren Überschwemmungen der letzten Jahre geführt hat – könnte auf ein Natur-verträgliches Maß reduziert werden.

IMG_0759Foto M.T. ©

Das entscheidende Argument für solche scheinbar utopischen Visionen ist aber die Wirtschaft. Wir werden nur dann unseren Wohlstand erhalten und vielleicht mehren können, wenn wir Bedürfnisse  freigeben – etwa: entschleunigter, aber effektiver und sicherer Verkehr – die für die Menschen Wunder genug sind, um eine Zukunft sich zu erarbeiten.

Dafür eignet sich meines Erachtens nichts so gut, wie eine Wiederbelebung des fast untergegangenen Zeppelin-Traums. An Astrologie Interessierte können diesen Beitrag ganz im Sinne der nahezu exakten Chiron, Neptun-Jupiter Konjunktion im Wassermann im Sextil zum Aufbruchs-Zeichen Widder lesen, in dem sich immer noch Mars und Venus, unser innerer und unser äußerer Nachbarplanet bewegen.

Airship Ventures

http://de.wikipedia.org/wiki/Cargolifter_AG

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„In der Kabine war trotz des weiten, nicht verglasten Fensters kaum eine Spur von Luftzug zu bemerken, sobald man indessen Kopf oder Hände aus dem Fenster steckte, brauste die Luft wie ein Sturmwind vorüber.“

Aus: Spaziergang in der Luft, Hermann Hesse 1911