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Sonne, Saturn und Rückläufigkeit

Nürnberg den 26. Februar 2008 15:46

Wieder kalt heute, ein kalter Wind, Regen in der Nacht, niedrige Wolken, doch lichtdurchlässig und hell.

Der Kampf, der zwischen den zusammenhängenden Polen Jungfrau und Fische unter Saturn und Uranus ausgetragen wird, ist dieser Tage durch den zusätzlichen Gegensatz zwischen Sonne und Saturn verstärkt worden. Diese Opposition ist immer noch sehr genau, Fische und Jungfrauen bekommen sie als polare Energien zu spüren. Dabei läuft Saturn bekanntlich zur Zeit rückläufig. Wäre er direkt gelaufen, so hätte sich die Fische-Sonne viel schneller aus der Opposition mit Chronos-Saturn befreien können, so aber zieht er wirklich die Handbremse, während die Sonne auf´s Gaspedal steigt. Wie sich das persönlich auswirkt, das hängt davon ab, wo der Einzelne die Fische- und Jungfrauzeichen im Horoskop führt. Steht Jungfrau in Haus 6, ist zum Beispiel die Gesundheit betroffen, ist es das Haus 3, geht es eher um unglaublich zähe Kommunikation. Haus 10 als Teil der Elternachse betrifft den Beruf. Was aber ist Rückläufigkeit eigentlich?

Man stelle sich vor, dass eine Läuferin in einer ziemlich langen aber engen Kurve läuft. Dieselbe Kurve macht aber auch eine andere Läuferin, die jedoch in recht weitem Abstand auf der äußeren Bahn unterwegs ist. Schaut sich die Sportlerin des inneren Kreises nach ihrer Konkurrentin um, sieht es für sie so aus, als würde die zweite Läuferin in der äußeren Bahn zurückbleiben, auch wenn sie nach gemessener Zeit schneller ist, als die Läuferin auf der inneren Bahn. Dieses Bild ist nur ein Schein, denn in Wahrheit laufen beide in derselben Richtung. Das scheinbare Zurückbleiben verändert die Perspektive der Sicht auf den Hintergrund, die Region des Tierkreiszeichens. Dennoch ist die Rückläufigkeit eine physische Realität, denn der Schatten des rückläufigen Planeten wird sehr wohl als Schleife in den Raum geworfen, unabhängig davon, dass der Planet selbst keine Schleife macht. Allerdings sollten wir uns bei der Astrologie nicht so viele Gedanken über Physik machen, denn es geht dabei ja nicht um das Dasein der Himmelskörper, sondern um ihre reale Wirkung. Die Verwirrung diesbezüglich rührt einfach daher, dass in unserem Auffassungsvermögen alle nicht rein dinglichen Realitäten für nicht existent, oder gar nur im „übertragenen“ Sinne existent gehalten werden. Selbst aufgeschlossene Geister versuchen Realitäten der seelischen Erfahrung möglichst auf körperliche, dingliche Tatsachen zurückzuführen, um der Fassungslosungkeit ihres Erstaunens einen Grund zu geben, auf dem sie sich sicher fühlen. Das ist die Folge des materialistischen Denkens der letzten zwei, drei Jahrhunderte, welches im Detail sehr weit geführt hat und immer noch viel weiter führt. Besonders irreführend dabei ist die Spaltung der Auffassung, jene Dinge der anderen, der seelischen Wahrnehmung, etwa in Hinblick auf die astrologische Zeitqualität, seien nicht materialistisch. Dabei haben auch seelische, ätherische, astralische und alle „feinstofflichen“ Dinge eine Verbindung zu dem, was wir uns als Materie vorstellen mögen. Die unselige Spaltung der Auffassung scheint jedoch darauf zu bestehen, diese Bereiche auszugrenzen, und sei´s die Homöopathie aus der Medizin. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Als ginge es dem Geist darum, zu beweisen, dass kein Geist sei. Wann ist der Umkehrpunkt erreicht? 2012, wenn Neptun in die Fische geht und der Maja-Kalender endet?