Vater unser im Himmel
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergibt uns unsere Schuld
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung.
Sondern erlöse uns von dem Bösen.
Liebe Leserinnen und Leser,
heute habe ich die Glosse von Josef Joffe – “ZEIT”-Herausgeber – gelesen, der tatsächlich glaubt, die Beschneidung wäre eine original abrahamitische “Einrichtung”. Schon ein einfacher Blick auf obiges Bild widerlegt das. Wenn man dieser Frage nachforscht, dann kommt man auf einen Gedankengang, der nicht einfach nachzuvollziehen ist und sich auch nicht in zwei Worten ausdrücken läßt. Ich habe jahrelang nach den historischen Ursachen und Zusammenhängen in den Bibliotheken gesucht.
1. Der Ursprung der Beschneidung liegt nicht in Ägypten, sondern in Deutschland – zumindest wenn man den ältesten archäologischen Fund zugrunde legt.
2. Die Methode der angewandten historischen Text-Psychoanalyse bringt auf deutlichen Pfaden ein Ur-Trauma ans Licht, das Sinn und Zweck der Beschneidung als Manipulation und Angriff auf das ursprünglich intakte menschliche Bewußtsein darstellt.
Diese Zusammenhänge habe ich sehr komprimiert in wenigen Worten in einem künstlichen Dialog dargestellt, einer Mischung aus historischen Zitaten und Gedankengängen (und einigen Illustrationen), die – recht verstanden – die Augen öffnen können. Deswegen heißt dieser Diaolog – eigentlich als zu sprechendes Radio-Essay konzipiert – “Double Your Eye”.
Es ist kein Stück Unterhaltungsliteratur, sondern möglichst knapp das Ergebnis einer Dekade Recherche.
Sie werden ähnliche Quellen und Gedankengänge sonst nirgendwo finden – und ohne diesen Gedankengang ist die Zivilisation nicht zu verstehen – denn die Beschneidung/Verstümmelung von Frauen und Männern – deren Ursprünge durchaus gemeinsam sind – ist wegen des “Effekts” auf das Bewußtsein nicht irgendeine Frage, sondern die Menschheitsfrage schlechthin – von deren Lösung nicht weniger als der Fortbestand der Menschheit abhängt (in diesem Sinn ist Somalia, Eritrea, Sudan, Ägypten … das dunkle Zentrum der Welt) – und nicht, wie Joffe auch glaubt – die Kupierung von “Knäblein” allein ein Grund zur Trauer – oder gar – wie Joffe offensichtlich glaubt: Grund zu Spott über mutige deutsche Richter.
Deswegen habe ich mich entschlossen – nachdem nun in Deutschland eine hoffentlich breite Debatte zu erwarten ist – meine gesammelten Fakten aus dem Jahr 2004 doch zu veröffentlichen.
Ich wurde 2005 von Radioredakteuren dahingehend kritisiert, daß der Dialog – der ja von perversen Dingen handelt – es an Betroffenheit mangeln ließe – allein: die Natur der Sache verlangt zwar Betroffenheit, Betroffenheit ist aber kein Grund, auf welchem allein sich ein differenzierter Erkenntnispfad finden ließe. Der/die Leserinnen seien also gewarnt.
LeserInnen sollten sich auf einen trockenen, aber denkerisch gewissenhaft nachgezeichneten Bewußtseinspfad einlassen.
Natürlich sind damit nicht alle Fragen geklärt, schon gar nicht in dieser komprimierten Form (heute würde ich anders schreiben, aber es liegt Sinn darin, nichts zu verändern). Wer jedoch zu den zu erwartenden Diskussionen einen Einblick gewinnen will, was auf dem Spiel steht und woher die Beschneidung/Verstümmelung der Geschlechtsorgane wirklich ihren Ursprung nimmt, kommt an diesem Dialog nicht vorbei.
Es sind vier oder fünf unabsichtliche aber unzufällige Schreibfehler in dem Text – ich hatte damals noch keinen Computer – alles ist im Abrechnungsbüro eines großen Bücherkaufhauses unter Zeitdruck ins Reine geschrieben – bitte das zu entschuldigen.
Mit freundlichen Grüßen,
Markus
Beschneidung: “Sie ist einfach verblutet” | Gesellschaft | ZEIT ONLINE





























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Au, Markus, da hast du`s aber krachen lassen – ich bin gewohnt, viel zu lesen; die Länge des Textes war aber schon herausfordernd!
(William) Bramley`s “Die Götter von Eden” scheinen dir nicht unbekannt zu sein. Ich denke mal, ich habe verstanden. Liebe Grüße, gerade (noch) aus Berlin, Daniela
Bramley`s Buch kenne ich nicht – bestimmt ein guter Tip. Oft sind Gedankenstränge parallel. Eigentlich ist es ganz einfach – und für Dich ist es eh ein Klacks: nehmen wir an, es gibt eine zentrale Verletzung – nehmen wir an, diese zentrale Verletzung hinterließe Spuren in vor allem Sinn-suchenden Texten – und diese Spuren hätten zu tun mit “Auge” – “Verletzung” – “Schrift” (alternativ: Mond, Merkur, etc. … )
Und dann noch dieser Bogen ins Matriarchat: der muss einfach sein.
Danke, daß Du Dir die Mühe des Lesens zugemutet hast!
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Hallo Markus! Das ist ein wirklich spannendes Thema, man könnte hunderte Seiten damit füllen – ich hätte noch weitergelesen. Was mich noch interessieren würde, also deine Gedanken dazu – um an den Anfang deines Textes zu kommen: Was ist nun mit Saurons Auge? Spannend ist ja der große Erfolg dieses Buchs und der Filme, das Thema spricht die Menschen also wirklich an.
Liebe Grüße
Julia
Hallo Julia,
Saurons Auge ist unser eigenes verletztes drittes Auge, das durch die Technik als Augenheilmittel geheilt werden soll. Beschneidung und Verletzung des 3. Auges sind ein Thema.
Kann die Technik das 3. Auge heilen?
Liebe Grüße,
Markus
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