Der Sommer

Das Erntefeld erscheint, auf Höhen schimmert

Der hellen Wolke Pracht, indes am weiten Himmel

In stiller Nacht die Zahl der Sterne flimmert,

Groß ist und weit von Wolken das Gewimmel.

Die Pfade gehn entfernter hin, der Menschen Leben,

Es zeiget sich auf Meeren unverborgen,

Der Sonne Tag ist zu der Menschen reben

Ein hohes Bild, und golden glänzt der Morgen.

Mit neuen Farben ist geschmückt der Gärten Breite,

Der Mensch verwundert sich, daß sein Bemühn gelinget,

Was er mit Tugend schafft, und was er hoch vollbringet,

Es steht mit der Vergangenheit in prächtigem Geleite.

Friedrich Hölderlin

2 Gedanken zu “Der Sommer

  1. Hölderlin, dieser schöngeistige Mensch, dessen Lyrik wie Balsam ist.
    Und ihm wurde Geisteskrankheit nachgesagt. Die Abspaltung lag in der Zwangsordnung der Kirche, der er seinerzeit zum Opfer fiel und er seine Liebe deshalb nicht leben konnte.

    Die letzten Zeilen seines Gedichtes LEBENSLAUF gehen wie Butter runter

    Größres wolltest auch Du, aber die Liebe……(der Anfang)
    Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
    dass er ,kräftig genährt, danken für alles lern’,
    und verstehe die Freiheit, aufzubrechen wohin er will.

    Herzlich
    .

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